Vorwort

50 Jahrungen sind vergangen seit der Gründung unseres allzeyt­fröhlichen Schlaraffenreyches Auf der Mauer . Was hat sich alles in diesen Jahren ereignet. Von dem beschaulichen Leben des vergangenen Jahrhunderts sind Wir über Kriegs und Revolutionsjahre in eine Zeit des Hastens und des Drängens gekommen, die Struktur des Lebens und die der Gesellschaft hat sich geändert. Doch gerade in unserer Zeit, in der das kulturelle Leben stark eingeengt ist, da leuchten die drei Symbole Kunst, Freundschaft und Humor, umso heller und sind der ruhende Pol in unserem Dasein.

Unsere Sippungen lassen uns die Häßlichkeiten des Alltages vergessen und geben unseren Herzen neuen Ansporn und frischen Mut, den Anforderungen des Lebens nachzukommen.

Ich will versuchen die Geschehnisse der vergangenen 50 derer Jahrungen aneinander zu reihen, eine Chronik zu fexen, damit nichts in Vergessenheit gerät. Es soll diese Aufzeichnung eine stolze Erinnerung, zur Festigung unseres geliebten Reyches Auf der Mauer dienen.

Ich bin mir der Schwierigkeiten wohl bewußt die dieses Unterfangen mir entgegenstellen wird, aber ich vertraue auf Uhu's Schutz und Schirm. Ich wage es die Geschichte unseres Reyches niederzuschreiben. Sie soll die Marksteine des 50 zig jährigen Bestandes überliefern und vor allem die Namen derer, die dieses Reych für uns schufen, -uns immer in Erinnerung halten.

Der Chronist Luu-ping

UHU 71 - 1930

DER UHUSTAMMTISCH IM PROFANEN MAUER BEI WIEN

 

Mauer, ein Ort im Südwesten Wiens.
Hier fängt das große Rebland an, das weit nach Süden bis in die Gemarkungen des h. Reyches Neostadia reicht. Viele Maler und Bildhauer wählten für ihre schöpferische Arbeit das Dorf "auf der Mauer", wie es im Volksmund genannt wird, und die Spuren so manches Großen der zeitgenössischen Kunst führen dorthin.

Wie auf einer Kette aufgefädelt - nach Süden verlaufend sind schlaraffische Gemarkungen aneinandergereiht.

In diesem lieblichen Vorort von Wien haben Ende der schlaraffischen Sechzigerjahre, die fahrenden Ritter Rasant der  Scharfschütz, des h. Reyches An der Klausen, Ritter Pappenheimer der Stichelhaarige, des h. Reyches Vindobona und Ritter Treufels der Konst- ruktive, des h. Reyches Castellum Cornoviae, -Uhu ein Nest gebaut.

Mit lohender Begeisterung ging man an die Arbeit und in echt schlaraffischem Geiste konnte bald ein Uhu-Stammtisch errichtet werden. Profan schrieb man das Jahr 1930/31, also schlaraffisch a. U. 71/72.

Man begann schlaraffisch zu sippen. Mit welcher Aufopferung fungierte des Stammtisches erster Kanzelar R. T a m die Witzgoschen, wieviel trug der köstliche Humor eines Rt. Funkrat bei, - und mit welcher Liebe sorgten die 3 Gründungsritter sich um die Erziehung des schlaraffischen Nachwuchses. In den umliegenden Reychen wurde der Bau eines Uhunestes bald bekannt. Kam man zuerst wohl nur um zu sehen was hier geschah, so kamen die Schlaraffen doch wieder und nahmen Anteil an den weiteren Geschehnissen.

Zum ersten Male trat der Stammtisch in's Uhuversum außerhalb der Gemarkung des werdenden Reyches bei einen Ausritt unter Führung der Gründungsritter, in das h. Reych An der Klausen in Erscheinung. Es war am 18. Lethemond a. U. 71 prof. 1930, als zum  ersten Mal-sechs Pilgrime Schlaraffias in einer wehrhaften Burg sippen konnten. Nicht lange Zeit darauf, ritten ein stattliches Fähnlein der h. An der Klausen, -15 wackere Recken, -am Uhustammtisch  Auf der Mauer ein.

Die edlen Klausner mögen keinen schlechten Eindruck von diesem Uhustammtisch erhalten haben. Vielleicht haben sie auch beide Augen zugedrückt, in der Erwartung, -daß Uhu schon weiterhelfen werde. Das hohe Reych An der Klausen erklärte sich nach weiteren Prüfungen des Stammtisches bereit, die schlaraffische Mutterschaft zu übernehmen. 

UHU 72 - 1931

Am 6. Hornung a. U. 72 wurde der Uhustammtisch im h. Reych An der Klausen gekugelt und damit die Voraussetzungen für die Werdung eines schlaraffischen Reyches im profanen Mauer bei Wien geschaffen.

Doch schon vor dieser Kugelung wurde am 2, Hornung a. U. 72 vom h. Mutterreych An der Klausen, der künftigen Colonie Auf der Mauer, ein Reychsschwert geschenkt. In der Urkunde des h. Reyches An der Klausen heißt es:

Zur REYCHSSCHWERT -  Spende - "AUF DER MAUER".

Nehmt hin dies Schwert für ew´ge Zeiten,
Galt´s doch einmal zu Richten und zum Streiten.
Schlagt wack`re Ritter jetzt in Ewigkeits Dauer,
Zur Ehre Uhus, zum Ruhme " AUF DER MAUER " !

Lulu " Auf der Mauer ", An der Klausen, 2. Hornung a. U. 72


Am 7. Wonnemond a. U. 72, finden wir im Archiv diesen Datums einen Rundsendboten des Kantzlerambtes Auf der Mauer:

Schlaraffen hört!

1. ) Anbei erhält jeder von Euch eine Stammrolle des Uhutisches  "Auf der Mauer".

So Ihr bei Eurem Namen eine Ergänzung oder Streichung oder irgend eine sonstige Änderung wünscht, die für die definitive, gedruckte allschlaraffische Stammrolle zu gelten hätte, wollet Ihr dies unserem Kantzlerambt bis 23. hujus mittels Sendwisch bekannt geben.

2. ) Euch allen kundt und zu wissen, daß wir während der Sommerung unsere Krystallinen mit Burgfrauen an den Montagen ab Glock 7 des Abends im Park-Cafe (Mauer) abhalten.

Mit frohmütigen Lulu, Das Kantzlerambt Tam m. p.
 

STAMMROLLE

der präsumptiven Colonie - AUF DER MAUER ( Mauer bei Wien )

Reychsfarben: Weiß - blau - weiß

Mutterreych: An der Klausen

Burg: Engelsburg, Park-Cafe

Sippungstag: Montag Glock 20

Ambtl. Adr: (tagsüber) Büro Oberstlnt, M. Badian, Wien XIV., (Postdresse) Mariahilferstrasse 187

Bl. A. a. Sipptg: Schlaraffia Park Cafe Mauer bei Wien.


WÜRDENTRÄGER

OAe - Pappenheimer der Stichelhaarige Ez, Or, (Raft-Marwil Friedrich, Major a. D. wirkl. Amtsrat. )

OJ - Rasant der Scharfschütz Ez, OR. (Förster Karl, Ing. Baumeister, Leipzigerstr. 9, Atzgersdorf. )

OK - Trop von der Lethe, Ez, OR. ( Paschke Uiktor, Direktor, Oelzeltgasse 15)

K - Tam die Witzgosche, Ez, OR. S-R. (Badian Max, Oberstltn. d. Res. Rodaunerstr. 3), Postadresse: Mariahilferstr. 187.

M - Albano von Berge, Ez, OR. (Faukal Friedrich, Rechnungsrat, Rodaunerstrasse 3)

J - Gach der Seitelbastl, Ez, OR. (Walter Karl,), Ing. 0berstadtbaurat, Promenadengasse 66

Sch - Schmetterling der Bedackelte, Ez, (Reitmayer Franz, Rechnungsdirektor, Leipzigerstr. 23)

C - Grundl das Heimchen, Ez, ( Tauber Uiktor, Major a. D., Sekretär b. P. Sp. A. Promenadengdsse 65

 

SESSHAFTE RITTER:

Aquaretto mit der Pipe, Ez, R, (Wagner Ernst, akad. Maler, Leipzigerstraße 10 )

Bedacht der Wurzelechte Ez, B. ( Buchinger Franz, Qberoffizial der Strassenbahn, Leipzigerstraße 10 )

BohrPest der Hundling, Ez, SM. ( Zimmer fMartin, Zahntóchnikar Langegasse 67)

Burscherl der Schandarm, Ez. ( Schenk Rudolf, Gendarmeriewirtschaftsinspektor, Wienerstr. 10 )

Didldum der Flüsterer, Ez. ( Prasch-Cornet Rudolf, Konzertsänger und Musikpädagoge, Langeg. 115)

Eisern der Unermüdliche, Ez. OR, T. (Rainer Wilhelm, Professor Langegasse 113. )

Funkrat der Ewige, Ez, OR, R, Rp. (Jacobi Heinrich, Fabrikant, Kom. Rat, Langegasse 113 )

Heruck ans geht no, Ez, fMd. ( Glisch Edmund, 8aumeistsr, Kaisersteingasse 22 )

Horst auf der Mauer, Ez. ( Pfann Rudolf, Juwelier, Waldg. 7)

Hufeisen der Dachreiter, Ez. R. Sm. (Schnöcker Franz, Baumeister, Dr. Kühnegasse 12)

Ka-rat der Gefasste, Ez,T. Kurth Wilhelm, Kom. Rat, Edelsteinhändler, Waldgasse 7, )

Muss-i-Kuss, Ez, Z. ( Pfauntz Franz, Disponent der Maschinenfabrik Schwanenstadt O. G. Schulgasse 3) Atzgersdorf.

Pfiffig der Listreiche, Ez. ( Líst Karl, Dr. Rechtsanwalt, Leipzigerstrasse 23. )

Schwitzbold der Schwarzwälder, Ez, H, Rp, (Rumpold Rumfels-Friedrich, Generalmajor d. R. Schwarzwaldg. 4)

Usinger der Saure, Ez, OR, RT. (Böhm Paul, Kaufmann, Kaisersteing.

Vongratz das Tamkind, E z, MR. ( Trelde Wilhelm, Sekretär der gewerblichen Geschäftsstelle Parlament, Hauptplatz 2. )


KNAPPEN

No. 1 ( 28 ) - Ez. Aust Erwin, Chefmathematiker, Promenadengasse 15

No. 2 ( 29 ) - Isnenghi Robert, Oberbuchhalter, Gallgasse 51.

No. 3 ( 30 ) - Czernoch Franz, Musikprofessor, Schwarzwaldgasse 4.

No. 4 ( 31 ) - Heller Julius, Dr. Med. Kaltenleutgeben.

No. 3 ( 32 ) - Sommer Josef, Inspektor der P. Sp. K. Langegasss 26.

No. 6 ( 33 ) - Rektenwald Fritz jun. Kapellmeister, Perchtholdsdorf, Breiteneckerstr. 13

No. 7 ( 34 ) - Wassmuth Heinrich, akad. Maler, Perchtholdsdorf, Begrischgasse 9.

Das war die erste Stammrolle der präsumptiven Colonie auf  der MAUER.


Am 14. Lenzmond a. U. 72, profan also 1931 - erließ die hohe Allmutter PRAGA eine Botschaft, mit der bekannt gemacht wurde, daß das Reych An der KLAUSEN gemeldet habe, im profanen Mauer bei Wien solle eine Colonie Allschlaraffias gegründet werden.

Misshelligkeiten am Uhustammtisch wegen Besetzung der Führungsgarnitur, der Oberschlaraffen. Diese Misshelligkeiten, die aus profanen Gründen entstanden waren, wirkten sich leider auf die neu zu gründende Colonie: aus und es geschah, daß die Sassen in zwei Gruppen gespalten waren und getrennt am gleichen Tag in zwei verschiedenen Burgen sippten. Dieser, den Bestand der zukünftigen Colonie und der Reychswerdung gefährdende Zustand, mußte unbedingt bereinigt werden. Damit wurde aber auch die vorliegende Stammrolle- und vorwiegend die Besetzung des Oberschlaraffenrates und auch die Ämter einer Revision unterzogen.

Einen unvergesslichen Eindruck schlaraffischer Größe und Prachtentfaltung empfingen die Sassen des Stammtisches in den ersten Tagen des Wonnemonds a. U. 72, als die hohe Vindobona ihr 50. Stiftungsfest begehen konnte. Durften dabei damals Helm und Rüstung von der Mauer noch nicht offiziell getragen werden und mussten die Sassen als Pilgrime erscheinen, so werden doch die Stunden des Festes auf ewig den werdenden Schlaraffen, unaus­löschlich in Erinnerung sein.

In tiefer Ergriffenheit nahmen alle am prunkvollen Einritt schauend teil und als der in den bunten Farben Schlaraffias leuchtende, von frischem Grün umkränzte, herrliche Saal plötzlich in hellsten Lichterglanz erstrahlte und unter nicht endenwollenden Zurufen, -unter gar festlich brausenden Klängen der aufrauschenden Orgel, unter schmettern der Fanfaren und dem Jubel vieler hunderter Ritter aus allen Teilen des Uhuversums, der Botschafter der erhabenen Mutter Praga, - Erbherrlichkeit UNSER DEVAST - einritt, da stimmten auch die Maurer Pilgrime begeistert in die Jubelrufe ein.

Schon am 31. des Lethemonds a. U. 72 wurde mit Botschaft der Allmutter Praga die Gründungsbewilligung erteilt. Die neue Colonie erhielt den Namen "AUF DER MAUER".

Den Paragraphen des Spiegels entsprechend, sowie derer Schlaraffen Brauch wurde von der Mutter An der Klausen, zur Vermittlung wahren Schlaraffentums und zur Sicherung einwandfreien Funktionierens der jungen schlaraffischen Gründung, -ein ÜBERWACHENDER RITTER - eingesetzt.

Uhu hat seine schützenden Fittiche über die schwer geprüfte Colonie ausgebreitet und bei der Wahl die Weisheit der Oberschlaraffen des hohen Mutterreyches gar wohl erleuchtet. Kein Wunder, daß daher diese Wahl auf den erfahrenen, weitgereisten und im Uhuversum bestens bekannten Ceremonienmeister- RITTER C3 H8 O3 DER TRINITIERTE - fiel.

Sein fürsorgliches Walten muß für ewige Zeiten in der Historika mit goldenen Lettern vermerkt werden. Ein aufrichtiger Freund jedes einzelnen Sassen, hat er es verstanden, die immer wieder da und dort auftauchenden Klippen mit geschickter Hand zu umschiffen, das nicht immer leicht zu lenkende Schiff der Colonie Auf der Mauer endlich in den sicheren Hafen der Sanktion zu steuern.

Die ersten, neuerdings gewählten Oberschlaraffen der - COLONIE AUF DER MAUER - wurden die Ritter:

O Ae. - AUSWENDIG der Allesvergass-er,

O I. - TROP von der Lethe,

O K. - VON GRAZ das Tamkind,

O K. - KARPFELES fischt frische Fische,

M. - SCHWITZBOLD der Schwarzwälder,

J. - DIDELDUM der Flüsterer,

Sch. - SCHMETTERLING der Bedackelte

C. - BURSCHERL der Schandarm


SILVESTERANSPRACHE

in der präsumptiven Colonie AUF DER MAUER
Christmond a. U. 72

Herrlichkeit: AUSWENDIG
Vielliebe Schlaraffen, Schlaraffinen hört"
Vielliebe Gäste hört!

Draußen im profanen Leben vollziehen sich mit eherner Gewalt Ereignisse deren Auswirkungen wir noch nicht abschätzen können und tief in das Leben jedes Einzelnen einschneiden. Es ist wohl nur ein sehr schwacher Trost, daß nicht nur unsere Heimat von Unheil betroffen wurde, sondern daß auf der ganzen Welt Not und Elend erschreckend schnell und furchtbar vernichtend um sich greifen zahllose Existenzen zu Grunde richtend. Mit eisener Konsequenz setzt sich Wirtschaft und alte Kultur, erbarmungslos zerstörend der Weltkrieg um die wirtschaftliche Weltherrschaft fort und noch ist kein Ende dieses fürchterlichen Kampfes abzusehen.

Es wird deshalb verständlich sein, wenn ich heute nicht wie es sonst bei uns Brauch und wìe man es vielleicht sogar erwartete, humoristisch und leicht beschwingt, das Kommende herbeisehne und mit Freude begrüße. Ich will vielmehr dem Ernst der Zeit Rechnung tragen und mit ernsten Worten zum Jahreswechsel - über die Zukunft sprechen.

In Zeiten schwerster Not sucht der Mensch mehr als sonst nach einem Ruhepunkt, nach einem buen retiro wo er von den Bedrängnissen, von den Kümmernissen da draußen wenigstens eine Zeit lang verschont bleibt.

Eine solche Insel der Seligen ist sicherlich die Schlaraffia. In dem Moment wo sich die Pforten der Burg hinter uns schließen, wo wir dem UHU unsere Ergebenheit durch tiefe Verneigung bezeugen, verlassen wir unsere bisherige profane Welt, verlassen wir unser ICH und werden Bürger Allschlaraffias. Weitab bleibt alles im Leben Verdrießliche, vergessen ist die Not der Zeit, sind profane Mühe und Sorge.

Es mag zugegeben für den Aussenstehenden eigenartig anmuten, daß sich gesetzte Männer in oft hervorragenden Stellungen und Positionen finden um nach einer seltsamen Ceremoniale und mit feyerlichen Gepränge Freundschaft, Kunst und Humor, das edle Dreigestirn schlaraffischer Kultur traditionell zu pflegen. Leichter verständlich wird es aber werden, wenn man sich meine Worte von dem Wunsche nach einem Ruhepunkt, von einer seligen Insel wie ich es nannte, in Erinnerung ruft.

Was wollen wir Schlaraffen? Darauf gibt uns in schönen Worten Herrlichkeit LUTTIFRUTI des hohen Reyches BEOGRADIA in seiner großen Rede anlässlich der Sanktionsfeyer Antwort:

"Was wollen wir Schlaraffen eigentlich ? Wir wollen den Lebenskampf mildern, ihm die Schärfe nehmen und seine Hässlichkeiten ausschalten und wir wollen jedem die Möglichkeit geben das Edle und Schöne das in jeden Menschen dieser Welt ruht, hervorzuholen und zur Wirkung zu bringen.

Das ist nur möglich in einer Gemeinschaft von Menschen die im Stande sind, wenigstens zeitweise ihre profanen Lebensinteressen zurückzusetzen und einen Teil ihres Gefühllebens einem anderen zu opfern. Nichts verklärt ein Menschenantlitz mehr wie ein freundliches Lächeln und wir wollen dieses Lächeln erzwingen wo immer Menschen sich treffen."

Treffender konnte kaum über Schlaraffentum gesprochen werden.
Einmal in der Woche fühlen wir uns frei vom profanen Leben. Einmal in der Woche lassen Wir Not und Sorgen draußen und sind Nichts und wollen nichts sein, als Schlaraffen. Das ist erfrischend wie ein Bad. Das reinigt von den Schlacken des Alltages, die sich im Laufe einer Woche angesetzt haben.

Heute ist Festtag. Die Pforten unserer - im neuen Gewande erstrahlenden Burg, unserer Engelsburg, öffnen sich weit unseren verehrten Burgfrauen, den Burgmaiden und Burgknäpplein und den lieben Gästen. Ein Blick ins schlaraffische Wunderreych, in das Märchenland der Kindheitsträume, tut sich auf. Vernehmt sie wohl die Stimme die Euch allen entgegentönt, nahm sie auf in Euer Bewustsein und bewahrt sie Euch wohl die Stimme von seliger, freudiger Kindermärchenzeit, Schlaraffenland!

Das Jahr 72 geht zu Ende. Schon beginnen Schleier über die nahe Vergangenheit zu fallen, schon versinkt Gewesenes in Vergangenheit, in Vergessanheit. Da ziemt es sich besonnen Rückblick und strebend Ausblick zu halten. Rückblick weil wir auch in unserem zweiten ICH, Verantwortung haben und wir uns Rechenschaft geben wollen über unser schlaraffisches Wirken. Ausblick weil wir vertrauensvoll und hoffend der Zukunft entgegensehen.

Auch bei uns war das schlaraffische Jahr 72 voll düsterer Wolken, ein- Krisenjahr. Solange Menschen auf Erden wandeln, solange wird es Untugenden, wir des menschlich nur allzu menschliche Fehler geben, die ein Zusammenleben im engen Raum zur Qual machen können. Wir wollen dieser Ereignisse in unserer Colonie mit tiefer Trauer heute gedenken. Freundschaft ist eine der drei Säulen Schlaraffias und Freundschaft soll gehegt und gepflegt werden.

Auch dann wenn dieses Hegen und Pflegen schwer, unendlich schwer gemacht wird. Ich möchte an dieser Stelle den Ritter MARABU, der hohen FIRST im WALDE, aus seiner Ritterschlagfestrede zu uns sprechen lassen:
" Das Kind der Wahrheit - der Humor führt in das Himmelreich der Freundschaft. Und seid Ihr dort angelangt, so liegt es nur an Euch, dies Geschenk voll auszuschöpfen.

Euch der Gnade wert zu erweisen, die Freundschaft und Freundesliebe Euch beut. Ihr müßtet härter als Stein sein; wenn Euch das nicht packen sollte. Ihr wäret ein Meteor, der aus dem Himmel geschleudert wurde und nun erkaltet. Und dabei ist es Euch so leicht gemacht. Ihr braucht nur dankbar sein und erwidern. Ein zähes Festhalten an dem, der Eurem Herzen nahe gekommen.

Nicht nur nehmen, auch geben. Dann leitet Euch der Stern Schlaraffias auf sonnige Pfade, zu seinem köstlichen Schrein, dem Juwel der Treue".

So spricht ein wahrer Schlaraffe und so wollen wir die Freundschaft halten und geben.
Wir haben aber auch Grund zu ehrlicher und aufrichtiger Freude. Endlich ist ein Großteil des schwierigen Weges zu wahren Schlaraffentum zurückgelegt worden. Die erhabene ALLMUTTER PRAGA erteilte uns die Bewilligung zur Gründung. Wir wurden jüngste Colonie des Uhuversums, der Sproß am Baume Allschlaraffias. Mit voller Berechtigung und mit Stolz tragen wir Helm und Rüstung unseres Reyches. Heil PRAGA Dir, du stolze Burg.

Vom Jahre 73 hoffen und wünschen wir, daß es uns Frieden bringen wird. Frieden drinnen und draußen. Wir wünschen der Colonie AUF DER MAUER eine glückbringende, vorwärtsstrebende Zukunft und wünschen uns Sassen ein weiteres glückliches Werden und Gedeihen. Möge UHU die Coloni AUF DER MAUER und seine Sassen unter seinen besonderen Schutz nehmen!

Möge aber auch das profane Jahr 1932 uns allen und unseren Lieben gütig gesinnt sein. Mögen wir von Kummer und Sorgen, von Elend und Not verschont bleiben. Mögen die Zeiten schrecklichster Zerrissenheit und wirtschaftlichen Zusammenbruch endlich ein Ende nehmen.


SCHLARAFFEN ERHEBT EUCH !

Wir Schlaraffen geloben heute in dieser feierlichen Stunde, immer und allezeit wahre und treue Schlaraffen zu bleiben. Wir, die wir auf der Engelsburg, zusammengeschweißt, durch den idealen Glauben an wahres Schlaraffentum, sippen und wir versprechen fest und unverzagt, unserer erhabenen ALLMUTTERPRAGA zu dienen und zu gehorchen, was immer auch kommen möge und daß wir fest und treu auch für die Zukunft in wahrer und edler Freundschaft zu einander stehen werden.

Lulu unserer erhabensten ALLMUTTER PRAGA!

UHU 73 - 1932

In der Winterung a. U. 72/73 wurde neuerdings die Colonie durch schwere Zerwürfnisse, der noch immer in zwei Gruppen gespaltenen Sassen, erschüttert. Ich würde es als ein Versäumnis bezeichnen, wenn ich die schwierigste Periode der Gründung unserer Colonie Auf der Mauer, nicht aufzeichnen würde. Die Spaltung, die fast zur Auflösung durch die Allmutter geführt hätte, beschäftigte das allschlaraffische Schiedsgericht in Prag.

Ritter PAPENHEIMER des hohen Reyches Vindobona, hat beim allschlaraffischen Schiedsgericht eine Anzeige, so wie schwere Beschuldigungen gegen den O. R. des hohen Reiches An der Klausen, -unserer Mutter, - weiters gegen die Ritter KARPFELES und AUSWENDIG und schließlich gegen den Ritter RASANT gem. § 58. p. 1 und 2 wegen unschlaraffischen Benehmens, ernster und schwerer Vergehen gegen die Schlaraffia und deren Geist, Außerachtlassung der Vorschriften und Satzungen, sowie wegen unaufrichtiger Handlungen, erstattet.

Es wird nun ernsthaft beim Schiedsgericht die Auflösung der Colonie in Erwägung gezogen.
Ritter REKURS, der Obmann des schlaraffischen Schiedsgerichtes schreibt in seinen Sendboten an das h. Mutterreych An der Klausen, laut § 21 des Spiegels ist er verpflichtet, vor Einleitung des hierambts schiedsgerichtlichen Verfahrens einen Vergleichsversuch zu unternehmen. Er fragt bei allen genannten Rittern an, ob sie bereit wären die Angelegenheit friedlich auszugleichen. Ansonsten würde es keine - Möglichkeit geben die Auflösung der Colonie abzuwenden.

Am 27. des Eismonds a. U. 73, wird von der Colonie Auf der MAUER ein Entschließungsschreiben zur Lage an die hohe ALLMUTTER verfaßt, darin heißt es:


ENTSCHLIESSUNG

Die muttertreue Sassenschaft der Colonie auf der Mauer hat mit tiefsten Bedauern vom h. Mutterreyche An der KI. ausen Kenntnis erhalten, daß der erh. Allmutterrat in seiner Sitzung vom 15. d. M. an das allschlaraffische Schiedsgericht den Antrag auf Auflösung der Colonie Auf der Mauer gestellt hat.

Die muttertreue Sassenschaft der Colonie fühlt sich durch diese drohenden Folgen, welche die bedauerlichen Vorfälle der letzten Wochen nach sich ziehen sollen, zu Unrecht auf das härteste betroffen, da sie an diesen Vorfällen vollkommen schuldlos ist und will mit der vorliegenden Entschließung nochmals den Versuch machen, der unter den schönsten Anzeichen soweit gediehenen Gründung auch weiterhin den Bestand zu sichern.
Seit fast drei Jahren haben wir in einer allseits anerkannten, vorbildlichen Weise, unter Hintansetzung aller profanen Gefühle und Empfindungen und unter bedeutenden Opfern materieller und anderer Art an dem Aufbau unseres Uhunestes gearbeitet.

Wir waren aufrichtigen Herzens ehrlich glücklich, unsere heren Absichten und Ideale in unserer feierlichen Sippung vom 2. Windmond a. U.72, mit der Überbringung der Gründungsbewilligung seitens unseres lieben Mutterreyches verwirklicht zu sehen.

Kaum war dieser feierliche Akt vorüber, hat in der selben Sippung der Oberschlaraffe und Mitgründer der Colonie Ritter PAPENHEIMER, ohne jedwede vorherige Fühlungnahme mit seinen Amtsbrüdern Ritter RASANT und Ritter TROP, die Eintracht und erhabene Festesfreude gestört und sich in offenkundige Gegnerschaft sowohl zu unserem hohen Mutterreych, als auch zum Gründer Ritter RASANT und zur Sassenschaft gestellt. In weiterer Folge hat Ritter PAPENHEIMER durch gänzlich unschlaraffisches Vorgehen und durch unfaire Beeinflussung einzelner Sassen offene Zwietracht und Gegnerschaft unter den Sassen verursacht.

Ritter PAPENHEIMER hat sich über die Ratschläge und Wünsche unseres Mutterreyches glatt hinweggesetzt womit jener Teil der Sassen, welcher für seine falsche persönliche Einflussnahme unzugänglich war, keinesfalls einverstanden sein konnte, sondern selbsverständlich in Treue am allschlaraffischen Gedanken und daher auch zu seinem hohen Mutterreyche hielt.

Diese muttertreuen Sassen, die nichts anderes taten, als ihr Treuegelöbnis an Allschlaraffia zu halten, dem hohen Mutterreych zu vertrauen und dessen Anordnungen zu befolgen, wenden sich hiemit nicht nur an das hohe Mutterreych, sondern auch an die erh. ALLMUTTER. Insbesondere aber an die allschlaraffischen Schiedsrichter mit der Bitte, unsere COLONIE AUF  DER  MAUER nicht einfach mit einem Federstrich aus dem Uhuversum zu streichen. Wir bitten zu bedenken, daß zu den muttertreuen Sassen fünf alte Schlaraffen zählen, die bereits durch eine lange Reihe von Jahren bewiesen haben, daß sie echte Schlaraffen sind und daß sich um diese eine Anzahl aufrechter, in Mauer sesshafter Männer geschart hat, die festen Willens sind, ebensolch gute Schlaraffen zu werden. Dieser gute schlaraffische Kern soll nun nicht zu seinem Hochziel gelangen, weil ein Einzelner, noch nicht Schlaraffe, (TAM ) seinen unschlaraffischen, persönlichen Ergeiz in unserem Kreise nicht befriedigen konnte. Weil sich ein einzelner Schlaraffe, Ritter PAPENHEIMER dazu hergab die Absichten TAM's zu decken und die seinen Zwecken dienende sogenannte TAMMPARTEI zu schaffen und in die Irre zu führen.

Die Parteigänger von Ritter PAPENHEIMER und TAM haben überdies in ihrer großen Mehrheit, ihren ständigen Wohnsitz in Wien und nicht in den Gemarkungen der Colonie Auf der Mauer. Trotzdem versucht Ritter PAPENHEIMER mit diesen Anhängern über die Köpfe der bodenständigen Sassenschaft hinweg die Gründung mit seinen Leuten zu erreichen, beziehungsweise unmöglich zu machen.

Durch dies an Beschluß des allschlaraffischen Schiedsgerichts auf Auflösung der Colonie, würden die ungeheuerlichen jeden schlaraffischen Geistes hohnsprechenden Umtriebe mit Erfolg gekrönt werden.

Dies veranlasst die Gefertigten im Namen der muttertreuen Sassenschaft die folgende Erklärung und einhellige Entschließung zu unterbreiten:

Die muttertreue Sassenschaft der COLONIE AUF DER MAUER bittet nochmals in letzter Stunde das hohe MUTTERREYCH AN DER KLAUSEN um nachdrückliche Fürsprache bei der erhabenen ALLMUTTER und beim allschlaraffischen Schiedsgerichte, damit dem wahren Sachverhalt entsprechend durch eine eventuelle Auflösung der Colonie den schlaraffisch fühlenden, bodenständigen Jungsassen nicht zu Unrecht das schlaraffische Leben genommen wird.

Beschlossen und gefertigt:

Mauer bei Wien, am 27. des Eismonds a. U. 73
Das Oberschlaraffat:           für das Kanzleramt:

RASANT e. h.                      TROP e. h.          KARPFELES e. h.

In einem Sendboten der hohen Mutter AN DER KLAUSEN vom 12. des Ostermonds a. U. 73 heißt es:

Da wir seit jeher auf den Standpunkt stehen, daß eine Auflösung der Colonie  AUF DER MAUER sicherlich nicht im Interesse Allschlaraffias gelegen ist, im gegenteiligen Falle hätten wir nicht so einen langen Leidensweg durchmachen müssen, versuchen wir jeden Weg der für uns, sowie für die muttertreuen Sassen nur halbwegs gangbar erscheint um vielleicht noch im letzten Augenblick die Auflösung zu verhindern. 

Wir haben mit den muttertreuen Sassen Fühlung genommen und in unserem Reyche die Angelegenheit besprochen und sind in der Lage Euch mitzuteilen, daß nach unserer Meinung unter den von uns genannten, im folgenden noch einmal zusammengefassten Bedingungen eine Aussöhnung der beiden Gruppen und eine ungestörte Entwicklung der Colonie möglich wäre.

Sowohl Ritter PAPENHEIMER, sowie Ritter TAM, müßten die Colonie verlassen.

Die verbleibenden Sassen der Gruppe Papenheimer geben die Erklärung ab, daß sie im vollem Einvernehmen mit den muttertreuen Sassen und unter Ausschaltung jeglicher Gruppenbildung an dem Neuaufbau der Colonie Ioyal mitarbeiten wollen. Diese Erklärung wäre am zweckmäßigsten mündlich in Eurer Gegenwart gelegentlich des von Euch mit der Papenheimergruppe in Aussicht genommenen Einrittes bei uns abzugeben.

Ritter RASANT hat erklärt, er werde sich im Interesse der Colonie von dieser zurückziehen.


Was die Eventualität einer freiwilligen Auflösung betrifft, so ist sowohl das Reych AN DER KLAUSEN wie die muttertreue Sassenschaft der Colonie entschieden gegen diese Art der Lösung. Da in einem solchen Falle alle Vorteile nur denjenigen zufallen würden, die an der Auflösung der Colonie die Hauptschuld tragen.

Es liegt nun an Euch, liebe Tochter, zu versuchen ob die Gegenseite zur loyalen Annahme oben genannten Bedingungen. geneigt ist, wir legen auf das "loyal" nach den üblen Erfahrungen, die wir mit der Gruppe gemacht haben, einen besonderen Nachdruck und ob die ALLMUTTER auf einen solchen Friedensschluß eingeht.

Wir wären sehr froh, wenn es Euch gelänge, die verirrten Schafe zurückzuführen und die Colonie zu retten.
Mit frohmütigen Lulus

Eure getreue AN DER KLAUSEN.

Es wurde in der Colonie AUF DER MAUER ein Vergleich angestrebt und letzlich hatten alle Bemühungen Erfolg. In einer Aufzeichnung der Oberschlaraffen der Colonie heißt es am 11. Ostermond a. U. 73

In der klaren Erkenntnis, daß wir noch immer auf dem Hauptgeleise uns befinden und unter Protest gegen Vorschläge, welche von Gruppen gemacht werden, die auf einen Nebengeleise auf gefahren sind, erklären wir uns trotz allem bereit, die verirrten Schäflein unter unsere Fittiche zu nehmen, mit Ausnahme derjenigen die wir an der Zersplitterung unserer Freunde für schuldig halten; das sind Ritter Papenheimer und Ritter Tam.
Zu unseren Leidwesen sind wir auch bereit, das Anerbieten unserer Herrlichkeit RASANT anzunehmen, daß ihm bis zur endgültigen, völligen Klärung dieser Angelegenheit ein Urlaub bewilligt wird.

Das Oberschlaraffat.


Ein Sendbote der hohen ALLMUTTER PRAGER an das hohe Mutterreych
AN DER KLAUSEN, am 13. des Brachmond a. U. 73

Innigstgeliebte Tochter AN DER KLAUSEN !

Der Allmutterrat hat Deinen Bericht vom 20. des Wonnemonds mit großer Freude zur Kenntnis genommen und drückt Dir seine Befriedigung über die Nachricht aus, die besagt, daß der Zwist, welcher die Sassenschaft Deiner Tochter, der Colonie AUF DER MAUER, in zwei gegnerische Lager geschieden, -beigelegt ist.

Wir hoffen mit Dir von ganzem Herzen, daß nun auf Grund des überall herrschenden guten Willens die Dinge in der jungen Colonie sich glücklich entwickeln werden und wir zu gegebener Zeit imstande sein werden, der Colonie die Sanktion zu erteilen.

Mit frohmütigen Lulus                              ALLMUTTER PRAGA.

DEVAST -e. h.                                                                                       REKURS - e. h.
Praga, am 13. des Brachmonds a. U. 73

 

Um die Ereignisse dieser schweren Gründungszeit abschließen zu können, will der Chronist zusammenhängend auch das glückliche Ende niederschreiben.
 

DER FRIEDENSSCHLUSS
 

ERKLÄRUNG!

1. Ritter PAPENHEIMER zieht mit Bedauern sämtliche gegen die Ritter des Reyches AN DER KLAUSEN und der COLONIE AUF DER MAUER erhobenen Anklagen zurück. Die Vertreter des Reyches AN DER KLAUSEN und der  COLONIE AUF DER MAUER nehmen dies gerne zur Kenntnis und es wird auch die gegen R. PAPENHEIMER erhobene Anklage zurückgezogen.

2. Die Vertreter des Reyches AN DER KLAUSEN, wie die COLONIE AUF DER MAUER, erklären, daß es in beiderseitigen Interesse wünschenswert wäre, persönliche Berührungen im Reyche AN DER KLAUSEN, wie in der COLONIE AUF DER MAUER zu unterlassen. Beide Teile würden es jedoch mit Freuden begrüßen, wenn diese Verhältnisse sich bessern würden.

Praga, den 10. Christmond a. p. 73                                       
WOLFRAM m. p.        XENION   m. p.                 PAPENHEIMER m. p.
TROP      m. p.           STOPPEL m. p.
REKURS m. p.           1 X 1 m. p.

Als Retter des Reyches wurden für alle Zeiten vermerkt:

Die Ritter
VK . 1 x 1 der h. Praga,
Eb-Hkt.            UNSER HUM, und
Eb. Hkt.           STOPPEL der h. Vindobona,
K                     FÜRST BENZIN, der h. Kremisia Wachaviae,
Hkt. WOLFRAM, sowie
CR. C3 H8 O3, und
RT.   HANNES II. des hohen Mutterreyches AN DER KLAUSEN

Ganz besonders aber hat sich die Erbherrlichkeit FICHTE der hohen Allmutter Praga bei der Bereinigung des "Bruderzwistes" für die Colonie: Auf der Mauer und deren Fortbestand eingesetzt.

Diese schwere Zeit ging vorüber Uhu schützte das Werden der Colonie und es kam zu einer, von echtem Schlaraffengeist getragenen Aussöhnung.

Die Sippungen entwickelten sich reibungslos und die Einritte ließen nichts zu wünschen übrig. Im Laufe der Zeit erhielt die Colonie einen Ruf der die Sassen nur erfreuen konnte. So begann man mit immer größerer Begeisterung den schlaraffischen Gedanken in den Sippungen zu fröhnen und es herrschten viele frohe Feste im Reyche vor.

Es stand der Reychswerdung der Colonie nun nichts mehr im Wege.


Die erste Sippung

Am 2. Wonnemond a. U. 73 ( prof an 1932 ), konnte dann in der ersten gemeinsamen Sippung die ordnungsgemäße Wahl der Würdenträger durchgeführt werden.

Zu Oberschlaraffen wurden gewählt die Ritter AUSWENDIG, der Allesvergaser, TROP von der Lethe und VONGRATZ das Tamkind. Unter Führung der Herrlichkeiten DINGFEST und PÄDAGOGERL, sowie des vieledlen Ritters XENION war-begeistert begrüßt, ein stattliches Fähnlein wackerer Recken des Mutterreyches eingeritten.

Die neu gewählten Herrlichkeiten und Würdenträger der entstehenden Colonie leisteten in die Hand von Herrlichkeit DINGFEST die feyerliche Angelobung.


Die  zweite Sippung der neuen Colonie

Auf der Mauer, 3. Lethemond a. U. 73 Nach der Sommerung und ihren
Crystallinen, fanden sich zur 2. Sippung der Colonie 20 Sassen ein. Während der Schlaraffiade fungierte Herrlichkeit- TROP von der Lethe und es wurden über seinen Antrag unterstüzt - durch entsprechende Anträge des vieledlen Ritter KARPFELES und des Ceremonianmeisters Ritter BURSCHERL, Pönen für unentschuldigtes Fernbleiben - sowie Rostraschwenzer, festgesetzt.
Die nachfolgende Sippung wurde durch Herrlichkeit VONGRATZ geleitet und zeigte die reiche Vortragsfolge, daß die Sassen über die Sommerung Zeit und Muse gefunden hatten sich für die Winterung zu rüsten.
Zu aller Sassen Freude war auch der überwachende Ritter C3 N8 O3 eingeritten, um sich davon zu überzeugen, daß die Colonie die Sommerung gut überstanden hat.


Auf der Mauer, am S. Windmond a. U. 73
Einladung zur Gründungssippung
R. G. u. H. z. !

Erhabene Allmutter!
Innigstgeliebte Mutter An der Klausen!
Liebe Schwesterreyche und Colonien!

Sei Euch kundt und zu wissen, daß unsere für den 24. Lethemond anberaumt gewesene


GRÜNDUNGS - Sippung

nunmehr endgiltig am 14. Windmond a. U. 73, in unserer ENGELSBURG in Mauer bei Wien, (Park-Cafe, Kirchengasse 4) Glock 20, vollzogen wird.

Die tristen profanen Verhältnisse zwingen uns, diese Gründungssippung in bescheidenen Rahmen in unserer Burg abzuhalten, wozu unsere herzlichste LADUNG ergeht, in der zuversichtlichen Erwartung, auch von Euch ein Fähnlein bei unserer Festsippung begrüßen zu können.

Mit weinbergfröhlichen Lulu!

Das Oberschlaraffat:               Das Kantzlerambt:
Auswendig e. h.                      Karpfeles e. h.
Trop e. h.                  
Vongratz e. h.

 

Am 14. Windmond a. U. 73 wurde in der 8. Sippung der Colonie die Gründungsfeier darselben, gar feierlich zelebriert.

Die GRÜNDUNGSFEIER DER COLONIE AUF DER MAUER !

Zu einem echt schlaraffischen Feste gestaltete sich die von den Herrlichkeiten TROP und VONGRATZ geleitete erste Gründungsfeier. Unter nicht endenwollenden Beifall der Sassen der Colonie und der 64 eingerittenen Recken der Reyche und Colonien AM BÄRENWALL, AM WOGENRAIN, KREMISIA WACHAWIAE, BILITIA, AQUAE THERMAE, VINDOBONA, LINZIA und des Mutterreyches AN DER KLAUSEN, erfolgte durch Erbherrlichkeit DINGFEST des Muttsrreyches, die formelle Übergabe der nunmehr endgiltig fertiggestellten Engelsburg an die Colonie.

Die unter Leitung des Ritters C-MOLL der hohen An der KLAUSEN und unter Mitwirkung unserer Sassen, Ritter MALEUCH-WAS und Ritter DOHLE, ausgestaltete Burg, -deren Werdung nicht zuletzt auch dem Entgegenkommen unseres HOSPES - Herrn Ladner zu danken ist, strahlte im festlichen Glanze, unsere ENGELSBURG. Neuerlich gelobte die gesamte Sassenschaft der Colonie feierlichst Treue zu Allschlaraffia.

Mit besonderer Freude wurde ERBHERRLICHKEIT UNSER HUM - der hohen VINDOBONA begrüßt.

Zahlreich waren die Geschenke die der Colonie gegeben wurden. Mit warmen Worten und von Begeisterung getragen, dankte Herrlichkeit TROP für all die Liebe und Treue. Die Zugehörigkeit zu ALLSCHLARAFFIA wurde durch das Absingen des Liedes " LULU PRAGA " gar feierlich dokumentiert. Es war ein schönes Fest, getragen von der Liebe zu UHU !


Die Engelsburg des hohen Reyches AUF DER MAUER

Überall wo Schlaraffen UHU ein Nest bauen sind vielfältige Kräfte am Werk um dieses Nest schön und schlaraffisch zu gestalten.

Der Colonie AUF DER MAUER zur Verfügung stehende Raum im ersten Stock des Parkaffees, war für den gedachten Zweck wie geschaffen und doch hat wohl keiner der Sassen vermutet welch - architektonisch schönes Bauwerk der hohe, einfach weißgetünchte, saalartige Raum eigentlich darstellt.

Aus diesen einfachen Raum hat Ritter C-MOLL des hohen Mutterreyches eine wahrhafte schlaraffische Schatzkammer geschaffen. Eine echt schlaraffische Tat moderne Formen wurden in ein dem Zweck voll angepasstes Gewand gekleidet und durch entsprechende Farbengebung die bauliche Konstruktion des Raumes mit seinen Gewölben zur Geltung gebracht.

Damit wurde aber auch jede Eintönigkeit vermieden und der hohe Raum erscheint nun mehr durchaus wohlproportioniert. Aus dem leeren, einfach scheinenden Gemach ist eine Burg UHUS entstanden die sich im Uhuversum sehr schnell einen guten Namen gemacht hat.

Unser Klexer MAL-EUCH-WAS und DONLE haben den leeren Wänden echt schlaraffisches Gepräge gegeben. Auch für kommende Geschlechter wird das große Wandbild über der Burgpforte Zeugnis von den Erzschlaraffen künden und die Tradition festigen. Die farbenfrohen Fresken an der linken Seitenwand geben der Burg einen belebenden Abschluß oberhalb der dunklen Wandverkleidungen.

Nicht vergessen darf man der wertvollen Unterstützung durch die Ritter Herrlichkeit TROP, den vieledlen Ritter KARPFELES, Ritter BURSCHERL und Ritter ENZIAN, die persönlich große Opfer für die Ausschmückung der Burg gebracht haben.

Das verständnisvolle Eingehen des Hospes Herrn Ladner, auf die Wünsche der Schlaraffen und die wertvolle finanzielle Unterstützung, - hat mit dazu geführt alle Schwierigkeiten aus dem Weg zu räumen.

So zeigt sich denn die ENGELSBURG den einreitenden Rittern, Junkern und Knappen, sowie denen eingeführten Gästen in einem gar freundlichen und anheimelden Gewand. Sie bildet einen würdigen Rahmen für die allwöchendlichen Sippungen und schlaraffischen Feste.


Der erste Ausritt der Colonie ins Uhuversum

Am 3. des Christmonds fand in der Colonie AM  BÄRENWALL die Sanktionsfeier statt. Diese gar seltene Gelegenheit einen Einblick in große schlaraffische Festlichkeiten zu erhalten, wurde von der jungen Colonie mit Freuden aufgegriffen.

Mit einem Stinkbus wurden ab Park Cafe, 13 Sassen und nicht weniger als acht Burgfrauen unter Führung der Herrlichkeiten  Auswendig, Trop und Vongratz, nach den profanen Berndorf befördert.

In den Gemarkungen der hohen Mutter AN DER KLAUSEN wurden noch die Sassen des Mutterreyches aufgenommen.
Unvergesslich wird wohl allen Eingerittenen der festliche Glanz der gewaltigen Burg, das schlaraffisché Gepräge und die Begeisterung beim Einzug des Botschafters der hohen ALLMUTTER PRAGA -bleiben.

Um die Mitternachtsstunde wurde der Rückritt in fröhlichster Stimmung angetreten, der auch der dichte Nebel, der ein sehr vorsichtiges und langsames Fahen des Stinkbuses als notwendig erscheinen ließ, nicht beeinträchtigten. Dieser große gemeinsame Ausritt war sicher ein voller, das Zusammengehörigkeitsgefühl stärkender, Erfolg.

UHU 74 - 1933

DAS 1. UHUBAUMFEST AUF DER MAUER
 

Am 5. Eismond. a. U. 74

Die 15. Sippung wurde im Zeichen des Uhubaumfestes abgehalten und waren bei derselben die Burgfrauen und eingeführte Gäste anwesend. Die Mutter AN DER KLAUSEN entsandte ihre Herrlichkeiten ZEMENT und WOLFRAM, den Vieledlen R. XENION, den Ceremonienmeister Ritter C3 H8 O3, sowie die Ritter DENTE und UETO , vom hohen Reyche AM WOGENRAIN war Ritter PAULUS, vom h. Reyche AQUAE THERMAE Ritter ALBERT, und vom hohen Reyche Am BÄRENWALL der Junker KURT eingeritten. Herrlichkeit Auswendig, welcher dem ersten Teil der Feier vorsippte, leitete das UHUBAUMFEST mit einer würdigen Ansprache an die Sassen, die eingerittenen Recken und die Burgfrauen, sowie die Gäste, ein.

Reichlicher Dank wurde den Sassen und ihren Burgfrauen gespendet, die zur Verschönerung der Burg und des Festes beigetragen hatten.
Den zweiten Teil der Festsippung als Neujahrsfeier, sippte Herrlichkeit VONGRATZ vor, der in seiner Ansprache des Jahreswechsels gedachte.
Reich waren die Geschenke die die Sassen der Colonie spendeten. Kantzelar Vieledler KARPFELES überreichte mit  freundlichen Worten ein SZEPTER, Ritter BOHRFEST sorgte für eine würdige Sitzgelegenheit der fungierenden Herrlichkeit durch Beistellung eines wunderschönen antik gehaltenen Thronsessels, Reychsschatzmeister SCHMETTERLING stiftete einen herrlichen Ornat für den Ceremonienmeister, der Gestrenge Ritter DIDELDUM spendete einen Notenständer, die Rittter EISERN , LOSE, und USINGER, demnach die gesamte Opposition, schenkten eine Sippungstafel und Junker HEINRICH stellte sich mit einen selbst gemalten Bild ein. Der Gabentisch war also sehr, sehr reich bestellt.

Die vielen Schmuspausen wurden durch Junker FRIEDL begleitet von einem Pilgrim am Clavizimbl, durch die Klänge seines Seufzerholzes zu aller Freude ausgefüllt. Es war alles im Allem ein sehr gelungenes Fest im Sinne schlaraffischen Geistes.

DIE 23. SIPPUNG

Am 7. Hornung a. U. 74

BURGFRAUEN - Sippung !

Einmal in der Jahrung soll denen Burgfrauen gezeigt werden wie SCHLARAFFEN fern der Heimburg den Uhutag verbringen. Die Colonie wollte und sollte nicht zurückstehen und hatte sich für diese Sippung besonders gerüstet. Nicht nur die eigenen Sassen waren eifrig am Werk, sondern auch die zahlreich eingerittenen Freunde aus den benachbarten Reychen waren eifrig am Werk. Auch sie trugen ihren Teil zum Gelingen Festes bei.
Die Herrlichkeiten AUSWENDIG und VONGRATZ lösten sich in der Funktion ab.

14 Sassen der Colonie, 6 Ritter befreundeter Reyche, 6 Pilgrime und zahlreiche Burgfrauen füllten die Burg.
Burgfrau Dideldum sang, begleitet von Ritter DIDELDUM am Klavizimbl, zu aller Freude-Lieder von Ehrenschlaraffen  E R L K Ö N I G und Junker FRITZ II. leitete die Vortragsfolge dann mit einem Prologerl ein. Die Opposition vertreten durch ihren prominenten Ritter E I S E R N , wiedmete den Burgfrauen passende und nichtpassende Worte. Junker FRITZ II. winselte auf seinem Seufzerholz. Ganz besonders lebhaften Beifall fanden die äußerst humoristischen Berichte des Ritters O -SO-LAMI des hohen Mutterreyches AN DER KLAUSEN, über die Gründung der Colonie AUF DER MAUER unterstützt durch ein reiches Bildmaterial. Ein Lichtbildervortrag ausgezeichneter Qualität.

Junker KURT des hohen Reyche  AM BÄRENWALL, fand großen Beifall mit seinen Gesangsvorträgen mit Selbstbegleitung am Klavizimbl. Unser Ritter K A N N S erfreute besonders die Burgfrauen mit dem Vortrag "Im Pyjama".
Der Uhutag  war sicherlich als ein voller Erfolg der Colonie zu buchen.


DIE 25. SIPPUNG
 

der Colonie Auf der Mauer
13. Lenzmond a. U. 74

Die Funktion hatte Herrlichkeit VONGRATZ.
Anwesend waren 18 Sassen, eingeritten waren Ritter PAULUS des hohen Reyches AMM WOGENRAYN, Ritter KARNIKEL des hohen Reyches GRAZIA, Ritter MEHR-C-D-S  des hohen Reyches AQUAE THERMAE und Ritter PURZL des hohen Mutterreyches AN DER KLAUSEN. Außerdem zwei Pilgrime.

An Stelle des aus profanen Gründen, seine Würde aIs Ceremonienmeister zurücklegenden Ritters BURSCHERL, wurde Ritter HE-RUCK zum Ceremonienmeister gewählt. Ritter BURSCHERL wurde seitens der fungierenden Herrlichkeit, der Dank des Reyches ausgesprochen und der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß er auch in fernen Landen sein angestammtes Reych nie vergessen möge.

Eine besondere Freude wurde der Colonie dadurch zuteil, daß Ritter des Mutterreyches und des hohen Reyches AQUAE THERMAE, nähmlich der Ritter PURZL von AN DER KLAUSEN, sowie der Ritter ALBERTI vm h . Reyche  AQUAE THERMMAE sich in der Colonie sesshaft  meldeten.

Die Wogen der Gründungsschwierigkeiten hatten sich nun geglättet und fast war alles in Vergessenheit geraten, als eine neue Beschwerde gegen die Colonie die hohe Allmutter PRAGA befaßte. Das hohe Reych Vindobona hat beim Sekretariat der Allmutter Beschwerde eingelegt, daß Sassen die in den Gemarkungen des Reyches Vindobona ihren Wohnsitz haben sich in der Colonie Auf der Mauer matrikulieren ließen. Diese Beschwerde wurde aber von der ALLMUTTER abgelehnt. In einen Sendboten an die hohe VINDOBONA schreibt das Sekretariat der ALLMUTTER am 2. des Lenzmondes a. U. 74:

Innigst geliebte Tochter Vindobona!

In Deinen Sendboten vom 11. Hornung weist Du darauf hin, daß in der Stammrolle der Colonie AUF DER MAUER , welche in derer Schlaraffenzeitung  veröffentlicht wurde, Sassen eingereiht sind, welche nicht innerhalb der Gemarkungen der Colonie AUF DER MAUER wohnen, sondern ihr Domizil in Wien, also innerhalb Deiner Gemarkungen haben. Du erhebst in Deinem Sendboten gegen die Weiterführung der in Wien wohnenden Sassen der Colonie Einspruch.

Dieser Einspruch aber kommt zu spät. Die Colonie Auf der MAUER erhielt, wie die Botschaft der ALLMUTTER vom 31. des Lenzmonds a. U. 72 kündet, nachdem die 60 tätige  Einspruchsfrist längst abgelaufen war, ohne daß von irgendeiner Seite ein Einspruch erhoben worden wäre, ihre Gründungsbewilligung. Hiemit ist auch die Sesshaftigkeit aller Sassen in der Colonie als zu Recht bestehend ausgesprochen.

Alle, die von Dir angeführten Sassen  der Colonie auf der MAUER , welche in Wien wohnen, das sind die Ritter  VONGRATZ , Ritter DIDLDUM, Ritter AQUARETTO, Ritter KARAT und Ritter PFIFFIG - sind bereits in der Schlaraffenzeitung No. 648 vom 1. des Ostermonds a. U. 72 veröffentlichen Stammrolle  der präsumptiven Erzschlaraffen enthalten.

Auch die Junker FRITZ I, FRITZ II. und Junker HEINRICH gehören der Kolonie vor  der ergangenen Gründungsbewilligung an. Auch ihre Aufnahme  wurde in der der   Schlaraffenzeitung kundgegeben.

Betreffend Ritter BURSCHERL haben wir  an die Mutter der Colonie die Anfrage gerichtet, ob dieser Sasse tatsächlich nach Bregenz übersiedelt ist, was uns bisher nicht gemeldet wurde.

Da Dein Einspruch nicht innerhalb der spiegelgemäßen Frist von 60 Tagen, die in diesem Falle sogar auf 90 Tage ausgedehnt war, kann ihm nicht mehr stattgegeben werden. Er ist nunmehr  unwirksam.

Selbstverständlich steht es Dir frei, gegen jede weitere Aufnahme eines in Deinen Gemarkungen wohnenden Prüflings, in ein in Deiner  Umgebung liegenden Reyches Einspruch zu erheben. Diesem Einspruch wird  dann gewiß von hier aus stattgegeben werden.

Mit frohmütigen Lulus

ALLMUTTER   PRAGA.

Praga am 2. des Lenzmonds a. U. 74
 

Die Geschehnisse in der jungen Colonie machten es verständlich, daß sich nur schwer ein Profaner entschließen konnte in dieser innerlich noch nicht gefestigten schlaraffischen Gründung, als Prüfling einzutreten.

Wenn trotz allem aber doch sich Einer fand, der den Gefahren, die sich ihm auf dem schlaraffischen Lebensweg entgegenstellten, die Stirn  bot so zeugt dies von männlichen, echt ritterlichen Mut und unzweifelhafter, allerdings noch unterentwickelten schlaraffischen Fähigkeiten und Gesinnung.
So steht es in den Aufzeichnungen der Colonie, als am 3. des Ostermond a. U. 74 der Hauptmann a. D. Inspektor der städt. Straßenbahnen Franz Bretschneider, - als Prüfling angemeldet wurde.

Am 6. des Windmonds a. U. 74 wurde dann sotaner Prüfling als Knappe No. 10 in Allschlaraffia aufgenommen.

DIE 29. Sippung - 1. RITTERSCHLAG
 

am 10. des Ostermonds a. U. 74

Funktion Herrlichkeit AUSWENDIG,
später, Herrlichkeit VONGRATZ.

In Anwesenheit von 23 Sassen und einem Prüfling, ferner zahlreichen Gastrecken aus nah und fern wurde der

feyerliche erste R I T T E R S C H L A G

in der Colonie AUF DER MAUER - zelebriert. Ritter DIDELDUM gab dieser Weihestunde durch Lieder von Hugo Wolf die richtige Stimmung, die sich, auf die Erhebung wartenden Junker, entsprechend übertrug.
Junker FRITZ, selbst vor dem Ritterschlag stehend fand auf dem Seufzerholz die zu Herzen gehenden Töne. So wurden nach einer gar feyerlichen Ansprache der fungierenden Herrlichkeit, dem Spiegel und Ceremoniale gemäß, die Junker
FRITZ I. - zum Ritter ENZIAN das almberauschte  Sonntagskind,
FRITZ Il. -zum Ritter FRIEDL - mit der Fiedel,
OSKAR  - zum Ritter MEDIZYNIKUS - der Sataniker, und Junker
HEINRICH zum Ritter  MAL EUCH WAS - der Mutige geschlagen.

Mit frohmütiger Begeisterung und schlaraffischer Herzlichkeit wurden die neuen Ritter von den Sassen der Colonie auf genommen.

Vortreffliche Vorträge der eigenen und eingerittenen Sassen bildeten den Rahmen der Festsippung, die sich bis in die späten Nachtstunden hinzog.

Nicht zu letzt gebührt herzlicher Dank für die Werdung junger, wackerer Ritter, der unermüdlichen Schulung im Geiste Uhus, dem Junkermeister Ritter DIDELDUfM.


DIE  BEWAFFNUNG !

Wie es streitbaren Recken ziemt, tragen auch die Sassen unseres Reyches gar fürchterliche Waffen.

Für die griffbereit zum Waffengebrauch an den Wänden unserer Engelsburg hängenden Angriffswaffen und Verteitigungswerkzeuge, sorgte in umsichtiger Weise der Kantzelar Ritter KARPFELES, indem er in seiner Waffenschmiede in mühseliger Arbeit gar blitzende und klingende Schwerter fertigte.

Desgleichen trug er für die Bewaffnung der Junker Sorge. Ein ganzes Arsenal spitziger Dolche steht auf dem Junkertisch zum jederzeitigen Gebrauch bereit.

Für die Knappen spendete der Ritter KNOCK OUT -des hohen Reyches VINDOBONA, fürtreffliche antike Partisanen.

Ein Wort noch über die gar eigenartige Bewaffnung der Sassen der Opposition. Wie diese Gesellen stets und immer etwas besonderes und anderes haben müssen und nie mit dem zufrieden sind was denen Sassen ansonsten recht erscheint, haben sich die Recken der Opposition für ihre Zwecke geeignete Waffen zugelegt.

An Stelle der Ritterschwerter tragen sie dräuende an Ketten hängende Morgensterne. Als fürchterliche Gewaffen aber haben sie, eine von Ritter USINGER unter Lebensgefahr erzeugte Kardaune, mit der sie gefährliche Schüsse auf den Thron abzugeben vermögen und ihre aufrührerischen Reden unterstützen.


DIE ZWEITE STAMMROLLE!

296. COLONIE  AUF DER MAUER. ( Mauer bei Wien. )

W ü r d e n t r ä g e r

Oae - AUSWENDIG - der Allesvergass-er, ( Preussler Ernst, Ing. Chemiker, Rodauner Zementfabrik, A. G. Waldmühle. )OR
OJ - nicht besetzt,
OK - VONGRATZ das Tamkind, Ez, OR. ( Trslde Wilh. Sekretär der gewerblichen Geschäftstelle im Parlament, Wien VII. , Urban Loritzplatz
K - KARPFELES, fischt frische Fische , C -MR, A. Frank Emil, MMaj or d. R Verwalter der Perlmoser Zementfabrik A. G. Kaltenleutgeben.
M - S C H W I T Z B O L D der Schwarzwälder, Ez, OR. Rumpold-Rumfels Friedrich Generalmajor d. R. Schwarzwaldgasse 4  
J - D I D E L D U M der Flüsterer, Ez. OR. (Prasch-Cornet Rudolf, Konzertsänger und Gesangspädagoge, Wien 7. , Lindengasse 4 )
SCH - S C H M E T T E R L I N G der Bedackelte, Ez. OR. ( Reitmayer Franz Hauptmann a. D Regierungsrat im Bundeskanzleramt.
Leipzigerstraße 23)
C - HE- R U C K  ans geht no, Ez. Sm. ( Glisch Edmund Stadtbaumeister, Lisingerstr. 22 )

Sesshafte Ritter.

A L B E R T I der Medizyniker, (Belai Augustin Dr. Arzt, Waldsanatorium Perchtholdsdorf, )

A Q U A R E T T O mit der Pipe, Ez., ( Wagner Ernst, akad. Maler, Architekt, Wien 13. , Maxingerstr, 16 )

B O H R F ES T der Hundling, Ez., ( Zimmer Martin, Zahntechniker, Langegasse 67 )

B U R S C H E R L der Schand-arm, E z., (Schenk Rudolf, Gendarmerie-Wirtschaftsinspektor, Wienerstr. 10)D O H L E der Klexer, H. ( Kafka Josef, Kunstmaler Perchtholdsdorf, Dr. Pokornygasse 2 ),

E I S E R N der Unermüdliche, Ez. OR. SR. Rp, (Reiner Wilh. Professor, Langegasse 113-115)

E N Z I A N das almberauschte Sonntagskind, (Bähre Fritz, Ing, Maschinenfabrikant, Wien 7, Oppelg. 9)

F R I E D E L mit der Fiedel, (Rektenwald Fritz jun. Kapellmeister, Wien 10. , Rothenhofgasse 34 )

H U F E I S E N der Dachreiter, Ez. W-A, Rp., ( Schuöeker Franz, Architekt und Stadtbaumeister, Dr. Kühneg. 12)

K A N N ' S - stets auch auswendig, MD., (Sommer Josef, Hauptmann a. D. Inspektor des Postsparassenamtes, Langegasse 26)

L O S E  -van der Goschen, Ez., (Aust Erwin, Chefmathematiker Marktgemeindegasse 16 )

M A L   E U C H   W A S der Mutige, T., ( Wassmuth Neinrich, akad. Maler, Wien13. , Ant. Langergasse 33)

M E D I Z Y N I K US ' der Sanatiker, Z., (Mautner Oskar, Dr. med. Chefarzt und Besitzer des Waldsanatoriums Perchtoldsdorf.

M U S S  -  I - K U S S Ez., (Rfauntz Franz, Disponent der Maschinenfabrik Schwanenstadt, Atzgersdorf, Schulgasse 3 )

P F I F F I G der Listreiche, Ez., (List Karl Dr. Rechtsanwalt, Wien, 6. , Getreidemarkt 13 )

P F U I - der Teufel, F., (Fünkh Herrmann, Dr. Lainz, Jagdschloßgasse 15)

P U R Z L  - der Praterspatz, Urs., (Schenk hans, Braumeister, i. R. Perchtholdsdorf, Nochstr . 8)

T R O P - von der Lethe, Ez. OR., ( Paschke Viktor, Direktor , Oelzeltgasse 15 )

U S I N G E R- der Uzer, Ez. Rt., ( Böhm Paul, Kaufmann, Perchtholdsdorf, Wienerstraße 45 )

W A S S E R N Ö C K - das Sclankerl, T., ( Heller Julius Dr, Kaltenleutgeben, Sanatorium Winternitz, )

AUF DER MAUER, a. U. 74/75


DIE 32. SIPPUNG
 

Auf der MAUER, am 2. des Lethemonds a. U. 74

Funktion Herrlichkeit A U S W E N D I G,
später Herrlichkeit V O N G R A T Z.

Nach der Sommerung versammelten die Sassen zu Beginn der Winterung zum ersten Male wieder. 19 Sassen der Colonie waren dem Rufe UHUS gefolgt. Es war selbstverständlich, daß der überwachende Ritter C3 H8 O3 des hohen Mutterreyches anwesend war.
Wie nicht anders zu erwarten, nahm einen Großteil der Sippung die Schlaraffiade in Anspruch. Doch auch die Kampfeslust schien sich während der Sommerung aufgespeichert zu haben und ersehnte scheinbar nur den 8eginn der schlaraffischen Arbeit, denn nicht weniger als vier Forderungen zu gar blutigem Zweikampfe folgten.

Daß auch während der Sommerung Schlaraffia nicht vergessen wurde, bewiesen die Ritter WASSERNÖCK und Ritter USINGER mit ihren Vorträgen zur Begrüßung, - und die Herrlichkeit AUSWENDIG in ganz hervorragender Weise, mit seinem Vortrag "Nachruf zur Sommerung ".

Eine neue Periode wurde mit Beginn der Winterung, des schlaraffischen Weiterlebens a. U. 74/75 begonnen, nähert sich doch die so heiß ersehnte Sanktion.

Allmutter PRAGA erfreute die Colonie AUF DER MAUER am 14. des Lethemonds a. U. 74, durch die Beantragung der Sanktion. Die letzte Prüfungszeit hatte begonnen.

In der Botschaft der hohen ALLMUTTER heißt es:

Unter Hinweis auf den § 38 des Spiegels zeigt
ALLMUTTER PRAGA

die beantragte SANKTIONIERUNG der COLONIE AUF DER MAUER an.
PRAGA, am 14. des Lethemonds a. U. 74
ALLMUTTER PRAGA
DEVAST, SCHNITZL .

Die Nachricht über die Beantragung der Sanktion der ALLMUTTER PRAGA, wurde getrübt durch den einige Tage später erfolgten Ahalla Ritt der Erbherrlichkeit UNSER DEVAST der GROSSE, der ALLMUTTER PRAGA.
Das ganze Uhuversum trauerte tief um diesen echten, großen Schlaraffen.

 

DIE 37. SIPPUNG
 

Auf der Mauer, am 6. des Windmonds a. U. 74

Funktion Herrlichkeit AUSWENDIG.

In Anwesenheit von 18 Sassen und zahlreichen Gastrecken aus nahen und fernen befreundeten Reychen, wurde zunächst der ambtliche Teil in der Schlaraffiade der Erledigung zugeführt.

Der Prüflinge BETSCHNEIDER wurde gekugelt und sogleich als Knappe 10 eingekleidet.

Der Fungierende begrüßte den jungen Sassen mit herzlichen Worten, was diesen veranlasste einen Monolog aus Körners  Schauspiel " Z r i n y n " zum Vortrag zu bringen.

Eingeleitet durch einen musikalischen Vortrag des Ritters M e d i z y n i k u s und durch ein Melodram
des Ritters W a s s e r n ö c k , begleitet vom  Ritter M u s s - i - K u s s am Klavizimbel, hielt sodann
Herrlichkeit A u s w e n d i g eine formvollendete Gedächtnisrede für die in Ahalla eingerittenen Sassen des Uhuversums.

Zum ewigen Gedenken vermerkt gehört auch eine Rede de Ritters- C3 H8 O3 unseres Überwachungsritters, der den Ahallaritt des großen Schlaraffen UNSER DEVAST des hohen Allmutterreyches, in bewegten Worten würdigte. Die Sassen der Colonie und die eingerittenen Gastrecken verharrten in stillen Gedenken in einer Minute des Schweigens.

Bei der Einkleidung des Prüflings B r e t s c h n e i d e r zum Knappen No. 10, sorgte Ritter C3 H8 O3 für einen gelungenen Uhublitz:
Kleider machen Leute, aber die Rüstung noch lange keinen SCHLARAFFEN.


DIE 39. SIPPUNG

Auf der Mauer, am 20. des Windmonds a. U. 74

Funktion Herrlichkeit AUSWENDIG.

Feuchtfröhliche Lethesippung in Anwesenheit von 18 Sassen  und 10 Gastrecken aus nah und fern, die nur durch die Nachricht vom Ahallaritt der Erbherrlichkeit UNSER DEVAST der GROSSE getrübt wurde. Die Trauersippung wurde gemeinsam mit dem hohen Mutterreych abgehalten.
Wie bei deren Schlaraffen üblich, trat nach dem treuen Gedenken schnell die Fröhlichkeit wieder hervor, psssende Vorträge brachten Ritter K O N T E R F E Y  über "Weißer und roter Wein"!, und Ritter

H U F E I S E N  Dialekt über die Welteislehre mit besonderer Beziehung auf den Mars. Was dann den fungierenden veranlaßte dem Vortragenden den Auftrag zu erteilen, demnächst in gleicher Art die Venus zu behandeln. Hiezu bemerkte Ritter H E R U C K, daß es doch vorteilhafter sein dürfte diese Venusbehandlung doch einem jüngeren Ritter zu übertragen.

Auf der Rostra erschienen weiters die Ritter S C H M E T T E R L I N G und E N Z I A N  die den Sassen über die Lethe erzählten.

In vorgerückter Stunde wurde die Sippung offiziell geschlossen und zur Burgfrauensippung erklärt. Unter hellem Jubel ritten nun acht Burfrauen ein.
Über Aufforderung der Herrlichkeit A U S W E N D I G klärte Ritter O-SALAMI des hohen Mutterreyches die BURGFRAUEN über Sinn und Zweck der Sippungen auf, worauf Ritter KANNS Dialektvorträge folgen ließ. Selbst Ritter MAL EUCH WAS deklamiert mit einem, bei ihm sonst nie beobachtetem Eifer und Begeisterung. Im folgen dann die Ritter Enzian Schmetterling, Eisern, Dohle, Kanns und Knappe 10.

Die reiche Vortragsfolge veranlasst Herrlichkeit AUSWENDIG für die vielen dargebrachten Opfer zu danken, was wiederum die Opposition veranlaßt, durch Ritter EISERN dem Thron ein Trank und Stankopfer zu bringen.

Nun übernahm Burgfrau KARPFELES die Funktion am Thron, unterstützt von zwen Recken der Opposition und schwang gar launig das Szepter. Die Höhe erreichte der Vortrag des Vieledlen KARPFELES in urwüchsiger Art, begleitet mehr laut als harmonisch, von Herrlichkeit AUSWENDIG am Klavizimbel.

Erst in später Nachtstunde wurde die durchaus gelungene Lethesippung geschlossen.


DIE 40. SIPPUNG
 

Auf der Mauer, am 27. des Windmond a. U. 74

Ton und Geisterheroensippung
Funktion Herrlichkeit VONGRATZ.
Anwesend 16 Sassen,
Eingeritten:
CM. Rt. LOSE
Rt. DIDELDUM
Rt. WERDA, alle vom h. Reyche VINOOBONA,
Rt. WAGEMUT, vom h. Reyche OLOMUCIA.

V o r t r ä g e
Ritter HUFEISEN, aus Huckebeins Werken.
Ritter DIDELDUM, Lieder v:om Rt. Erlkönig "Das Wandern"
Franz Liszt  "Es muß was Wunderbares sein"
Ritter WAGEMUT " Gedicht- " Hab kein Interesse "
Ritter USINGER, Gedichte -"Die Virgienier", "Inspiriert und Einsamkeit'"
Ritter SCHWITZBOLD, " Die Virgenier und die alte Zeit",
Ritter KANNS, Weihelied, Gedicht v. R. Faust,
Knappe 10 mit Ritter KANNS: Einen Sketsch "Die RÄUBER"
Hkt. AUSWENDIG, - Mundartgedicht
Ritter KARPFELES, "Die Bürgschaft" in Schüttelreimen.

Als Nachtrag zur Tonheroensippung soll über die Stellung Schlaraffias zur Kunst gesprochen werden.
Die Schlaraffia hat die Pflege der Kunst zu einen ihrer Grundpfeiler gemacht, in der sicheren Erkenntnis, daß der Mensch sich um so mehr veredelt, je tiefer sich der Sinn für Kunst in ihm entwickelt.

Der Idealismus ist es auch, der uns zum wahren Kunstgenusse führt. Denn nur wer ein Ideal in sich trägt, vermag wirklich künstlerisch zu genießen.
Gerade durch diese tätige Mitwirkung, durch dieses sich Einfühlen in die Kunst wird ein besonderes Glücksgefühl erzeugt, was uns Schlaraffen so wunderbar ausfüllt.

Die Tonheroensippung wurde gar feierlich mit dem Absingen des Schlußliedes um 10. 45 des Abends geschlossen:

 

DIE 41. SIPPUNG
 

Auf der Mauer, am 4. Christmond a. U. 74

Schlaraffiade.

Funktion
Herrlichkeit AUSWENDIG,
Herrlichkeit VONGRATZ,

Die immer näherrückende Sanktionsfeier der Colonie wirft ihre Schatten voraus und die Schlaraffiade wird mit den vielfachen Fragen der entsprechenden Vorbereitung erfüllt.

Um eine klaglose Abwicklung dieser schwierigen Handlung, gemäß dem Spiegel und Ceremoniale zu gewährleisten, werden Ausschüße gebildet.

Wirtschaftsausschuß: Hkt. VONGRATZ, Marschall SCHWITZBOLD , Reychsschatzmeister  SCHMETTERLING und der Knappe 10.

Festburgausschuß: Ritter ENZIAN, MAL EUCH WAS, HE-RUCK und Ritter HUFEISEN.
Gästeausschuß: Kanzelar, Ritter KARPFELES, und die Ritter HE-RUCK, LOSE, EISERN sowie der Knappe 10.
Festausschuß: Hkt. AUSWENDIG, der überwachende Ritter C3 H8 O3 und die Ritter FRIEDEL und USINGER.
Ordensausschuß: Ritter HUMEISEN, ENZIAN und Knappe 10.

Herrlichkeit AUSWENDIG gedachte in bewegten Worten des Gründungstages der wegen der bevorstehenden Sanktionsfeyerlichkeiten ohne besondere Festsippung abgehalten wurde. Es wurde such für die bevorstehende Uhubaum und Sylvesterfeyer ein Ausschuß bestimmt.

Die Ritter USINGER, LOSE, SCHMETTERLING, ENZIAN und FRIEDEL, sowie Knappe 10.

Vermerkt sollte werden ein Vortrag der Herrlichkeit AUSWENDIG, aus dem reichen Schatz der Schöpfungen seines profanen Vaters, der wohl nicht Schlaraffe war und doch, gerade in seiner Erzählung die erste Bilanz so echt schlaraffisch zu den lauschenden Sassen durch den Mund des Vortragenden sprach.

Schluß der Sippung Glock 23.

 

DIE 42. SIPPUNG
 

Auf der Mauer am 11. des Christmonds a. U. 74

Funktion Herrlichkeit: AUSWEWDIG
Eingeritten: Erb. Hkt. DINGFEST des, h. Reyches AN DER KLAUSEN,
Eingeführter Pilger: Dr. Reg. Rat Piffl, durch Ritter SCHMETTERLING.
Anwesend 15 Sassen.

Vorträge:
Ritter EISERN , "Winternacht"
Ritter FRIEDEL, " Anekdoten über Friedrich d. Gr. "
Ritter USINGER, " Verbundenheit " , unseren Gast
Erbhkt. DINFEST  ehrend.
Herrlkt. AUSWENDIG,  " Geist "
Ritter PURZL, " Maikäfer und Spinne " 

Der mit großen Beifall aufgenommene Vortrag der Herrlichkeit  AUSWENDIG, über Geist war gleichzeitig verbunden mit einer Stiftung des ersten I H I`s.

Im Anschluß daran entspann sich eine ziemlich heftige Debatte, die von der Opposition gegen Ritter ENZIAN geführt wurde, die aber doch nicht den gewünschten Erfolg einer Forderung zu Tage brachte.

In den Schmuspausen fanden die Beratungen bezüglich der Sanktionsfeier statt.
Erb. Hkt. DINGFEST überreichte dem Fungierenden für den Knappen 10 einen Urahnen der  ALLMUTTER, für dessen seinerzeitigen, in der Burg der Mutter AN DER KLAUSEN zur Türkenbefreiungsfeyer gehaltenen Vortrag.
Um 21. 15 Glock des Abends übergab Hkt. AUSWENDIG die Funktion der Sippung an Hkt, VONGRATZ.

Da das IHI für die vom Kampfe ermüdeten Duellanten, sowie der durch's scharfe Zusehen ermüdeten Herrlichkeit, gespendet wurde, sind die Duellanten, Ritter SCHWITZBOLD-SCHMETTERLING die ersten, die den IHI um einiges verringern. Diese ersten Duellanten waren so geschwächt, daß sie noch einige IHI"s vertragen hätten, was von Ritter ENZIAN zur Schande seines Namens, " der Almberauschte", sei`s gesagt beim zweiten Turney, absolut nicht der Fall war, da er sich energische weigerte, die von der Opposition gespendeten IHI's anzulaben. Nach einen dadurch hervorgerufenen heftigen Wortgefecht zwischen Opposition und Ritter ENZIAN wird die Sippung mit dem Schlußlied No. 80 um Glock 22.30 beendet.

 

DIE 44. SIPPUNG
 

Auf der Mauer, am 30. des Christmonds . U. 74
UHUBAUFEST und SYLVSTER-Sippung.

Funktion:
Herrlichkeit AUSWENDIG (Uhubaumfest, )
Herrlichkeit VONGRATZ (Sylvestersippung, )
Es waren anwesend 17 Sassen und ein Prüfling, sowie eine zahlreiche Schar liebwerter Burgfrauen und Gäste, ferner die Ritter PARTITUR des h. Reyches Vindobona und Ritter C-MOLL des: hohen Mutterreyches An der Klausen.

Die Vortragsfolge war überaus reichhaltig und wurde besonders der musikalische Vortrag der Ritter PARTITUR, FRIEDEL und Pilger Fenz, beifällig auf genommen, da es sich  diesfalls um Eigenfexungen des Ritters PARTITUR handelte.
Feierliche Stimmung löste wie immer das herrliche "Uhubaumlied"  von unseren Ritter DIDELDUM vorgetragen aus. Die Burgfrauen hatten Sorge getragen, daß auch die Tische in der Burg weihnachtliches Gepräge hatten und der Burgvogt mit seinen getreuen Helfern hatte einen Uhubaum geschmückt, der sich mit seinen Lichtern der verfinsterten Burg einen anheimelnden Rahmen gab.

Aus dem umfangreichen Vortragspergamentum:
Ritter BURSCHERL - Zum Uhubaumfest
Ritter SCHMETTERLING - Der Stern von Bethlehem,
Ritter PARTITUR, FRIEDEL und Pilger FENZ
Musikvortrag: Romanze und Seransde von Rt. PARTITUR
Ritter EISERN - Weihnacht,
Ritter ENZIAN - Vision zur Jahrungswende,
Ritter HUFEISEN - Neujahr und Venus
Pilger BIFFL - Heimgarten
Ritter USINGER - "Endlich einmal ein ernstes Wort",
Ritter DOHLE - "Duell"
Ritter MAL-EUCH-Was - "Der erste Bus"

Nach einer länger währenden Schmuspause begann dann die Sylvesterfeyer der Colonie AUF DER MAUER.
Zum Jahrungswechsel hielt Herrlichkeit VONGRATZ eine Ansprache die der Chronist im vollem Wortlaut und Umfang wiedergeben will, da eine im Archiv befindliche Aufzeichnung vorhanden ist. Überhaupt möchte ich erwähnen, daß z.B. alle Protokolle aus der Gründerzeit vollständig erhalten sind, was mir UHU sei Dank, die Arbeit an dieser Chronik überhaupt ermöglicht.

SYLVESTERANSPRACHE

gehalten von Herrlichkeit VONGRATZ in der Sylvestersippung
am 30. des Christmonds a. U. 74, profan 1933
in der COLONIE AUF DER MAUER

Wenn sich draußen die frosterstarrte, in das schneeige Weiß gekleidete Natur, anschickt die Wintersonnenwende zu begehen, feiert die Welt der Menschen den Wechsel eines Jahres. Wenn die Festgesänge der stillen heiligen Nacht des Weihnachtsfestes ausgeklungen sind und die freudig erregten Gemüter der Kinder und Großen wieder Ruhe gefunden haben, dann naht die Zeit wo der Mensch vor die Mauern eines neuen Jahres gestellt wird.     
In dieser Stunde, in der der Mensch zum Menschen findet, geziemt es sich wohl auch bei uns Schlaraffen, umso mehr in der jetzigen Epoche, ernste Worte zu sprechen. Ernst sind die Zeiten in denen wir zu leben gezwungen sind, ernst sind die Verhältnisse die wohl auf jeden drückend einwirken und die beinahe dazu angetan sein mögen, die in jeden Menschen lebende Freude einzudämmen. Wir alle wissen, die wir nur mit Anspannung aller unserer Kräfte in der Lage sind, das schwer auf uns lastende Schicksal wirtschaftlicher und seelischer Art zu ertragen und daß wir nur mit großer Mühe die Gefahr die sich rings um uns auftürmt, überwinden können.

So wie die profane Welt draußen, feiern auch wir Schlaraffen Sylvester und versammeln uns alljährlich im Kreise treuer Freunde um den wichtigen Schritt in ein neues Jahr gemeinsam zu tun. Noch ist alles in nebelhaften, undurchdringlichen Dunkel, noch ist für uns alle das kommende Jahr das Ungewisse, das Geheimnisvolle. Noch weiß Niemand was geschehen wird und doch gehen wir über diese Schwelle mit großen Hoffnungen.
In all dieser Not unter der die ganze Welt schwer ringt, gibt es für uns Schlaraffen einen Lichtstrahl, der immer wieder allwöchentlich einmal auf leuchtet und der die Sorgen an denen wir tragen, bannt. Wenn wir die Pforten der Burg überschreiten, dann fällt von uns allen Profane ab und es beginnt das Köstliche, das schlaraffische Leben. Wir werden in den Moment, wo wir den Helm aufs Haupt setzen, wo wir uns in die Rüstung kleiden zu neuen, zu anderen Menschen, wir werden Schlaraffen.

Es mag für den Aussenstehenden ungewöhnlich anmuten, wenn Männer die draußen im Wirtschaftsleben zu kämpfen gezwungen sind, sich finden um das edle Dreigestirn Schlaraffias, - Kunst, Freundschaft und Humor, auf eigene Art zu pflegen.

Diejenigen die uns nicht kennen und nicht wissen was Schlaraffia bedeutet, aber auch unseren Sassen möchte ich in dieser Stunde und gerade in dieser ernsten Zeit etwas über die Bedeutung Schlaraffias als Kulturfaktor sagen.

Die umfassende Organisation Schlaraffias, die Ausbreitung über fast alle Erdteile, hat ganz gewiß, neben der Pflege der Kunst und des Humors, dazu beigetragen, wertvolles deutsches Kulturgut in aller Welt bekannt zu machen. Der uns vorgeschriebene Gebrauch der deutschen Sprache, zeigt allein schon die Wichtigkeit dieses Umstandes.

Wer Schlaraffias Zeitungen liest und dort die unendliche Fülle wertvollsten Schrifttums in sich aufnimmt, der muß mir beistimmen, daß Schlaraffia kein Verein im gewöhnlichen Sinne ist, sondern daß es auch hier um eine Gemeinschaft von Männern handelt die es sieh auf ihre Fahne geschrieben hat, deutsches Kulturgut zu pflegen. Diese Pflege im schlaraffischen Sinne hat nichts mit Politik zu tun.

Wer das Wesen Schlaraffias ganz erfasst hat, geht in ihm auf, fügt sich den wohldurchdachten Formen des Spiegels und Ceremoniales als etwas selbsverständlichen und wird sein Schlaraffentum niemals freiwillig wieder lösen. Sollte einmal, aus irgendwelchen Gründen, Schlaraffia aufhören zu bestehen, dann würde damit deutscher Kultur des Wortes, schwerster Schaden zugefügt.

Was ich mich bemüht habe in vielleicht etwas umständlicher Form zu sagen, daß hat Herrlichkeit MARABOU der hohen FIRST IMM FELDE viel schöner und umfassender gesagt.

Willst Du dem Freund ins liebe Auge schau`n
An hohen Idealen Dich erbau´n,
Für edles Tun und Wollen Dich begeistern,
Des nächsten Not und stille Trübsal meistern,
Willst Du Schlaraffe sein von Fleisch und Blut,
Sei Treu, Sei Wahr, Sei Gut!

So wollen wir denn gefestigt und einig über die Schwelle des neuen Jahres, des schlaraffischen Jahres 75 schreiten und wollen uns in dieser feierlichen Stunde versprechen und das wollen wir halten, daß wir unseren schlaraffischen Idealen treu, wahr und gut sein wollen. Das Jahr 75, bringt uns- AUF DER MAUER durch die Sanktion schlaraffische Erfüllung. Wir haben uns unser Schlaraffentum wirklich schwer erringen müssen. Dieses Ringen um das schlaraffische Ziel hat uns umso fester zusammengeschweißt und hat uns gelehrt, daß große Ziele nur in fester und geschlossener Einheit erreicht werden können,

So so'll es in Zukunft bleiben. Das WALTE UHU!

Am 30. Christmond a. U. 74, also profan 30. Dezember 1933 , verkündete Allmutter  PRAGA, daß gegen die Sanktionierung der Colonia
" Auf  der  MAUER" kein Einspruch erhoben worden sei und daß demgemäß die AllMnutter 'die Ausfertigung der Sanktionabulle verfügt habe. In der Botschaft der Allmutter heißt es:

Gegen die beantragte Sanktionierung der COLONIE  AUF  DER  MAUER ist innerhalb der in § 38 des Spiegels vorgesehenen Frist kein Einspruch erhoben worden.

ALLMUTTER  PRAGA, verfügt demgemäß die Ausfertigung der SANKTIONSBULLE für die COLONIE.

Praga, am 30. des Christmonds a. U. 74
ALLMUTTER  PRAGA  - HYP, SCHNITZL

UHU 75 - 1934

Die  45. Sippung

Auf der Mauer, am 3. des Eismonds a. U.75

Schlaraffiade :
Funktion Herrlichkeit AUSWENDIG.
Eröffnung Glock 20.50 des Abends
Eingeritten: Ritter OSSA-LAMI v. h. AN DER KLAUSEN,                           '
Anwesend: 13 Sassen,

Sendboten: Blitzogramm  der h. Allmutter: Sanktion MAUER bewilligt.
Vom h. Ingoldia: Stiftungsurkunde über eine Gaudeamuskette und Glückwünsche zur Sanktion.
Glückwünsche auch von der h. Hyppolytana und der h. Budapestia.

Der Reychsmarschall berichtet:
Durchschnittsbesuch im Christmond 16 Sassen,
Vorträge eigener Sassen - 23,
Duelle 6, Einritte 10.
Stand des Reychsschatzes RM. 529,15
Ritter SCHMETTERLING meldet den Pilger BIFFL zum Prüfling an.
Schluß der Sippung Glock 1050 des Abends.

 

Der Chronist möchte etwas nachholen. Es hätte dieser Brief dem hohen Reyche GRAZIA , vom 5. des Ostermonds a, U. 74 der in seinem Inhalt, die Zukunft Schlaraffias wesentlich verändern sollte, in der vorigen Jahrung bereits chronologisch auf gezeichnet werden müssen. Diesen Brief fand ich erst später in meinen Unterlagen.
Es heißt darin:

An die hohen Reyche DEUTSCHÖSTERREICHS!

Ausserordentlich wichtige Nachrichten aus dem Deutschen Reiche lassen es uns, dem ältesten Reyche: der Alpenländer in der Schlaraffia, als unsere Pflicht erscheinen, unverzüglich einzugreifen und mit Euch, vielliebe Schwester - Tochter - und Enkelreyche, in Verbindung zu treten.
Die gegenwärtige Entwicklung im Deutschen Reiche soll dort in mehreren schlaraffischen Reychen Entschlüsse ausgelöst haben, die geeignet sind, tief einschneidende Veränderungen zu bewirken; so verlautet zum Beispiel, daß die hohe AUGUSTA VINDELICORUM aus dem Verbande Allschlaraffias ausgetreten ist.
Noch fehlen genaue Mitteilungen über Form und Ausdehnung der Bewegung in den reichsdeutschen Reychen, doch wissen wir, daß darüber an verschiedene österreichischen Reyche und an einzelne Sassen nicht offizielle Sendboten ergingen, die geeignet sind, auch in Österreich eine Gefährdung unserer Gemeinschaft zu bewirken.
Wir wollen Euch, eingedenk des kulturellen Wertes Schlaraffias und insbesondere ihrer hohen Sendung für das Auslandsdeutschtum bitten, keine überstürzten Beschlüsse zu fassen und sich mit uns in den Bestreben zu vereinen, die schwere Krise zu überwinden.
Wir beabsichtigen die Einberufung einer Vertreterbesprechung aller österreichischen Reyche nach einem günstig gelegenen Ort, etwa Bruck a. M. oder Leoben. Wir bitten aber schon heute um postwendende Nachricht, was über die Lage Euch bekannt ist und von wo woher Einfluß zu nehmen versucht wurde.

Auch ersuchen wir um die Übersendung wörtlicher Abschriften der bei Euch eingelangten Nachrichten, ebenso um gefällige Namhaftmachung zweier Legaten für den Fall dringend werdender Einberufung.
Es grüßt Euch, Vielliebe,
                                                                      in alter Treue EURE

GRAZIA
 GRAZIA, den 5. Ostermond a. U.74

 

SCHLARAFFIA  AUF  DER MAUER im Eismond a. U. 75
LADUNG!
Schlaraffen hört!
Erhabene ALLMUTTER ! Innigstgeliebte Mutter AN DER KLAUSEN !
Vielliebe Schwesterreyche und Colonien!
Durch Uhus Gunst und auf die Warme Fürsprache unserer geliebten MUTTER AN DER KLAUSEN , hat die erhabene ALLMUTTER in Ihrer unerschöpflichen Gnade und Ihrer Weißheit, unsere COLONIE zum Reyche erhoben.
Wir Wollen diese höchste Feyer in gar festlicher und gar froher Weise begehen und laden hiermit herzlichst alle zu Schwert und Schild geborenen Recken, deren gar edle Burgfrauen und liebe Burgmaiden zu unserer
SANKTIONSFEYER
auf den 20. des Eismonds a. U. 75, Glocke 19. 30 geziemend ein.
Reytet ein in hellen Scharen und theilet mit uns die große Freude! Eines überaus hertzlichen Willekumms und unseres Dankes könnt Ihr gewiß sein!
mit frohmütigen Lulus !
Das Oberschlaraffat:                                                                              Das Kantzlerambt:
AUSWENDIG, VONGRATZ                                                                           KARPFELES

Festburg: Großer Saal im Gasthof TANNHEIM in Mauer b. Wien, Hauptplatz.
Wachtstube: Dortselbst ab Glock 17 des Abends.
An die vieledlen Kantzelare!
Es ergeht die dringende Bitte, die Anzahl der zuversichtlich einreytenden Sassen noch vor dem 10. des Eismonds a. U. 75 unserem Kantzlerambte ( profan: Major d. R . Emil FRANK, Kaltenleutgeben, Stollwiese 6) bekannt geben zu wollen.

 

 

 


In einen Rundsendboten an die Sassen der Colonie­ AUF DER MAUER heißt es:
R. G. u. H. z. !
SCHLARAFFEN HÖRT!
Kundt und zu wissen, daß unsere

SANKTIONSFEYER
f'ür den 20. des Eismondes a. U. 75 anberaumt wurde.
SCHLARAFFIA VERPFLICHTET!
Leset den § 57 des Spiegels!
Die Mitarbeit jedes einzelnen Maurer Sassen ist unbedingt erforderlich, um die würdige Durchführung dieses einzigartigen Festes zu gewährleisten.
Versäumet daher keine Sippung LULU !
Das Oberschlaraffat:                                                                              Das Kantzlerambt:
AUSWENDIG eh                              
VONGRATZ eh.                                                                                         KARPFELES eh.
_____________

46. Sippung

der Colonie AUF DER MAUER,
am 8. des Eismonds a. U. 75
Funktion: Herrlichkeit VONGRATZ,
Einritte: Von hohen Reyche AM WOGENRAIN die Ritter PAULUS, BIBI, vom Mutterreych AN DER KLAUSEN, die Ritter E. Hkt. DINGFEST, WOLFRAM, und C3 H2 03.
Anwesend: 22 Sassen, 1 Prüfling,
Es wurden an diesem Abend 14 verschiedene Uorträge, auch musikalischer Art, gebracht. Herrlichkeit VONGRATZ aoPeliert an die Sassen, anl~Clich unserer bevorstehenden Sanktion, möglichst viele Mondbeiträge zu berappen.

Reitet ein in hellen Scharen so schloß die Ladung zur SANKTIONSFEYER
die für den 20. des Eismonds a. U. 75 in der Festburg im Gasthof TANNHEIM , an alle Reyche des Uhuversums aus gesandt wurde.
Und sie kamen von Nah und Fern.
 
Hatte die Colonie mit dem Einritt von ca. 150 Schlaraffen gerechnet, so kamen deren 279 eingeritten.

Die SANKTIONSFEYER

Auf dem hohen Balkon nahmen die holden Burgfrauen in großer Zahl und die profanen Gäste Platz.
Insgesamt konnten unsere Wachen weit über 400 Teilnehmer zählen. Fit großem Geschick gelang es den Ceremonienmeister der erhabenen Mutter und unseres eigenen, den Einritt festlich zu gestalten, Gäste und Burgfrauen gut unterzubringen.
Erbherrlichkeit Fichte, der Abgesandte der ALLMUTTER verstand es, die Zeremonie der Sanktionsfeyer erhebend und herzlich durchzuführen.
Seine Ansprache an das junge Reych war ein rhetorisches Kunstwerk mit dem er sich alle Herzen der Schlaraffen, aber auch der profanen Gäste im Sturm eroberte .
Als eines der schönsten Geschenke, die anläßlich der Sanktionsfeyer des jungen Reyches AUF DER MAUER übergeben wurden, ist der von der Erbherrlichkeit ALTES , dem ewig Jungen, -des hohen Reyches AM WOGENRAIN, gedichtete Hauskantus
Dem lieben Schwesterreyche AUF DER MAUER gewidmet von der Schlaraffia „AM WOGENRAIN“

Das Fest der Sanktionsfeyer wurde zu einen unvergesslichen schlaraffischen Ereignis. Leider findet sich in den vorhandenen Unterlagen kein Protokoll dieser denkwürdigen Sanktionsfeyer. In der 47. Sippung am 15. des Eismonds a. U. 75 wurde der Ritter QUELLIX vom h. Reyche AM BÄRENWALL, von der Herrlichkeit AUSWENDIG beauftragt eine protokollarische Abfassung über dis Sanktionsfeyer zu erstellen.

HAUSKANTUS

Dem lieben Schwesterreyche " AUF DER MAUER "
gewidmet von der Schlaraffia " AM WOGENRAIN ".
Melodie: Lied 79, "Strömt herbei. . . ".

Festgefügt aus mächt'gen Quadern
Unsre Burg nun aufrecht steht,
Die - frei von profanem Hadern­
Holder Eintracht Geist durchweht.
Oben thront als deren Hüter
In erhaben stolzer Ruh'­
Als das Höchste unsrer Güter
In Schlaraffia - der UHU'

Wo des Wienerwalds Gelände
Sich zum Tal herniedersenkt,
Reichen froh sich Bruderhände,
Von dem Streben nur gelenkt,
Unter UHU's sich'rem Walten
Wahrer Freundschaft, Kunst, Humor
Weit geöffnet stets zu halten
Ihre Burg, ihr Herz und Ohr.

Lasset stehend uns geloben
Was bei uns bleib 'Brauch und Sitt'
Und du, auf der Mauer droben,
Herer UHU, höre mit:
Dir zu wahren ew-ge Treue,
Sei's Panier, das uns vereint,
Gib, das stets durch Himmelsbläue
Hell auf uns die Sonne scheint?

Rt. ALTES der ewig junge AM WOGENRAIN.


Die 49. Sippung

Auf der Mauer, am 29. des Eismonds a. U. 75

Funktion Herrlichkeit VONGRATZ.
Die festliche Stimmung der Sanktion des Reyches hielt auch noch in der ersten Sippung die das Reych exekutierte an.
Herrlichkeit AUSWENDIG hielt eine von Begeisterung getragene gar feyerliche Ansprache an die Sassen, wobei er besonders das schlaraffische Zusammengehörigkeitsgefühl und die Freundschaft hervorhob.
Mit bewegten Worten schilderte er das festliche Bild des Einrittes der Vertreter der 25 Reyche in die Festburg und dankte zum Schluße seiner Ausführungen der Sassenschaft des Reyches für ihre Unterstützung, dieses Fest zu einem so feyerlichen und schönen gestaltet zu haben.
Der fungierende Oberschlaraffe zeichnete die Ritter Se. Vieledlen Kantzler KARPFELES, seine Genauigkeit Reychsmarschall SCHWITZBOLD, Reychsschatzmeister Ritter SCHMETTERLING, MAL EUCH WAS, HE-RUK, EISERN, ENZIAN und den Knappen 10, - durch eine Ansprache und den Dank des Reyches für ihre besondere Mühewaltung bei der Ausschmückung der Festburg, unter dem Beifall der Sassenschaft aus.
In gar strenger Prüfung wurde der Knappe 10 auf seine schlaraffischen Kenntnisse untersucht. Der Ritter Schulrat, Rt. EISERN ließ nicht mit ihm spaßen. Wenn aber dennoch die Prüfung als bestanden erklärt wurde, so mag die nachhaltende Festesstimmung ihren Teil mit zu dem Prüfungsergebnis gegeben haben.
Der Knappe 10 wurde nach erfolgter Verkündigung das Resultates, unter Einhaltung des Ceremoniales sofort zum Junker eingekleidet und ihm der Name " FRANZL" mit dem Prädikat" der FESTKADETT " verliehen.
Die Sippung erhielt noch eine ganz besondere Weihe durch die herrlichen Klänge des Seufzerholzes des Ritter SARASATE ( profan. Professor Drdla. ) vom hohen Reyche VINDOBONA.
UHU darf mit stolzer Freude auf die bisherige Entwicklung seines fröhlichen Burgvolkes zurückschauen; er kann aber auch der Zukunft hoffnungsfreudig und mit vollkommener Sorglosigkeit ins Auge blicken. So schien es zu Beginn dieser Jahrung und im waibergfröhlichem Reyche
AUF DER MAUER

Die Reyche Allschlaraffias welche bei der Sanktionsfeyer des Reyches AUF DER MAUER am 20. des Eismonds a. U. 75
in der Festburg vertreten waren:
Die hohen Reyche AM BÄRENWALL, FIRST IM FELDE, AM WOGENRAIN, BURKHARDIA, CLAUSTRONEOBURGIA, FERROSTADIA, AN DER LEUBEN, CASTRUM BRIGANDINUM, CASTELLUM CORNOVIAE, KREMISIA WACHAVIAE, BILIZIA, PRACHATIZIA, PIETAS JULIA, PONSONIUM, IGLAVIA, AOUAE THERMAE, NEOSTADIA, OLOMUCIA, VINDOBONA, LINZIA, TURICENSIS, GRAZIA; AN DER KLAUSEN, ALLMUTTER PRAGA.

 

 

STIFTUNGSURKUND

Vom hohen Reyche INGOLDIA , der Gaudeamusritter FÜRST WILDEFÜR VON DER WEYDEN . R. G. u. H. z!
Denen erleuchteten Oberschlaraffen, viellieben Rittern, frohen Knappen und frechen Junkern im lieben Schlaraffenreyche die gar fröhliche Botschaft, daß UHU -unseres Freundschaftsbundes heres Symbol, in seiner Weisheit den Ritter FÜRST WILDEFÜR VON DER WEYDEN , Botschafter und Ehrenritter des hohen Reyches AN DER KLAUSEN ect. ect. dermalen VIELEDLER und ORDENSMARSCHALL INGOLDIAS, der alten Donauschantzen, so in der Jahrung 67 item der Jahrung des 100. Werdefestes des Ehrenschlaraffen und fröhlichen Lebensmeisters GAUDEAMUS mit seiner fröhlichen Fexung: " Ich reit' in die Welt", ist zu einen allschlaraffischen Gaudeamusritter d. h. Reyches HAIDELBERGA erküret worden.
Daß UHU wiederum in gerechten schweren " Zeyttläuften"der Jahrung 75, ihm erleuchtet hat
EYNE GAR PRÄCHTIGE GAUDEAMUSKETTEN im STRAHLENGLANZE des LEUCHTENDEN HUMORS an der WAPPENSCHILDKETTEN als

GAUDEAMUS - TURNEY - KETTEN

so nach seiner Meinung, Entwurf und Willen ist insunders geschmiedet morden.
I T E M .
Einen Packen GÜLDENE TURNEY-SIEGERAHNEN .
Item: Einen Packen GÜLDENE GAUDEASMUS-TURNEY-AHNEN.

Am 20. des Eismonds a. U. 75 zur heren Sanktionsfeyer am hohen THRONE seiner von ihm auf seinen vielen Ritten in die Ostgauen und auch an "sonstenes gar wohlverehrten und einmals durch gar freundliche Fürsprach behüteten viellieben AUF DER MAUER , waszmaszen ihn auch gar innige Freundschaftt mit denen AUF DER DAUER- Sassen verbindet, insunders mit Derer Erhabenen Herrlichkeit AUSWENDIG und den Vieledlen KARPFELES, mit Genehmigung seines Reyches INGOLDIA, - als WANDERKETTEN itzo niederzulegen-mit der Bitt', daß sotane Ehrenketten in der all' Jahrung zur Gedenkung an den Ehrenschlaraffen GAUDEAMUS zu installieren den " GAUDEAMUS Sippung " nach dem Willen das hohen Thrones und aller zur Sippung eyngerittenen Maurer Sassen und Gastrecken, an jenen Ritter, Junker oder Knappen des hohen Reyches AUF DER MAUER - verliehen und um den Hals gehangen Werden und als sichtbar Zeychen des Gaudeamus-Jüngers eyn Jahr lang zu eygen seyn. Somit seyner fröhlichen Fexung im Geiste Gaudeamus, nach geheimber-schriftlicher Abstimmung aller eyngerittenen Recken die eynfach Mehrzahl der Stimmen erhalten hat.
Der Name des Turneysiegers und Jahrungszahl sollt jeweylen auff eynem Wappenschild der Ketten eyngegraben werden.
Waszmaszen aber die Turneyketten in folgend Zeytläufften gar wohl nach UHU's Weisheyt, des hohen Thrones undt der Recken Willen auff eynen anderen Gaudeamusreyter kunnt übergehen, sollt gleichzeitig mit der Siegerketten dem Sieger eyn GAUDEANUS- SIEGERAHNEN übergeben werden, so allzeyt am Helm zu tragen seye, -umb zu beweysen, dasundt wie offene ER des fröhlichen Turneys Sieger gewesen.
Jtem: Umb alle frohen Uhusöhns des Reyches undt die Gastrecken -so zur Gaudeamusfeyer Derer AUF DER MAUER " die Rostra gestürmt, -für die Pflege der fröhlichen Muse unseres frohen Lebensmeisters GAUDEAMUS dauernd zu belohnen, soll't als WILDEFÜR'S Dank undt nach erfolgter Ehrung des Siegers
allen - jenen - wackren - Streitern
so zum Turnsy dis Rostra gestürmt haben, eynen GAUDEAMUS - ­TURNEYAHNEN an den Helm heften. Ihm selbstens undt GAUDE AMUS zur EHR, UHU zur Freud, -AUF DER MAUER und INGOLDIA trotz aller schwerer Zeytläufte zur dauernden Freundschaft. Die jeweiligen zum Turney vorgetragenen Fexungen wollet - ­ich bitt Euch, durch den Vieledlen Derer AUF DER MAUER dem Stifter der Ketten in Abschrift übersandt werdender nit verfehlen wird, -s. o oftens UHU's Willen seyn wird, -zu sotanem Turney selbstens eynzureyten, umb Zeuge des frohen Turneys zu sein.
Möge das junge Reych AUF DER MAUER, betreut wie bisher von meyner viellieben AN DER KLAUSEN, -blühen undt wachsen bis in die fernsten Zeyten undt möge unsre Freundschaft bleyben unter UHUS Schirm bis ans Ende aller Tage. LULU EUCH vielliebe Freunde d. h. jungen Reyche AUF DER MAUER ! Also gegeben auf unserer WEYDENBURG , am 20. des Eismonds a. U. 75
Gaudeamusritter FÜRST WILDEFÜR VON DER WEYDEN.
 

DANKSAGUNG !

Wir sind ausserstande allen viellieben Schwesterreychen und allen viellieben Schlaraffen, die aus Anlaß unserer Sanktionsfeyer so überaus herzliche Beweise ihrer Zuneigung und Freundschaft gegeben haben, einzeln unseren tiefgefühlten Dank auszusprechen.
Sie mögen ihn freundschaftlichst auf diesem Wege empfangen. Durch ihre Anwesenheit und ihrer Anteilnahme ist unsere Sanktionsfeyer zu einem schönen Ereignis in Allschlaraffia geworden.
Wir hoffen, daß durch dieses Fest abermals unser Bund an Festigkeit gewonnen und der Zusammenhalt innerhalb Allschlaraffias neuerdings gestärkt wurde.

AUF DER MAUER, im Hornung a. U. 75

        Das Oberschlaraffat:                                                                      Das Kantzlerambt:
AUSWENDIG, VONGRATZ .                                                                        KARPFELES.

 

Die 50. Sippung

Auf der Mauer, am 5. des Hornungs a. U. 75

Schlaraffiade
Funktion Herrlichkeit. VONGRATZ,
Eingeritten: Ritter SPINN-SPINN , vom h. R. REICHENBERGIA,
Ritter ZURILEU, vom h. R. TURICENSIS, Ritter MÄDILODIKUS, vom h. R. AN DER KLAUSEN. Anwesend: 17 Sassen,
Gegenstand der Schlaraffiade !
Laut Bericht des Marschalls: Durchschnittsbesuch im Eismonds: 20 Sassen, 12 Vorträge, Duelle 0.
Erb. Hkt. HUM der h. VINDOBONA und Rt. C3 H8 O3 des h. Reyches AN DER KLAUSEN, wurden zu
E H R E N R I T T E R N
erkürt.
Die Überreichung der Ehrenhelme erfolgt aber erst gelegentlich des Ordensfestes am 23. des Ostermonds.
Ritter Burscherl meldet sich fahrend gen Bregenz.
Ritter PFUI der TEUFEL meldet seinen freiwilligen Austritt. Ritter ENZIAN ersucht um Enthebung seines Ambtes als Burgvogt. Dem Ansuchen wird stattgegeben und dis Junkertafel mit der Führung der Burgvogtei betraut.
Das Gaudeamusturney wird auf den 12. Lenzmond a. U. 75 festgesetzt und gilt gleichzeitig als Thema für das Junker­und Knappenturney zum gleichen Tage.
Stand des Reychsschatzes: R. M. 10. 69 Vorträge:Rt. USINGER, -noch einmal Sarasate und über Kunst und Freundschaft und Humor.
Rt. SCHWITZBOLD, mit Dolmetsch Rt. EISERN.
Rt. ZURILEU, " Was ist ein Weib ? "
Rt. SPINN-SPINN, Blitzvorträge über Conjugieren. .
Rt. KARTUM, "Liebesleben im Butterfass", Ehetritt,
Rt. USINGER, bringt den Vortrag des Rt. MUSIKUSS
über seinen Unfall!(Beinbruch, )
Rt. EISERN, "Skizzen aus dem Schulleben".
Rt. HUFEISEN, " Eswar einmal".
Junker FRANZ, Der Ring von Kernstock.
Schluß der Sippung Glock 22.50 des Abends.


Das profane Datum, 12. Februar 1934

Die 51. Sippung .

Auf der MAUER, am 12. des Hornungs a, U. 75
Infolge profaner Verhältnisse
STANDRECHT ,

muß die 51. Sippung des Reyches AUF DER MAUER entfallen.

Der Kantzler: KARPFELES.

 

In einem Sendboten der ALLMUTTER PRAGA an das Reych wird, einem Entwurf zugestimmt, betreff Willkomm-Ahnen. Es heißt darin:
R . G. u. H . z. !
Innigstgeliebte Tochter AUF DER MAUER !
Wir geben Dir kundt und zu wissen, daß wir Deinen Entwurf eines Willkomm-Ahnen genehmigen.
Wir wünschen und hoffen, daß Du recht oft in der Lage bist, ihn, Deinen einreitenden Gästen zum Angedenken an frohe Stunden zu verleihen.

Mit frohmütigen Lulu's !

ALLMUTTER P R A G A .
Praga, am 10. des Lenzmond a. U. 75                                                 HYP, SCHNITZL.

 


Die 54. Sippung

Auf der MAUER, am 5. des Lenzmonds a. U. 75
Schlaraffiade.
Funktion: Herrlichkeit AUSWENDIG,
Eingeritten: niemand, . Anwesend: 21 Sassen,
Herrlichkeit AUSWENDIG hält der in Ahalla eingerittenen Eb. Hkt. STOPPEL, des h. Reyches VINDOBONA, einen tiefempfundenen Nachruf .
der Sippungsbesuch im Hornung betrug durchschnittlich 14 Sassen. Vorträge eigener Sassen 24.
Stand des Reychsschatzes RM. 4. 44
Der Prüfling Reg. Rat Friedrich Biffl wird weiß gekugelt und als Knappe 11 , in Allschlaraffia auf genommen . Ritter SCHMETTERLING meldet den Pilger Herrn
Dr. Schallerböck - und Ritter HUFEISEN, den Pilger Ing. Hörbiger, zu Prüflingen an.
Unser G r ü n d e r - Ritter RASANT, wird zum Oberschlaraffen des Inneren gewählt, nimmt die Wahl an und leistet die spiegelgemäße Angelobung.
Mit dem Liede " Lulu Praga " wird die Schlaraffiade geschlossen.
Die in der vorangegangenen Schlaraffiade neu erkürte Herrlichkeit Ritter RASANT, übernimmt mit herzlichen Worten des Dankes für die Wahl, die Funktion von Herrlichkeit AUSWENDIG, versichert in beredter Weise der Sassenschaft seine unabänderliche Treue zur Sache des Reyches AUF DER MAUER - und vollzieht als erste Funktion hierauf die Angelobung des Prüflings Reg. Rat. Fritz Biffl, der als Knappe 11, sohin Sasse des Reyches wird.
Vorträge: Junker Franz, Gedicht von Kernstock,
Junkermeister Rt. DIDLDUM , 3 Lieder:

Aus dem 16. Jahrhundert,

Lass rauschen Sich'lein,

Guter Gesell.

 

Rt. USINGER, Die Frühlingszeit,
Duelle: Hkt. VONGRATZ contra Rt. LOSE.
                    Thema, geistig geschärft: "Der Hahn am Mist".
                    Sieger: Rt. LOSE.
Schluß der Sippung: Glock 11. 10

Die 58. Sippung

Auf der MAUER, am 4. des Ostermonds a. U. 75

Schlaraffiade
Funktion: Herrlichkeit AUSWENDIG ,
Eingeritten: Hkt. KRAMPELSTEIN, vom h. Reych NEOSTADIA, Rt. BITTSCHÖN und Rt. C3 H8 O3 von h. Reyche A N DER KLAUSEN .
Anwesend: 17 Sassen,
Sippungsbesuch im Lenzmond im Durchschnitt 21 Sassen, 20 Einritte, l2 Gastvorträge, Vorträge eigener Sassen 13. Duelle 4,
Stand des Reychsschatzes: R. M. 36. 89
Die 58. Sippunq:
Anwesend: 17 Sassen, 2 Prüflinge, 1 Junker, 1 Knappe.
Vorträge: Prüfling Ing. Hörbiger:" Ostergrüße aus Tirol",
Ritter WASSERNÖCK:"Frühlingsstimmung und Spatzen",
Hkt. KRAMPELSTEIN: verschiede Dialektdichtungen,
Junker FRANZ bringt, das ihm vom Thron aufgegebene Ritter Thema: " Schlaraffia und die moderne Zeit".
Schluß der Sippung Glock 10.45 des Abends.

Im Ceremoniale liegt der Schlüssel zum Lebensquell der schlaraffischen Gedanken, die so manchem nur deshalb ein Geheimnis bleiben, weil er den Wert der äußeren Formen unterschätzt und dieselben folgedessen nie in solchen Grade beherrschen lernt, daß er sie mit natürlicher Leichtigkeit anzuwenden versteht. Der nüchterne Alltagsmensch dürfte freilich in den schlaraffischen Gebräuchen kaum mehr sehen als einen großen banalen Unsinn, der nur alberne Menschen anziehen und erfreuen kann.
Den ernsten Sinn und die tiefe symbolische Bedeutung des Ceremoniales erfaßt man erst durch ein williges und gemütvolles Sicheinleben in seine scherzhaften Formen.

Die 60. Sippung

Auf der Mauer, am 16. des Ostermonds a. U. 75
Festsippung - RITTERSCHLAG
Eröffnung Glock 8. 30 des Abends,
Funktion: Herrlichkeit VONGRATZ
Eingeritten: Aus dem hohen Reyche BURCKHARDIA: Hkt. BAHÖLL, Hkt. PUTSCH und die Ritter BEZ, TEDIGREE, THURN WAS TAXIS, GSCHWIND und Ritter XANDL.
Aus dem hohen Reyche VINDOBONA .
Hkt. BIM, die Ritter NOTABENE, KINO, STEFANIUS, SCHWUPPI, PARAPFRASTUS, WEHWALT, MEDICARUS, TIEF, LEO D'OR, HEIT Z'HAUS, GALLUS, TRESOR, NEGRO, und der Ritter GAMBRINUS.
Aus dem hohen Reyche AN DER KLAUSEN: Ritter JULES VERS, DEUTE, TAUCHER, und Junker RUDOLF .
Eingeführte Pilger: Ing. Unger, Burgknäpplein Brettschneider.
Anwesend: 20 Sassen, 2 Prüflinge.
Das Ordenskapitel des hohen Reyche BURCKHARDIA , ernennt Herrlichkeit RASANT - zum Stiftsherrn,
und der Ritter KARPFELES erhält den Verdienstorden I. K1. taxfrei.
Der Junker FRANZL der Festkadett, wird in gar feyerlicher Weise zum Ritter geschlagen und erhält den Namen­
TOMMY DER ZIGEUNERBARON
Voträge: Rt. GAMBRINUS . Wink an seinen profanen Vorgesetzt.
Hkt. BIM Worte zum Ritterschlag. , .
R t. TIEF : Arie aus der verkauften Braut, von
Smetana und Arie aus "die lustigen Weiber von
Windsor", begleitet von Rt. PARAPHRASTUS.
Rt. SCHWUPP, Schlaraffische Episoden.
Rt. WEHWALT, Feldeinsamkeit von Joh. Brahms.
Rt. PARAPHRASTUS, Dorfmusik, Lieder von F. Schubert.
Schluß der Sippung Glock 11:30 des Abends.
Der Schriftführer SCHWITZBOLD.

 

Die 62. Sippung

Schlußschlaraffiade derer AUF DER MAUER , am 30. des Ostermonds a. U. 75

Eröffnung Glock 6, 30 des Abends, Funktion: Herrlichkeit RASANT .
Anwesend: 24 Sassen,
Eingeritten: Hkt. BAHÖLL, K. THURN WAS TAX'IS, vom h. Reyche BURCKHARDIA.
Ritter SCHLAU, vom h. Reyche FERROCHALYPSIA, Ritter WAGEMUTH, vom h. Reyche OLOMUCIA, Ritter STEFANIUS, Uom h. Reyche UINDDBONA, Ritter C3 H8 O3, vom h. Reyche AN DER KLAUSEN.
Hkt. BAHÖLL des hohen Reyches BURCKHARDIA , gibt bekannt, daß er abwechselnd mit Hkt. NYMROD in der Wintereng 75/76 jeder Sippung AUF DER MAUER " anwohnen wird.
Die Prüflinge Dr. Schallerböck und Ing. Hörbiger werden weiß gekugelt und als Knappen 12 bzw. 13 in Allschlaraffia aufgenommen.
Der Durchschnittsbesuch in der Winterung 74/75 betrug 21. 6 Sassen.
Den Jahrungsring erhielten die Herrlichkeiten AUSWENDIG und VONGRATZ, K . Rt. KARPFELES, M. SCHWITZBOLD und die Ritter ENZIAN und TOMMY.
Der Überwachungsritter C3 H8 O3 wird feyerlichst zum EHRENRITTER geschlagen und anschließend wird ein Ehrenritt exekutiert.
Den Vorsitz zur folgenden Wahlsippung führt Ritter HE-RUCK. Als Wahlprüfer werden die Ritter TROP und KANN'S erkürt. Gewählt wurden:
Zu Oberschlaraffen: Ritter AUSWENDIG, RASANT und VONGRATZ.
Zum K. KARPFELES, M. SCHWITZBOLD, J. DIDELDUM,
Sch . SCHMETTERLING, und C . HE-RUCK .
Reychsschatzprüfer: Rt. EISERN und RT. HUFEISEN.
Zum gr. OR außer den lt. Spiegel § 76 genannten:Rt. SCHWITZBOLD,
Rt. SCHMETTERLING, EISERN und TROP.
R . HE-RUCK, LOSE, PURZL und USINGER .
S-R EISERN,                                                 Md . PURZL
W-A HUFEISEN,                                            F. TRDP
A KARPFELES.                                             H . LOSE
B TOMMY                                                        T. ENZIAN und WASSERNÖCK
Z MUSS-I-KUSS                                            RT. USINGER

Stand des Reychsschatzes:79 Reychspfennig.

Anlässlich des 75. Wiegenfestes der hohen ALLMUTTER PRAGA wurde im Reyche AUF DER MAUER der Beschluß gefaßt, eine besondere Ehrung und Freude der ALLMUTTER zum Geschenk zu machen. Es wurde ein Sendbote abgefasst:
ERHABENE ALLMUTTER !
Aus allen Gauen des Uhuversums strömen die Ritter Allschlaraffias gen PRAGA, um Dir zur Feyer Deines 75. Geburtstages die Glückwünsche Deiner Töchterreyche zu Füßen zu legen.
AUF DER MAUER
Dein jüngstes Tochterreych, Dein Schmerzenskind, -wir wollen Dir heute einen besonderen Beweis unserer Liebe und Ver­ehrung bieten.
Unser jüngster Ritter, TOMMY , wird nach alten Ritterbrauch von Burg zu Burg reiten, teilnehmen an dem Ritterspiel und Kampf- und reich an Ehren und Anerkennung, ( das sind wir sicher), nach scharfen Ritt auf Schusters Rappen vor Deinen Throne erscheinen. Er wird Dir unsere innigsten Wünsche für weiteres Wohlergehen und damit dem Gedeihen Allschlaraffias, überbringen.
Unser Ritter TOMMY der Zigeunerbaron wird am 3. des Lethemonds a. U. 75 unsere Gemarkung verlassen und Dir erhabene ALLBUTTER, den Nachweis über den weiten, gefahrvollen Ritt, nach seiner Ankunft überbringen.
In Treuen und Erfurcht gegeben
am 1. des Lethemonds a. U. 75 AUF DER MAUER

Ritter TOMMY der Zigeunerbaron hat seinen Reychsauftrag zur vollsten Zufriedenheit erfüllt. Leider findet sich kein Reisebericht über diesen Ritt auf Schusters Rappen bis nach Prag. Die hohe ALLFUTTER aber hat in einen Sendboten an das Reych die Ankunft unseres Gratulanten bestätigt. Es wurde außerdehm vom Reych eine Denkschrift an die hohe Allmutter verfaßt und künstlerisch durch Ritter Dohle ausgeführt. Zum Stiftungsfest werden auch zwei Ritter des Reyches AUF DER MAUER delegiert und zwar Ritter TROP und Ritter SCHMETTERLING.

 

Ein Sendbote der ALLMUTTER PRAGA an das Reych.
Schlaraffia P R A G A
R. G. u. H:z. .

Nach gewissenhafter und eingehender Vergleichung der von Ritter TOMMY der Zigeunerbaron des hohen Reyches AUF DER MAUER vorgelegten Reisebestätigungen mit Spezialkarten und nach Einholung mehrerer Sachverständigengutachten, wird hiemit feyerlich bestätigt, daß besagter Ritter TOMMY den Ritt von den Gemarkungen seines hohen Reyches bis Praga ordnungsgemäß per pedes zurückgelegt hat, allwo er am 19. hu, jus zu unser aller Freude gesund eingelangt ist.
Zwecks Indentifizierung der vorliegenden Dokumente werden dieselben mit dem Rundsigillum der ALLMUTTER versehen.
Praga, am 20. des Lethemond a. U. 75.
Das Kantzlerambt
SCHNITZL.

Die 65. Sippung

am 15. des Lethemonds, AUF DER MAUER­

In dieser Sippung werden die Ritter TROP und SCHMETTERLING , die zum Wiegen fest der ALLMUTTER nach Prag reiten, vom Thron mit der Vertretung des Reyches betraut und ihnen die Adresse an die Praga übergeben. Ferner werden sie beauftragt, einen genauen Bericht über die Feyerlichkeiten und Vorfälle zu verfassen. Ritter USINGER schlägt vor , auf Reychskosten den Rittern ein Stück Seife und eine Bürste mitzugeben, damit sie Ritter TOMMY, den sie unterwegs vielleicht aufnehmen müssen, und der von der Fußreise sehr staubig sein wird, reinigen, bevor er einreitet.
Der Thron hält das aber für überflüssig. Ritter ENZIAN wird für die Ausführung der Dankadresse an die hohe ALLMUTTER PRAGA, bedankt.

Die 66. Sippung

Auf der MAUER. am 22. des Lethemonds a. U. 75.
Eröffnung Glock 2040 des Abends .
Funktion: Herrlichkeit RASANT.
Eingeritten: Hkt. WOLFRAM, Rt. REMBRÄTL v. h. Reyche AN DER KLAUSEN. Anwesend: 25 Sassen,
Vorträge: Ritter FRIEDL, Canzonetta v. Tschaikowsky,
Ritter HUFEISEN, „Der Himmel".
Ritter TOMMY, Reisebericht vom Ritt in die Allmutter PRAGA.
Es heißt im Sippungsprotokoll weiter:
Die Sippung begann mit einem feyerlichen Empfang von Ritter TOMMY, der zum 75. Stiftungsfest der Allmutter auf seinen zweyen Schweißfüßen gen Praga geritten war.
Er wird nun mit einen gar kräftigen Maurer -Bangk begrüßt. Ritter TOMMY der Zigeunerbaron präsentiert der Opposition seine Schuheinlagen.
Ritter EISERN ward durch diesen Gasangriff zu Boden gestreckt und mit viel Mühe von beyden Reychsbadern zum Leben zurückgebracht. Da Ritter EISERN der Protokollführer selbst ist und er während dieser Zeit seyner Sinne nicht mächtig war, hat er dieses Protokoll nur vom Hörensagen ergänzen können.
Ritter TOMMY soll der Titul eines " Hatsch i gen Praga" verliehen werden.
Es wurden an diesen Sippungsabend vier Duelle ausgetragen.
Ritter AUSWENDIG, kontra Ritter LOSE,
Ritter ENZIAN, kontra Ritter HE-RUCK,
Ritter EISERN, kontra Ritter KARPFELES,
Ritter SCHWITZGOLD, kontra Ritter MAL EUCH WAS,
Sieger: 1. AUSWENDIG, 2. HE-RUCK, 3. EISERN, 4. SCHWITZBOLD.
Schluß der Sippung: Glock 2310 des Abends.

Die 68. Sippung

Auf der MAUER, am 5. des Windmonds a. U. 75.

Schlaraffiade
Eröffnung Glock 20-5 des Abends,
Funktion: Herrlichkeit AUSWENDIG ,
Eingeritten: Junker TONY, vom h. R. ZAGRABIA, Ritter THASPIS, vom h. R. CASTellum CORPJOUIAE, und Erb. Hkt. WALDBACH , vom h. R. VINDOBONA.
Anwesend: 15 Sassen,
Anläßlich der Ahallafeyer hält Herrlichkeit AUSWENDIG eine würdevolle Ansprache an das Reych und gedenkt aller in Ahall eingerittenen schlaraffischen Freunde.
Das Reych bringt ihnen ein aufrichtiges Trauerlulu!
Zum vorbereiteten Ausschuß für die Sippung " Höchster Heuriger ", AUF DER MAUER, werden Hkt. RASANT und Rt. TROP bestellt.
Junker TONY vom hohen Reyche ZAGRABIA überbringt eine Kiste Ahnen seines Reyches.
Zur Vermeldung über den Stand des Reychsschatzes:
Stand des Reychsschatzes R . M. 11, 31
Vorträge: Ritter KANN'S, " Dunkler Falter ", von Börris­ Münchhausen.
Ritter WASSERNÖCK, "Vom Sterben auf den Lande", ( Eigenfexung. )
Ritter TES-PISS, "Hamlets-Geist'r,
Ritter WASSERPNÖCK, "Der Schweiß", und Gutachten über Rt. TMMYS Schweißfußeinlage.
Poem von Ehrenritter Gaudeamus.
Forderungen: Ritter LOSE contra Ritter SCHWITZGOLD, Thema: Schweiß.
Schluß der Sippung: Glock 225 des Abends.

Zu den ersten Ehrenrittern des jungen Reyches AUF DER MAUER wurden die Ritter Eb-Hkt. FICHTE, VK 1x1 der hohen Allmutter, Eb-Hkt. UNSER HUM der hohen Vindobona und Hkt. WOLFRAM der hohen AN DER KLAUSEN erkürt.
E H R E N R I T T E R 1 x 1 der erhabenen Allmutter PRAGA !
Vize-Kantzelar Ritter 1 x 1 mit die Strümpf' an, wurde am 2. Eismond a. U. 50, Knappe 413 und am 17. des Ostermonds a. U. 50 zum Junker IGNAZ erhoben.
Der Ritterschlag wurde am 16. Ostermond a. U. 51 an ihn vollzogen.
Am 25. Ostermond a. U. 66 wurde er Erbschlaraffe.
Ursippe der hohen Praga wurde Ritter 1 x 1 am 6. Eismond a. U. 75 und am 5. Lethemond a. U. 75 erhielt er die Würde eines Erb. Vize-Kantzelars.
Ritter 1 x 1 , ein geistig hochstehender Mensch, beliebt und bekannt im ganzen Uhuversum. Jederzeit hilfsbereit den Reychen des Uhuversums, erwarb er sich die größten Sympathien. . Er war 11 Jahre Vizekantzler der ALL­MUTTER PRAGA, er führte das Allschlaraffische Sekretariat als Sekretär des Allmutterrates.
Nach Abtrennung, der später erfolgten Tatsache, daß sich die reichsdeutschen Schlaraffenreyche von der Allmutter Praga trennten, redigierte 1 x 1 erfolgreich „Derer SCHLARAFFIA ZEYTUNGEN“ und erwarb sich große Verdienste durch die Errichtung eines
ALLSCHLARAFFISCHEN ARCHIVES
Leider ist Ritter 1 x 1 einer schweren Bresthaftigkeit am 27. Herbsmond a. U. 77 erlegen und nach Ahalla abberufen worden.
Allzufrüh von uns gegangen, wird er von allen seinen Freunden tief betrauert.

EHRENRITTER „UNSER HUM“
des hohen Reyches VINDOBONA.

Der 17. Februar 1867 sollte für Schlaraffia und besonders für die erst 13 Jahrs später gegründete VINDOBONA bedeutungsvoll werden.
Zu Fulda in Hessen wurde dem eben von Mexiko heimgekehrten österreichischen Offizier von HOEN ein Sohn geboren.
Er nannte ihn nach seinem unvergesslichen Kaiser Maximilian. Der flügge gewordene Max trat wie sein Vater beim Wiener Regiment „Hoch und Deutschmeister " in die Armee ein.
Als 37 jähriger Generalstabsoffizier wurde er in der hohen VINDOBONA Schlaraffe. Fünf Jahre später, nach kurzer Junkermeisterschaft wurde er Oberschlaraffe.
Dies war im Herbst a. U. 50. VINDOBONA war noch in Trauer um den kürzlichen Heimgang des Erb. O. COMITE und des Erb. Sch. KUNIBERT ( O. BIM's Vater) hatte eben den Rahmen zur Abhaltung des glorreichen VII. Allschlaraffischen Konzils abgegeben. Zu den Oberen des Reyches, die Ritter OSTRAUCHEN, Ez. QUARGEL, THESPIS, hatte sich HUM gesellt.
Von den aktiven Würdenträgern jener Tage wirkt in gleicher Eigenschaft außer HUM nur mehr einer: Erb. Sch. CELLULOISL der eben sein 30 jähriges Schlaraffenleben feierte. Die Ritter HOFRAT, GSANGL und HEISSPORN hatten sich damals erst kürzlich sesshaft gemeldet Ritter RABE lenkte als Pilger seine ersten schüchternen Schritte in das Reych. VINDOBONA stand zu jener Zeit wahrhaft auf den Gipfel von Schönheit des schlaraffischen Lebens.
Schon der marmorsäulengerahmte monumentale Stiegenaufgang zum großen Saal der Veste HÖLLENSTEIN im obersten Stock Werk des Börsengebäudes, schlug jeden Neuankömmling in einen wundersamen Bann, um so mehr dann der Zauber des im vollsten Lichte erstrahlenden Festsaales mit seinen reichen Wand- und Deckenverzierungen, seinem glänzenden Thron, dem bunten, stets einem kleinen Konzil nahekommenden Gewimmel eigener Sassen und auswärtiger Freunde, von denen viele in blitzenden Uniformen erschienen. Ein farbenprächtiges bezauberndes Bild mit einer Perlenreihe unvergesslicher Sippungen auf hohem Niveau des Geistes und der Freundschaft .
Sippungen , die der zahlreichen Künstler wegen spät begannen und meist mit einigen Fortsetzungen, noch viel später endeten.
Hier schwang der jugendliche HUM in geist--­sprühender Weise das Reychszepter. Wenn er nicht fungierte saß er weit zurückgelehnt, mit unnachahmlicher - geradezu aufreizender, stiller Behaglichkeit dem glänzenden Getriebe zusehend. Die trug ihm von „böswilliger Seite'' das Geschenk einer Schlummerrolle und den Titul „Schlafgraf von Wachauf" ein. Doch wehe nenn sich jemand vermaß, den scheinbar göttlichen Schlummer zu stören. Der Frevler ward sofort mit einem Geistesblitz aufgespießt und in einer tosenden Lachsalve des Reyches an den Pranger gestellt.
Aus blendenden Sippungen und Burgfrauensippungen erwuchsen unter HUM's Anregung Krystallinen in der Burg und anderswo.
Da rief der plötzliche Tod STRAUCHENS, HUM an die erste Führerstelle. Ritter GSANGL und später HOFRAT waren ihm als Oberschlaraffen, Ritter HEISSPORN als Marschall, an die Seite getreten. Kantzelar war Ritter FREUNDSBERG, Schatzmeister Ritter CELLULOISL.
Schalere Probleme harrten der Lösung. Die Sassenzahl des Reyches VINDOBONA, war weit über 300 gestiegen und besonders durch Sesshaft-meldungen weiterhin im Wachsen begriffen. Die zunehmende Unmöglichkeit der Sassenunter­bringung und der Sippungsleitung schrie nach einer Regelung. Bald stand im Reyche das Thema „Reychsteilung"- im Spiegel nicht vorgesehen, -zur Debatte.
Phantastische Vorschläge flogen auf:
Teilung nach Autochthonen und Sesshaftgewordenen, Scheidung nach dem Alphabet, nach Wiener Wohnbezirken, endlich auch die "Freiwillige" Meldung zur neuen Gruppe. Doch fast alle wollten, -gewiß ein schönes Zeichen von Zusammengehörigkeitsgefühl, -bei der alten VINDOBDNA bleiben.
Als HUM, als weitblickender Pro-Redner, in der beschlußfassenden Schlaraffiade sprach, wurde ihm heftig entgegengerufen:' Und wer sollte überhaupt den neuen Teil führen'? Worauf er, rasch und opferbereit freudig entschlossen er klärte, selbst die Führung des neuen Teiles zu übernehmen. Dem ersten allgemeinen Entsetzen über die nicht gleich zu überblickenden Konsequenzen folgte ruhige Einsicht und endlich, nach HUM's Vorschlag, der REYCHSBESCHLUSS
Das Konzil in Zürich ( Juni 1914 )möge einer Spiegeländerung zur Gruppenteilung VINDOBONAS zustimmen. "
In den für alle Konzilsteilnehmer unvergesslichen äußerst schwierigen Debatte wurde dieser Antrag von HUM als Legaten VINDOBDNAS und von O. DEVAST der ALLMUTTER PRAGA als Konzilvorsitzenden in überragender, von fortreißendem Humor getragenen Meisterschaft, siegreich zum Beschluß geführt.
Das war HUM's erste Großtat um VINDOBONA. Die spätere Tat sollte sein, daß er es zuwege brachte, nach dem Kriege diese Teilung zufriedenstellend durchzuführen und beiden Gruppen, Mi und Do, der verbindende gemeinsame Vater zu sein.

Als der Krieg ausbrach, HUM Chef des Kriegspressequartiers im AOK wurde, und fast alle Sassen der österreichisch-ungarischen Reyche im Militärdienst standen, traten an HUM nicht minder schwierige Aufgaben heran. Durch die Umstände zu einer Art schlaraffischen "Obergotts" mit importierter militärischer Allmacht erhoben, sah er sich allsobald im Brennpunkt des Interesses aller von Kriegsnöten bedrückten Schlaraffenbrüder.
" No, wen hätt'ma denn da? " so lautete gewöhnlich die Frage. Und die Antwort natürlich:" HUM "' Jeder glaubte, der Einzige zu sein. Solche Anliegen, meist um eine kleine Verwendung entweder direkt im feindlichen Feuer oder manchmal auch weiter rückwärts, waren Legion. HUM hat in seiner beispiellosen Verbindung von Geduld, Güte, Gerechtigkeit und Rücksichtnahme auf militärische Pflicht die Frage gelöst. Ungezählte Familien ist er zum rettenden Schicksal geworden.
Diese Tätigkeit HUM's setzte sich in den schweren Nachkriegs­jahren in anderen Belangen fort. Zu einer Zeit wo das Reych geteilt wurde und er die Führung der Mi-Gruppe übernahm, aus der er in Eintracht mit der Schwestergruppe Do, unter Einführung ausgewählter Zuwächse, ein harmonieerfülltes Reych machte. In diese Zeit fällt auch die Erwerbung der eigenen Burg beim Wilden Mann. Wenn auch der Hauptteil der inneren Reychsangelegen­heiten anderen bewährten Händen anvertraut war, gab es wohl kaum eine Reychsangelegenheit, in der nicht Früchte seines schöpferischen 'Geistes , kritischen Sinnes, seiner Güte ausgleichend, und weitblickenden -abgeklärten Weisheit zum Ausdrucke kamen. Heftig und ganz energisch wurde er nur einmal, als der allschlaraffische Bestand durch den Einbruch trennender Ideen gefährdet war.
Wie selten Einer, hat er das eigentliche Wesen, den tiefsten Sinn der schlaraffischen Idee als " praktische Philosophie '· erfasst und stets bestätigt. Mit souveränen Lächeln turmhoch über den kleinlichen Nichtigkeiten des Lebens stehend, sah er als bestes Heilmittel für die meisten Konflikte und Spannungen die humorvolle milde Lösung, wo es anging, mittels der Travestie. Ungezählt sind seine geistvollen Ausfälle, durch die er sieghaft wirkte, auch im profanen Leben.
Im Kriegsarchiv Wien, dessen Direktor er ab 1916 war, wurden in der Umsturzzeit aufgeregte Existenzversammlungen des zahlreichen Personals abgehalten. Als HUM bei einer solchen, sich zuspitzenden Debatte lange in stoischer Ruhe zuhörte, sich endlich auch das Wort erbat und sagte:
" Meine Herren! Es gibt für den Mann nur einen einzigen Augenblick, in dem er aufgeregt sein darf: in der Umarmung der Frau. " Schallendes Gelächter löste die Spannung.

In einer Sippung kam HUM auf das Wirken der Ärzte im Kriege zu sprechen, die er als die eigentlichen Kriegsverlängerer bezeichnete, da sie immer wieder alle Soldaten gesund kuriert und so alle Verluste verhindert hätten.
Als Kaiser Karl nach persönlicher Übernahme des AOK (Armee Oberkommando) das Kriegspressequartier inspi­zierte, sagte er zu HUM: " Ich höre, daß bei ihnen eine Menge Leute sind, die noch nicht an der Front waren. Die müssen hinaus. Darauf HUM: „Majestät, das haben schon andere versucht, das wird auch Ihnen nicht gelingen. “
HUM führte u. a. auch den Titel " Embrassadeur d'Autriche". Diesen erhielt er vom O. BIM gelegendlich eines Burgfrauenabends bei dem er als Fungierender eine Art " Allmutterküsse " mimte.
So könnte man nach lange berichten von Blüten aus HUM's schier unerschöpflichem Jungborne. Vom letzten Uhubaumfeste aber schwingen einige Worte zu uns fort.
Er wies darauf hin, daß das Leben ein ständiger Abbau von Illusionen sei, Schlaraffia dagegen eine in uns selbst aufgebaute Illusion, ein Kindheitstraum, der am Uhubaumfest seinen besonderen Ausdruck findet und dem wir treu bleiben müssen. So wie äußerlich am Uhubaum, müssen wir immerwährend in unseren Herzen die Lichter entzündet halten, als Wegweiser in unserer Gemeinschaft und draußen in der Beträngtheit des Lebens.
Das 27 jährige Oberschlaraffat HUM's, dessen hervorragende, wissenschaftliche und gesellschaftliche Stellung in der profanen Welt, dem Reych immer sehr zu statten kam und der es verstand die rechten Mitarbeiter heranzuziehen, ist zugleich Reychsgeschichte VINDOBONA's, aber auch zum Teil ALLSCHLARAFFIAS. Die eiserne Bindung VINDOBONA­ - PRAGA, von HUM stets verstärkt und verteidigt, hat im Anprall schwerster Wogenstürme eine der stärksten Verankerungen für ALLSCHLARAFFIA gebildet.
Ritterlichkeit des Offiziers, Selbstlosigkeit,
Hilfsbereitschaft, feinsinniges mildes Verstehen, Menschenliebe - gekrönt von dichterischer Genialität und Lebensweißheit sind einige der kostbaren Eigenschaften HUM's, deretwegen ihm alle Herzen zuflogen, die das Glück hatten, mit ihm zusammenzutreffen.

EHRENRITTER FICHTE der erhabenen ALLMUTTER PRAGA .

Erbherrlichkeit F I C H T E redivivus wurde am 10. Lenzmond a. U. 58 Knappe No. 165 der hohen PRAGA, am 24. Windmond a. U. 58 zum Junker erhoben wurde er dann am 20. des Ostermond a. U. 59 zum Ritter geschlagen.
Am 7. des Ostermonds a. U. 75 war er zum Erboberschlaraffen erkürt und erhielt am 28. Ostermond a. U. 75 die Würde eines Erbschlaraffen.
Bis Ende der Jahrung a. U. 77 war FICHTE  Erboberschlaraffe der PRAGA, dann legte er seine Würde nieder und übersiedelte nach Castellum ALBIENSE. Er zierte den Thron der ALLMUTTER volle 13 Jahre.
Erbherrlichkeit F I C H T E war einer der glänzensten Redner des Uhuversums, als Gelehrter-Götheforscher, ist er in der ganzen literarischen Welt bekannt und geehrt.
Nur mit allergrößten Bedauern sah das Reych PRAGA diesen als Mensch, Schlaraffe und Redner hervorragenden (dann scheiden. Die innigsten Wünsche für seinen Aufenthalt in der kleinen Stadt Leitmeritz begleiteten ihn dorthin, wo fern vom Lärm und Trubel der Großstadt, Erbherrlichkeit FICHTE nur seiner Wissenschaft leben wollte.
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Sie alle die wir nannten, waren und werden stets und allerwegen im Geiste mit und bei uns seine Was ideal denkende Männer einst schufen, setzen ideal denkende Mnner fort. So wie die kleine Calonie die einmal als das 296 zigste Reych in das Uhuversum aufgenommen wurde und heute nicht mehr an der letzten Stelle unserer Stammrolle steht, werden nach unserem Reych viele neue Reyche und wieder Colonien entstehen.
Wir wollen an unserem schönen Reych weiterbauen, wollen Schlaraffen sein und bleiben, getreu unserer unvergesslichen ALLMUTTER PRAGA, getreu der großen schlaraffischen Tratition DAS WALTE  U H U
So steht es in einer Rede der Herrlichkeit VONGRATZ in der 71. Sippung vom 26. des Windmonds a. U. 75


Die 72. Sippung

vom 3. des Christmonds a. U. 75

In der welche als Schlaraffiade abgeführt Wurde, fungierte Herrlichkeit AUSWENDIG.
Es wurden das Uhubaum-Comite gebildet:
Ehren -Präses: Hkt. Ritter RASANT, Obmann: Ritter TROP, Mitglieder die Ritter SCHMETTERLING, USINGER, und die Klexer.
Herrlichkeit Auswendig hatte über den sogenannten Maurer Spiegel zu Beginn der Sippung gesprochen. Schlaraffen hört' : Bevor wir die heutige Sippung beginnen, fühle ich mich aus besonderen Gründen bewogen, eine Erklärung unserer Ansicht bekanntzugeben.
Schlaraffia AUF DER MAUER soll, wie man ab und zu zu hören bekommt, nicht immer am Spiegel und Ceremoniale festhält, man spricht mit Recht oder Unrecht vom sogenannten Maurer Spiegel. Wir nehmen an , daß solche Bemerkungen sebstverständlich nur in freundschaftlicher Weise fallen und daß damit kein Werturteil über unser Reych abgegeben werden soll.
Wie jede Gemeinschaft von Menschen nur dann zusammenleben kann, wenn Weisungen, Richtlinien oder Gesetze regelnd eingreifen, so gibt es auch für uns Schlaraffen Gesetze, die wir den Spiegel nennen. Damit aber kann natürlich nicht gemeint sein, daß starr am Wortlaut der SpiegelParagraphen festgehalten werden muß und daß jedes Abweichen untersagt ist. Ödes Paragraphenturn muß abgelehnt werden und entspricht auch nicht schlaraffischen Wesen.
Nicht einmal der profane Jurist kann sich nur an den Wortlaut der Paragraphen halten. Er würde damit zum sturen Paragraphenreiter, er muß als volksnaher Jurist den Sinn des Gesetzes interpretieren und die Paragraphen Weisen ihm nur den Weg, auf dem er gehen soll. Wäre es anders, so könnte jeder Laie Recht sprechen, indem er nach dem Text der Paragraphen, z. B, einen Dieb zu 1 bis 3 Jahren Zuchthaus verurteilt, indem er sich einfach an den Wortlaut des bezüglichen Gesetzesparagraphen hält.
Im Hinblick auf den sogenannten Maurer Spiegel könnte nun vielleicht an unserem letzthin stattgefundenen Junker und Knappenturnay Kritik geübt Werden und man könnte zu ganz falschen Schlüssen kommen. Wir dürfen heute gesteh'n, daß wir selbst, als Uns in groben Umrissen von dem Vorhaben unserer Junkertafel berichtet wurde, selbst in Ansehung der Führung durch unseren Stellvertretenden Junkermeister Ritter DIDELDUM, etwas beeindruckt waren. Denn was man beabsichtigte konnte sehr leicht zu einer schweren Entgleisung führen. Wir haben infolgedessen auch der Junkertafel durch eine besondere Geste beim Singen des Eröffnungsliedes zu verstehen gegeben, daß Wir durchaus nicht gewillt sind, die Zügel der Regierung aus der Hand zu geben und Wir konnten mit Genugtuung feststellen, daß die Junkertafel diesen, Unseren Hinweis verständnisvoll und schlaraffisch aufgenommen hat. Das Junkerturnay selbst war aktuell in der äußeren Form und wurde auch in Situationen, die leicht zu Extemporationen führen konnten, ohne Anlaß zu Bedenken oder gar Klagen zu geben, durchgeführt.
Der Nachwuchs der da heranwächst; ist - und diese Unsere Meinung soll besonders unterstrichen werden, - für Schlaraffia erfreulich. Was noch fehlt wird im Laüfe der Jahrungen, auch dann wenn unsere heutigen Junker schon Ritter geworden sa in sollten, noch ausreifen.
Wir haben auf jeden Fall, als Wir die Zügel der Regierung wieder ergriffen, um sofort die tatsächlichen Verhältnisse wieder herzustellen und um keine Zweifel an dem fest gefügten Bestand des Thrones aufkommen zu lassen, die Freveltaten der Junkertafel dadurch gesühnt, daß Wir die prominentesten Teilnehmer des Turney in das Burgverlies warfen. Unsere Junker fügten sich, wie Wir nicht anders erwarteten, schlaraffisch fröhlich unserem Befehl.
Wir können daher heute unseren Junkern und Knappen und im erweiternten Sinne auch schon den mitbeteiligten Prüflingen danken, denn sie haben eine schlarafffische Bewährungsprobe bestanden.
Wir möchten die Gelegenheit wahrnehmen gerade im Rückblick auf das Junkerturney noch folgendes zu sagen. Man spricht viel von der schlaraffischen Idee und vom schlaraffischen Gedanken. Vieles ist im Laufe der Zeit verloren gegangen. Es gibt die schlaraffische Idee und ihr Symbol ist die Allmutter PRAGA. Auch der schlaraffische Gedanke ist existent in der Zusammengehörigkeit aller Schlaraffen in der Welt. Schlaraffe sein ist ein Zustand, hat einmal jemand gesagt. Es ist jedenfalls mehr als ein Vereinsmitglied zu sein. Der Schlaraffe strebt nach dem Ideal, der den Menschen über das Alltägliche hebt. Er wünscht die Hochhaltung treuer selbsloser Freundschaft und er pflegt die Kunst, die t7uelle reinster Freude.
Schlaraffischer Humor ist ein Sorgenbrecher, dez' uns nach all den Mühen des profanen Lebens wieder zu neuer SchaffensFreude befähigt. Die Sippungstage aber sind die Kulminationspunkte schlaraffischen Wesens und Lebens.
Unsere Lieder, das " LULU PRAGA " und das " WIE KÖNNT ICH DEIN VERGESSEN ", sind zu den schlaraffischen Herzen gehend Hymnen und Weihegesänge, die uns zutiefst bewegen und feierlich stimmen.
Wir haben gewiß noch viel Arbeit vor uns, zu der wir unseren Nachwuchs dringend benötigen. Wir haben vor und nach der Sanktion schwere Kämpfe um unsere Existenz führen müssen und haben gesiegt, indem wir uns vielfach selbst besiegten. Wir haben auch um unsere Wiederaufrichtung gerungen und wir haben das Ziel, uns wieder Schlaraffen im eigenen Reych nennen zu dürfen, erreicht.
Wir werden gemeinsam dem jungen Reyche, dessen sind wir gewiß, den Platz im Uhuversum sichern könnender ihm zukommt und den es gewiß verdient.
Wenn wir uns heute zu dieser Erklärung und unserer Meinungsäußerung veranlaßt fühlen, so wollen wir damit nichts anderes erreichen, als allen möglichen Bedenken und Anwürfen im Vorhinein zu begegnen und so eine klare und reine Athmosphäre schaffen. Wir wollen die Sippungsabende so freudvoll und friedvoll gestalten als möglich und all das was profan menschlich ist soll wirklich draußen bleiben.
Wir wollen uns unter keinen Umständen die Freude am Schlaraffentum, von Niemanden verderben lassen, mag kommen was auch immer kommen will.

                                                                                          Lulu ALLMUTTER PRAGA­
                                                                                          Lulu unserem schönen Reych!

 

UHU 76 - 1935

Eine neue schlaraffische Jahrung beginnt, a. U. 76

Die 76. Sippung

Auf der MAUER, am 7. des Eismonds a. U. 76
Schlaraffiade.
Funktion: Herrlichkeit AUSWENDIG, H kt. VONGRATZ,
 Anwesend: 17 Sassen
Eingeritten: Ritter ARTUR vom hohen Reyche VINDOBONA, Ritter. KALAUER, v. h. Reyche CASTELLUM CORNOUIAE,
Bericht des Marschalls: Durchschnittsbesuch im Christmond 23 Sassen,
Einritte: 13 Vorträge eigener Sassen: 30, Gäste 4.
Anspruch auf den Jahrungsring haben die Herrlichkeiten Ritter RASANT, AUSWENDIG, und Ritter VONGRATZ.


Ausserdem die Ritter KARPFELES, SCHWITZBOLG, SCHMETTERLING, ENZIAN, LOSE, MUS-I-KUSS, MAL-EUCH-WAS, TOMMY und Junker FRIEDRICH .
Austria Ahallafond:
Das anzuzahlende Sterbegeld wird von 600. - auf 500. -ö. S. herabgesetzt, bei gleichbleibender Beitragsleistung von 70 Groschen für jeden Ahallaritt. Sassen über 60 Jahre können keine Aufnahme mehr finden.
Der Schatzmeister: Stand des Reychsschatzes R.M. 9. 47 Keinen Vortrag brachten im vergangenen Christmond:
Ritter HUFEISEN, MUSIKUSS:, PURZL, TROP und Knappe 12.
Für die Wurst und Durstsippung wird Ritter TROP zum Ehrenpräses bestellt.
Schluß der Schlaraffiade Glock 9. 25 des Abends.
Beginn der 76. Sippung Glock 9. 40 des . :Abends.
Funktion: Herrlichkeit AUSWENDIG, ab 10. 35 Hkt. VONGRATZ.
Uorträge: Ritter EISERN, " Frühlingsabend".
Ritter KALAUER, Neujahrswunsch aus Deutschland,
Herrlichkeit VONGRATZ - Vorschläge an die österreichische Regierung zur Behebung der Arbeitslosigkeit, Schaffung neuer Berufe.
Ritter HUFEISEN- " Nehmt's Euch zu Herzen. "
Duelle: Herrlichkeit AUSWENDIG contra Rt. ENZIAN.
Thema: "Aber schlaraffisch muß es sein-alias Schlaraffe muß ich sein. "
Sieger: Ritter ENZIAN.
Ritter ENZIAN revoltiert gegen den Thron und wird in das Burgverließ abgeführt, was nur unter Anwendung von Brachialgewalt möglich war. Die Regierung hat jedoch in ihrer unendlichen Weisheit und Güte bald wieder seine Amnestierung vorgenommen.
Schluß der Sippung Glock 11 des Abends.

 


Die 80. Sippung

vom 4. des Hornungs a. U. 76,

die gleichzeitig Schlaraffiade war, fand nun die Verabschiedung der Herrlichkeit RASANT statt.
Die Sippung stand im Zeichen des Abschiedes, der von allen Sassen geliebten Herrlichkeit RASANT, und des Gründers und Führers des Reyches AUF DER MAUER .
Nach . der Schlaraffiade bzw. Schmuspause hielt Herrlichkeit AUSWENDIG eine feierliche Abschiedsrede an Herrlichkeit RASANT, welche in der Verleihung des Titels " UNSER“ ausklang.
Zum Abschied der Herrlichkeit RASANT wurde ein Ehrenritt der Sassen und eingerittenen Recken exekutiert. Darnach folgte die Dankesrede RASANTS.
Ritter ENZIAN und Ritter MAL-EUCH-WAS gaben ein neuetliches Treuegelöbnis namens der seinerzeitigen Oppositionellen ab.
Ritter HE-RUCK dankt Herrlichkeit RASANT, als seinen seinerzeitigen Paten.
Pilger Dr. Polatko wird als Prüfling aufgenommen.
Ritter TOMMY hält einen Abschiedsspruch der Schlaraffenfugend an die scheidende Herrlichkeit RASANT samt Burgfrau.
Ritter RASANT, einer der Gründer des Reyches RUF DER  MAUER geht aus beruflich-profanen Verhältnissen nach Bozen und verläßt die Gemarkungen unseres Reyches.

Die 83. Sippung

 

im hohen Reyche AUF DER MAUER stand im Zeichen des
G a u d e a m u s - T u r n e v
und traten zu diesem Kampfe 3 Sassen und zwar: Herrlichkeit AUSWENDIG, Herrlichkeit VONGRATZ, und der Ritter ENZIAN an.
Herrlichkeit AUSWENDIG brachte: Der Ichthyosaurus, frei nach Scheffel.
Herrlichkeit VONGRATZ brachte: Das Lied der Arbeit.
Ritter ENZIAN brachte: Das Bärbsle von Säckingen.
Sieger des Gaudeamus Turney war Rt. ENZIAN.
Vor Beginn des Turneys brachte Ritter KALAUER eine sehr stimmungsvolle Einleitung für diese Feyer die in einem Hymnus an den Ritter Gaudeamus ausklang. Am Clavizimbel Ritter MILIEU.

Die 88. Sippung

 

In der Ostermond-Schlaraffiade, der 88. Sippung im Reyche AUF DER MAUER, wird der Prüfling Polatko weiß gekugelt und als Knappe 14 in Allschlaraffia aufgenommen.
Der Durchschnittsbesuch im Lenzmond a. U. 76: 17 Sassen, Einritte: 19 Sassen,
Vorträge eigener Sassen 19, Gastrecken 7.
Die Pilger Hofbauer und Schaden werden Prüflinge. Jahrungsrinqe erhalten: Herrlichkeit AUSWENDIG, Herrlichkeit VONGRATZ,
die Ritter KARPFELES, SCHWITZBOLD, SCHMETTERLIPdG, ENZIAN, MAL-EUCH-WAS, TOMMY und Junker FRIEDRiCH.
Stand des Revchsschatzes: RMl. 23. 95

In einer Ordenssippung des hohen Reyches VINDOBONA wurden verliehen an Würdenträger und Sassen des Reyches AUF DER MAUER:
den Herrlichkeiten AUSWENDIG, RASANT und VONGRATZ das Komturkreuz der VINDOBONA.
Kantzler Ritter KARPFELES und Ritter DIDELDUM den Höllensteinorden.
Ritter KAUTZ und Ritter TOMMY, den Verdienstorden II. für Kunst und Wissenschaft.

Titelverleihung:
R itter ENZIAN                    Gaudeamus,
Ritter DOHLE                       Großklexer, "
Ritter MAL-EUCH -WaAS              Marquise Visage

            Die 92. Sippung

vom 29. des Ostermonds a. U. 76

Im hohen Reyche AUF DER MAUER fand die WAHLSCHLARAFFIADE statt. Gewählt wurden:
Oberschlaraffen Hkt. AUSWENDIG, VONGRATZ, und RASANT.
Kantzelar: Ritter KARPFELES,
Marschall: Ritter SCHWITZGOLD,
Junkermeister: Ritter TOMMY,
Schatzmeister: Ritter SCHMETTERLING,
Ceremonienmeister: Ritter LOSE,
Mit Reychsämtern wurden betraut:
Die Ritter KARPFELES, BAMBI, FRIEDEL, TROP, KANNS, DOHLE, MAL-EUCH-WAS, PURZL, USINGER, EISERN, HE-RUCK, ENZIAN, WASSERNÖCK, TOMMY und Ritter MUSIKUSS .
Der Durchschnittsbesuch im Ostermond betrug: 20. 7-Sassen, Einritte 74,
Vorträge eigener Sassen: 17, Gastrecken 13. Oen Jahrungsring erhielten zuerkannt: Herrlichkeit AUSWENDIG und Hkt. VONGRATZ, Kantzelar Ritter KARPFELES,
Marschall RItter SCHWITZGOLD,
Schatzmeister Ritter SCHMETTERLING, und die Ritter BAMBIt ENZIAN, MAL-EUCH-WAS, und TOMMY.
Der Prüfling Nirpot Wurde Weiß gekugelt und als Knappe 15 in Allschlaraffia aufgenommen.
Stand des Reychsschatzes: R. M. 139. 44
Der Verdienstorden des hohen Reyches Burekhardia wurde an Herrlichkeit VONGRATZ und AUSWENDIG I. Klasse­ und an die Ritter SCI-IWITZBOLD, EISERN und ENZIAN II. Klasse verliehen.

In einen Sendboten der
ALLMUTTER PRAGA heißt es:
R. G. u. H. z!

Innigstgeliebte Tochter AUF DER MAUER !
Wir Waren überaus erfreut, als Wir die Nachricht erhielten, daß Du unseren Erboberschlaraffen, Sr. Herrlichkeit
                                    F I C H T E redivivus
und unseren Vicekantzler
                                               1 x 1 mit die Strümp'an
zu Deinen Ehrenrittern erküret hast. Wir sehen uns in diesen Würdenträgern durch Dich geehrt. Nimm die Versicherung entgegen, daß wir dies um so mehr freudigst zur Kenntnis nehmen, als es uns ein schönes Zeichen Deiner kindlichen Liebe zu uns bedeutet.
Gleich große Freude bereitete uns die Auszeichnung unseres viellieben Ritters HERSTELLT der Stiefelknecht, auch hiefür danken Wir Dir von ganzen Herzen.
Die von Dir so hoch Geehrten haben uns gebeten, Dir mitzuteilen, wie sehr sie sich über Deine Munifiszenz freuen und sich durch Deine Auszeichnungen geehrt fühlen. Sie danken Dir aus ganzen Herzen.


Gerne ergreifen wir die Gelegenheit, Dir zu sagen, daß wir uns besonders darüber freuen, daß nur gute Nachrichten von Dir kommen.
Wir wissen, daß Du heute ein gefestigtes Reych bist und streng im Sinne und im Geist des Spiegels und Ceremoniales sippest.
UHU segne Dich und Deine viellieben Sassen!

ALLMUTTER PRAGA
            HIP, 1 x 1
Praga, am 13. des Wonnemonds a. U. 76

 

Leider sollte die schöne, ruhige Zeit, in der die Sassen des Reyches AUF DER MAUER wie eine große Familie lebten, nicht von längerer Dauer sein.
Religiöse, sowie politische Differenzen wurden, schlaraffischen Prinzipien zum Trotz, ins Reych getragen.
Es begann im Jahre 1935, als eine Verordnung des heiligen Offiziums in Rom den Katholiken den Besuch Schlaraffias verbot. Der Obmann Erbherrlichkeit HYP der hohen Praga fuhr nach Rom und nach langen Besprechungen und einer Aussprache, in einer Audienz beim Papst, glätteten sich wieder die Wogen. Doch die politischen, dunklen Wolken schwanden nicht. In unserem Vaterland Österreich wie in fast ganz Europa waren politische Ereignisse und Machtkämpfe an der Tagesordnung.
Laut Anforderung der Vaterländischen Front vom 27. 8. 1935 der Hauptgruppe Mauer bei Wien, wurde eine Mitgliederliste angefordert, um feststellen zu können, ob eventuelle politische Gegner des damaligen, herrschenden Parteiapparates, in der Schlaraffia eine politische Gefahr gegen diesen errichten könnten.

So wurde das Reych AUF DER MAUER der profanen Welt zur Beurteilung und unter profane Gesetze gestellt.
Die Mitglieder des profanen Vereines wurden am 8.9.1935 als Mitglieder des Vereines Schlaraffia Mauer bei Wien gemeldet.
Es waren damals 31 Mitglieder über deren politische Einstellung Niemand im Reyche AUF DER MAUER wußte.


MITGLIEDERLISTE
des Vereines " SCHLARAFFIA " Mauer bei Wien. am 8. Oktober 1935.

Aust Erwin, Chefmathematiker, Mlauer, Marktgemeindeg. 16

Bähre Fritz, Ing. Maschinenfabrikant, Wien, 12. , Oppelg. 9

Biffl Fritz, Dir. des Taubstummeninstituts, Wien, 13. , Speisingerstraße 105

Böhm Paul, Kaufmann, Perchtholdsdorf, Wienerstr. 45         

Bratschneider Franz, (Frh. v. )Hauptmann a. D, Mauer, Gebirgsgasse 24

Förster Karl, Ing. und Baumeister, Mauer, Kaisersteing. 22

Frank Emil, Major d. R. Kaltenleutgeben, Stollwiese 6

Glisch Edmund, Stadtbaumeister, Mauer, Liesingerstr. 22

Heller aulius, Dr. med. Kaltenleutgeben, Sanatorium Winternitz,

Hörbiger Hans, Ing. Mauer, Jesuitensteig 8,

Kafka Josef, Kunstmaler, Rodaun, Elisenstraße 7,

List Karl, Dr. Rechtsanwalt, Wien, 6. , Getreidemarkt

Mautner Oskar, Dr. Chefarzt u. Besitzer des Waldsanatoriuns Perchtholdsdorf

Nirpot Paul, Ing. Studienleiter, Mauer, Kaisersteiggasse 1G,

Paschke Uiktor, Direktor, Mauer, Oelzeltgasse 15',

Pfaunz Franz, Disponent, Atzgersdorf, Schulgasse 3,

Pochlatko Erich, Professor, Dr. Mauer, Kaisersteiggasse 10,

Prasch Cornet Rudolf, Gesangspädagoge, Wien, 6. , Lindeng. 4,

Preußler Ernst, Ing. Chemiker, Rodauner Zementfabrik AG.

Rainer Wilhelm, Professor, Mlauer, Langegasse 113-115,

Reitmayer Franz, Hptm. a. D. Regierungsrat, Mauer, Leipzigerstraße 23,

Rumpold-Rumfels, Generalmajor d. R. Mauer, Schwarzwaldgasse 4,

Rektenwald Fritz, jun. Kapellmeister, Wien, 6. , Pfauengasse 8,

Schallaböck Franz, Dr. Rechtsanwalt, Mauer, Hauptstraße 55.

Schank Hans, Braumeister i. R. Perchtholdsdorf, Hochstr. 8,

Schuöcker Franz, Arch. u. Stadtbaumeister, Mauer, Dr. Kühnegasse 12,

Sommer Josef, Hptm. a. D. Insp. d Postsparkassenamtes, Mauer, Langegasse 26,

Trelde Wilhelm, Sekretär, Wien, 13. , Hofwiesengasse 19,

Wagner Ernst, akad. Maler, Architekt, Klosterneuburg, Babenbergerstrasse 37,

Waßmuth Heinrich, akad. Maler, Wien, 13. , Anton-Langerg. 33;

Zimmer Martin, Zahntechniker, Mauer, Hauptplatz,

 

Ein Brief an die
B e z i r k s h a u p t m a n n s Hitzinq Umgebunq_
Mauer am 22. Oktober 1935,

In der letzthin stattgefundenen Generalversammlung des Vereines " SCHLARAFFA auf der Mauer, Wurden im Sinne des. § 15~ der Statuten die Neuwahlen der Vorstandsmitglieder vorgenommen, die folgendes Ergebnis hatten:
Obmann: Ingenieur Karl Förster, Baumeister,
Stellvertreter: Ing. Ernst Preußler, Chemiker
Stellvertreter: Wilhelm Trelde, Sakretär,
Schriftführer: Emil Frank, Major d. R.
Schriftführer: Franz Frh. v. Bretschneider, Hauptmann i. R.
Kassier: Franz Reitmayer, Regierungsrat
Kassier: Edmund Glisch, Stadtbaumeister
Ersatzmänner: Friedrich Rumpold-Romfels, Generalmajor d. R.
Erwin Aust, Chefmathematiker.

Der Schriftführer.                                                                         Der Obman

Die 97. Sippung

des. hohen Reyches AUF DER MAUER,
am 5. des Windmonds a. U. 76

profan also im Jahre 1935, wurden zum ersten Mal Beschlüsse gefasst, welche dem Reych aus der Profanei auf wurden.
Die 97. Sippung war gleichzeitig Windmondschlaraffiade
Eröffnung Glock 8:30 des Abends
Funkttion: Herrlichkeit VONGRATZ
Eingeritten: Rt. Kalauer v. h. Reych Castellum Cornoviae Anwesend : 16 Sassen

Anschließend erfolgte eine sachliche Betrachtung über das Verhältnis zwischen Schlaraffia und der röm. kath. Kirche.
Herrlichkeit RASANT beantragt im Hausgesetz folgende Punkte:
1. Die Zugehörigkeit zur Schlaraffia ist unvereinbar mit der Zugehörigkeit zur Freimaurerei.
2. Die Sassen des Reyches AUF DER MAUER erklären Ehrenwörtlich, ( in Form eines Reverses, ) daß sie zur Zeit keiner Freimaurer-Organisation angehören und verpflichten sich, für den Fall eines eventuellen künftigen Beitrittes in eine solche, freiwillig aus der Schlaraffia auszutreten, widrigenfalls mit dem Ausschluß vorgegangen werden muß.
Ritter EISERN bemerkt hiezu: Die Opposition hegt Bedenken, daß der Beschluß die Freimaurer aus Schlaraffia auszuschließen blos ein Auftakt dazu wäre, auch unfreiwillige "Maurer" aus unseren Reych auszuschließen, sodaß zum Schlusse nur mehr "Rodauner" und Kaltenleutgebner übrig blieben. ( Dieser Uhublitz wurde mit einen Blitzahnen belohnt).
Ritter TOMMY beantragte Schluß der Debatte und Abstimmung, welcher Antrag angenommen wurde und die Abstimmung einstimmig erfolgte.
Die Fahrendmeldung des Ritters USINGER wird nach längerer Wechselrede über Antrag der Herrlichkeit UNSER RASANT dahin entschieden, daß diese mit Bedauern nicht zur Kenntnis genommen, dem Ritter US INGER aber in Würdigung der angeführten Gründe, ein Reychsurlaub von 6 Monaten bewilligt wird. Reychsmarschall Ritter SCHWITZBOLD erstattet die Meldung vom Ablaufe der Prüfungszeit des Prüflings Schaden, worauf der geheime Oberschlaraffenrat die Zulassung des genannten Prüflings zur Kugelung beschließt.
Die Pilger Reßl und Straßgschwandner werden zu Prüflingen angemeldet. Eine Mitteilung des Austria-Ahallafonds gelangt durch Ritter SCHWITZGOLD zur Verlesung, wozu Herrlichkeit UNSER RASANT bemerkt, daß der Ahallafond eine Privatangelegenheit, aber eine sehr segensreiche Einrichtung sei, die allgemein nur wärmstens empfohlen werden kann.

Ritter KANN'S stellt bedauerlicherweise einen erheblichen Schwund unserer Liederbücher fest. Herrlichkeit UNSER RASANT regt hiezu an, daß jeder Sasse sein eigenes Liederbuch haben und bei sich verwahren soll.
Reychsschatzmeister Ritter SCHMETTERLING berichtet über den Stand des Reychsschatzes von RM. 16. 98, und wird daher beschlossen, weitere 100. - profane Schillinge an ALLMUTTER PRAGA zu überweisen.

Schluß der Schlaraffiade: Glock 9. 50 des Abends

 

 

In einem Sendboten der ALLMUTTER PRAGA heißt es:
R. G. u. H. z. ! Praga, am 25. des Windmond a. U. 76

Innigstgeliebte Tochter

AUF DER MAUER !
Wir können uns vorstellen, daß Dir jeder Anlass lieb und wert ist, Dich Deines Daseins zu freuen; denn, geliebtes Enkelkindchen, Du hattest es nicht leicht, ehe die segnende Hand des fungierenden Oberschlaraffen Dir die Weihe zum Reyche gab und darum begreifen wir, daß Du Deine
100. SIPPUNG
als einen Markstein in Deinem Werdegang festlich begehen willst und Dich des erlebten Heiles im Kreise Deiner Lieben und Nächsten freuen wirst. Wir selbst entbieten Dir die allerinnigsten und wärmsten Glückwünsche. Gerade am heutigen Tage. gedenken wir Deiner wunderschönen Glückwunschbotschaft zu unseren 75. Stiftungsfest.
Alle die guten Segenswünsche, die Du getreues Kind der Allmutter entgegenbringst, erwidern wir heute auf das herzlichste. Auch Dich möge ein gütiges Schicksal fernerhin in Deine Hut nehmen, auch Du wachse und blühe bis in ferne Zeiten.
Froher Lebenswille wohnt heute in Dir und jeder Deiner Sassen ist sich dessen bewußt, daß er Pflichten zu tragen hat, die immer wieder das Vertrauen rechtfertigen, daß wir in Dich von aller Anfang setzten. Wir hoffen und wünschen, daß Du noch eine lange Reihe solcher Feste begehen wirst, im Geiste und mit dem Herzen sind wir allzeit dabei.
Wir übermitteln Dir 50 Allmuttsrahnen, welche nach dem Gutdünken Deiner Oberschlaraffen an alle verdienten Recken verliehen werden sollen. Insunders seien sie denen gewidmet, welche zum Gelingen Deines ersten Festes beigetragen haben. lJir begrüßen Dich mit donnergewaltigem Lulu!

 

ALLMUTER PRAGA.                                                                     HYP, SCHNITZL,

 


Die 100. SIPPUNG
des Reyches AUF DER MAUER

am 25. Windmond a. U. 76 war eine Festsippung. Leider findet sich keine Protokollaufzeichnung im Archiv. Es ritten von acht Reychen, Recken zu dieser Sippung ein.
Herrlichkeit Vongratz gedachte in einem kurzen Rückblick der Reychswerdung und eine reiche Vortragsfolge gestaltete die Festsippung zu einem schlaraffischen Ereignis.

Betrachten wir das Erbe Schlaraffias, so stellt sich uns die Frage, wie es zu jenem Erbe überhaupt gekommen ist. Schlaraffia ist ja kein Produkt des Zufalls gewesen, sondern eine geistige Strömung, die als Reaktion auf die gesellschaftlichen Prozesse des im vollen Aufbruch befindlichen Industriezeitalters zu verstehen ist.
(mit den großen Revolutionen von 1789 und 1848 waren die alten Feudalsysteme zerbrochen worden und die bürgerliche Welt entstanden. Damit waren aber auch die kulturellen und geistigen Aufgaben auf das Bürgertum übergegangen.
Die technische Revolution und die aus ihr entstandenen Industriegesellschaft verlangen nach einer neuen Ordnung des Lebens, die tief in die Bereiche des einzelnen eingreifen. Die gediegene Handwerksarbeit wurde vom industriellen Serienprodukt abgelöst, das Individium wurde mit der Massengesellschaft konfrontiert und in der Kunst taucht das Phänomen des Kitsches auf. Durch die neuen Produktionsmöglichkeiten hat die Vermassung auch vor dem Kunstwerk nicht halt gemacht. Originalität und Schlichtheit, die quellen der Kunst des Volkes gingen verloren.
Es War nun bestimmt kein Zufall, daß an jenen denkwürdigen ersten Uhutag, dem 10. Oktober 1859, dem Geburtstag der ALLMUTTER, jenes Fähnlein der ersten Sassen vor allem Künstler waren. Sie, die Künstler, die mit ihren feinen Antennen spürten, wie sich die menschliche Conditio zu Ungunsten des Individuums verschob, sie wußten instinktiv um die Notwendigkeit das Dunkel einer materialistischen Welt durch eine neue Sonne des Geistes und der Kunstsinnigkeit zu erhellen.
Bevor es nun aber zur Bildung der schlaraffischen Lebensform in unserem heutigen Sinne kam, sollte noch so manche Jahrung vergehen.
Erstmals ertönte das " SCHLARAFFEN HORT " statt eines " MEINE HERREN " am 24. 11. 1860 und am 2. 1. 1862 erschienen die Sassen zum ersten Male in der uns heute gewohnten Rüstung. Wenngleich es mit Zeremoniale und Spiegel, dem eigentlichen schlaraffischen Kleinod, noch einige Zeit dauern sollte, so waren die Grundsätze des schlaraffischen Bundes bereits gegeben, jene Prinzipien von KUNST, HUMOR und der FREUNDSCHAFT, welche das tragende Gerüst der Schlaraffia bilden, und um welche sich die Taten und das Wirken der Sassen im Geiste UHU's als Schmuck des Bundes ranken. Und hier kommen wir zum Kern schlaraffischen Wesens:
Das Ritterturn in Schlaraffia ist ja ein Ritterturn des Geistes. Ihm ist die Kunst als Blüte aller geistigen Kultur ein inneres Anliegen, es ist der Humor, der den Schlaraffen lachenden Auges über die Widerwärtigkeiten und Eitelkeiten des Alltags erhebt. Sein Schwert ist das Symbol einer Waffe des Geistes mit der er sich durch die Verstrickungen des Lebenskampfes einen Weg in die ideale Welt Schlaraffias bahnt.
In diesem Sinne ist auch die Burg als ein Hort zu verstehen, wo die innere Harmonie, die von den Misstönen des Zeitgeistes gestört ist, wiedergefunden werden kann. Hier findet der Sasse ein breites Feld für seine Schaffensfreude, seinen Witz und seine Schlagfertigkeit. Hier werden geistige und kulturelle Güter geschaffen und nicht bloß konsumiert.
In weiser Voraussicht haben die Urschlaraffen Politik und Religion und alle Themen der Profanei vor die Pforten der Burg verbannt. Die schlaraffische Hirarchie setzt die Unterschiede des profanen Lebens außer Kraft. Dadurch erfolgt jene Säuberung von den profanen Schlacken, die es uns ermöglicht eine feinsinnige, von Scherz und Lachen erfüllte Narretei zu pflegen.
Was ist nun die Freundschaft in Schlaraffia? Die enge geistige Gemeinschaft erwachsener Männer, die sich hier zur Pflege der Kunst, der Förderung des Verständnisses und der Liebe zu ihr zusammengefunden haben, bringt ja zwangsläufig das Entstehen von Freundschaft mit sich. Sie ist der Ausfloß der Brüderlichkeit im Geiste, und es war das besondere Anliegen eines Grafen HÖLLENSTEIN, daß die Freundschaft in unserem Bunde besonders gepflegt werde.
All dies, Form und Inhalt unseres heutigen Lebens in Schlaraffia, entstand aus der Uhuerleuchtung von Generationen großer Schlaraffen. Daß wir heute sippen können, und wie wir heute sippen können, ist ihr Verdienst. Blättert man in der Historie Schlaraffias, dann ist es geradezu unglaublich, mit welchem Geschick die schweren Zeiten der Vergangenheit bewältigt worden sind. Hier hatte sich der innere Zusammenhalt, das Prinzip der Freundschaft glänzend bewährt. Es waren die Reyche Amerikas, die so manchen Sassen nach dem ersten Weltkrieg aus Sibirien, aus der Gefangenschaft loskauften. Und es waren wieder diese Reyche, die gemeinsam mit den Schweizer Freunden halfen, daß sich Schlaraffia aus den Trümmern der profanen Welt nach dem zweiten Weltkrieg so rasch wieder erheben konnte.
Leider hat es der Zeitlauf mit sich gebracht, daß heute an jenen Orten, wo der Stern des UHU am leuchtendsten strahlte, uhufinstere Nacht herrscht.


Dies alles, die Geschichte und Tradition, bildet unser schlaraffisches Erbe und hier beginnt auch unsere Verpflichtung, die zu erfüllen uns Freude und Vorrecht ist. Den wie immer wir zu dem was einstens war stehen, gilt der Ausspruch, daß es an uns selbst gemessen werden müsse, und je mehr es uns gelänge, desto lebendiger würde unser schlaraffisches Erbe. In diesem Sinne laßt uns sippen, fexen und turneyen, in diesem Sinne laßt uns der Kunst huldigen, Humor üben der lacht ohne zu verletzen und die Freundschaft bewahren allen Sassen dieses Reyches und allen Trägern des schlaraffischen Ideals.

 

Der Reychsmarschall berichtet in der Schlaraffiade der

UHU 77 - 1936

Die 101. Sippung

 vom 2. Eismond a. U. 77

Das Reych setzt sich zusammen aus 27 Rittern, 1 Ritter fahrend, 2 Junkern, 2 Knappen und 4 Prüflingen.
Der durchschnittsbesuch der Sippungen im Windmond betrug 18 Sassen.
Vorträge eigener Sassen 12, von Gastrecken 12,
Die Knappen 14 und 15 sind reif in den Junkerstand erhoben zu werden und wird daher für die nächste Sippung die Junkerprüfung anberaumt.
Der Reychsschatzmeister berichtet: Stand des Reychsschatzes RM. 1. 27, gegenüber des Vormonats RM. 166. 98 Rückständige Mondbeiträge 94 =  S 470. ­-
Der Ceremonienmeister berichtet über 54 Einritte im Windmond. Prüfling Schaden wurde weiß gekugelt und wird als Knappe 16 in Allschlaraffia aufgenommen.
Das Reych beschließt 20. -prof. Schillinge für die Winterhilfe zu spenden, mit der Begründung, daß jeder Sasse außerdehm sein monatliches Scherflein für diesen Zweck beiträgt.
Diese profanen 30 iger Jahre des 20. Jahrhunderts, waren die schwersten und eine noch nie zuvor herrschende Not machte sich in ganz Europa, die Wirtschaft lähmend, breit. So hatten auch dis Schlaraffen darunter zu leiden Mondbeiträge werden nur sehr schleppend bezahlt und in den schriftlichen Aufzeichnungen des Reyches finden sich viele Ansuchen von Sassen um Ermäßigung oder Stundung des Mondbeitrages.
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Um die Gemarkungen des Reyches AUF DER MAUER ging es in einen Sendboten an das hohe Reych VINDOBONA. Es sollte endlich ein klares Verhältnis bezüglich der Grenzen gefunden werden.

R. G. u. H. z. !
Hohes Reych, vielliebe Schwester VINDOBONA!

Um die Gemarkungen des Reyches AUF DER MAUER für die Zukunft festzulegen und um die alten Weisungen ALLMUTTER PRAGAS anläßlich der Gründung der Colonie AUF DER MAUER wieder aufleben zu lassen, wird vorgeschlagen, die Grenzen wie folgt zu ziehen:
Wienfluß zwischen Auhofbrücke und Stadtbahnstation Schönbrunn, von dort Bezirksstraße nach Liesing, Bahnstrecke Liesing Rodaun bis Kaltenleutgeben, gedachte Grenze nach Laab i. Wald, Tiergartenmauer bis Auhofbrücke.
Alle jene, die beabsichtigen Schlaraffia beizutreten und alle jene Schlaraffen, die in der Zukunft in diese Gemarkungen ihren Wohnsitz verlegen und die Absicht haben seßhaft zu werden, können sich nur beim hohen Reych AUF DER MAUER melden. Alle jene Sassen das Reyches AUF DER MAUER und des Reyches VINDOBONA, die zur Zeit dieser Abmachungen ihren Wohnsitz außerhalb der in Aussicht genommenen Gemarkungen haben, bleiben auch in der Zukunft in ihren jetzigen Reychen sesshaft.
Der Vorschlag würde endgültig alle schwebenden Fragen zwischen unseren beiden Reychen einer Bereinigung zuführen, ohne die derzeitigen Rechte der Sassen beider Reyche in irgendeiner Form zu verletzen und auch für die Zukunft vollkommen klare Verhältnisse schaffen.

Wir bitten die hohe VINDOBONA, daß sie falls der Vorschlag für die Festlegung der Gemarkungen beifälligst aufgenommen wird, diesen Vorschlag als den Vorschlag beider Reyche zur endgültigen Genehmigung akzeptiert.

Mit frohmütigen Lulus
für das Oberschlaraffat                                                                     für das Kantzlerambt

 

Zu Beginn der Jahrung a. U. 77, im profanen Jahr 1936, wird das Reych AUF DER MAUER durch OHO's Tücke schwer geschlagen.
Des Reyches vieledler Kantzelar
RITTER KARPFELES , FISCHT FRISCHE FISCHE
ist am 30. des Eismonds a. U. 77, nach kurzer, schwerer Bresthaftigkeit, in die lichten Gefilde Ahallas eingeritten.
In einen Trauersendboten heißt es:
Schlaraffen hört!
In fassunfslosem Schmerze geben wir Euch Kunde, daß unseres Reyches Kantzelar
Ritter KARPFELES, FISCHT FRISCHE FISCHE Ex-lenz, Bangk-Direktor, Botschafter des hohen Reyches "AN DER KLAUSEN", OR. , A. (profan Major d. R. Emil Frank, Verwalter der Perlmooser Zementfabrik, A. G. in Kaltenleutgeben. ) am 30. des Eismonds, nach kurzer, schwerer Bresthaftigkeit, in Ahalla eingeritten ist.
Er war der Besten einer, ein leuchtendes Beispiel edlen Schlaraffentums und hat in unerschütterlichem Humor, auf opfernder Freundschaft und unüber­­trefflicher Pflichterfüllung dar schlaraffischen Idee, seinem Reyche und seinem Amte gedient.
OHO hat uns schwer getroffen!
Das Oberschlaraffat: Für das Kantzlerambt:
RASANT, AUSWENDIG, VONGRATZ M. SCHWITZ80LD.
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Aus dem ganzen Uhuversum kamen Beileidsendboten um den Reych AUF DER MAUER die große Anteilnahme kundzutun. In einen Sendboten der ALLMUTTER heißt es:
Innigstgeliebte Tochter AUF DER MAUER !
Dein Trauersendbote, der uns den Ahallaritt Deines trefflichen Kantzlers, Sr. Vieledlen Ritter KARPFELES, fischt frische Fische meldet, hat uns bis ins Innerste erschüttert und mit tiefsten Mitgefühl für Dich, innigstgeliebte -Tochter, erfüllt. Wir glauben Dir gerne, daß Du von fassungslosen Schmerz ergriffen bist, daß um diesen prachtvollen Recken schwer trauerst und klagest, weil wir wissen, welch einzig treuer und lieber Mensch, welch hervorragender Schlaraffe und welch aufopfernder Kantzler Dein dahingegangener Freund war. Sein Heimgang ist für Dich, geliebte, junge Tochter, ein Unglück, ein harter Schlag, von weittragender Bedeutung. Gerade seine Tätigkeit als Dein Bitbegründer hat uns Gelegenheit gegeben, zu beobachten, wie seine Persönlichkeit, aus der Edelmut, Freundschaft und unübertreffliche Pflichterfüllung sprach, bei der Regelung der vielen Schwierigkeiten, die sich Deiner Gründung entgegenstellten, so viel zur günstigen Entscheidung beitrug.
Innigstgeliebte Tochter! Wir werden Deinen lieben KARPFELES nie vergessen und seiner in warmer Liebe und Dankbarkeit stets gedenken.
Ein gütiges Geschick füge es, daß die schwere Wunde, die Du durch den. Heimgang Deines edlen KARPFELES empfangen, durch glückliches Geschehen baldige Heilung findet.
Wir versichern Dir gewiß, unserer unwandelbaren Liebe und Treue!
ALLBUTTER PRAGA .                                                                     CENTRAL, SCHNITZL.
Praga, am 7. der Hornung a. U. 77

( Handschriftlich als Nachtrag:
Ich bin unsagbar traurig über den Heimgang des prächtigen Kantzlers. Vor mir liegt ein Sendbote des einzig lieben Freundes.
Der Himmel tröste Euch meine Teuren
Euer 1 x 1
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In 110. SIPPUNG

des Reyches AUF DER MAUER a. U. 77
am 3. des Hornungs,
wurde eine Ahallafeier zelebriert und Herrlichkeit AUSWENDIG gedachte in einen tiefempfundenen Nachruf Ritter KARPFELES .
Vom Mutterreych AN DER KLAUSEN waren zum Ehrenritt 12 Sassen erschienen.

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Das profane Jahr 1936 hat begonnen und unserem Reych
AUF DER MAUER steht eine unsichere Zeit bevor. Die politischen Wirren dringen auch in die Schlaraffia ein und am 2. Lenzmond a. U. 77 findet eine geheime Sitzung des Oberschlaraffenrates statt. Im Protokoll dieser Sitzung heißt es: Sitzung des geheimen Oberschlaraffenrates, so statt gefunden am 2. 3. a. U. 77 in der Engelsburg.
Beginn 7. 30 des Abends, Anwesend die O. R . (Mitglieder und zwar:
O. Ae. AUSWENDIG
O. I. UNSER RASANT
O. K. VONGRATZ
M. SCHWITZBOLD
K . TOMMY
Sch. SCHMETTERLING
O. R. EISERN
O. R . Dideldum
Den Vorsitz übernimmt: Herrlichkeit AUSWENDIG, er berichtet über seine Vorsprache bei der Bezirksleitung der Vaterländischen Front ( Liesing ) und teilt mit, daß diese Stelle der V. F . die Mitgliedschaf t der Ritter unseres Reyches UNSER RASANT, (profan Ing. Förster) und Ritter ENZIAN, prof . (Ing. Bähre) als den Bestand des Vereines Schlaraffia­ AUF DER DAUER gefährdend bezeichnet hat und zuwar deshalb weil die V. F, über die vaterländische Einstellung der Genannten, ein günstiges Urteil abzugeben nicht in der Lage wäre.
Ritter UNSER RASANT gibt hierauf die Erklärung ab, daß obwohl er mit keiner illegalen Organisation in irgendwelcher Verbindung stehe, - er im Interesse der ruhigen Fortentwicklung der Schlaraffia AUF DER MAUER nicht nur seine Funktionen niederlege, sondern gleichzeitig seinen Austritt anmelde.
Dem zur Sitzung geladenen Ritter ENZIAN wurde nach Vorhalt der bei der V. F. erhaltenen Auskunft nahegelegt seine Fahrendmeldung sofort anzumelden um jeder weiteren Erörterung in der folgenden Sippung auszuweichen.
Nunmehr wurde von den anwesenden O. R, der Beschluß gefasst für Mitglieder des Vereines Schlaraffia AUF DER MAUER, insoweit sie österreichische Staatsbürger sind, die Zugehörrigkeit zur Vaterländischen Front, für obligatorisch zu erklären und diesen Beschluß der Sassenschaft zur Abstimmung vorzulegen.
Schluß der Sitzung 8. 15 des Abends
gelesen und gefertigt::
VONGRATZ, AUSWENDIG, Schriftführer TOMMY,


Die 111. Sippung

am 10. des Hornungs a. U. 77

gleichzeitig Schlaraffiaee
Funktion Herrlichkeit AUSWENDIG,
In der Schlaraffiade wurde durch eine Ersatzwahl, durch den Alhallaritt des gewesenen Kantzler Ritter KARPFELES freigwordene Kantzlerambt, ein neuer Kantzelar gewählt. Der bisherige Junkermeister Ritter TOMMY wurde als neuer Kantzelar erkürt.
Zum nunmehrigen Junkermeister der Ritter TROP. Beide Obgenannten werden sofort eingesetzt und leisten die Angelobung.
Prüfling Hofbauer Eduard wird weiß gekugelt und mit rückwirkenden Datum (3. 2. a. U. 77) als Knappe 18 in Allschlaraffia auf genommen.
Der Bericht des Reychsmarschalls:
Er berichtet, daß beim Begräbnis unseres Kantzelars Ritter KARPFELES, fast alle Sassen des Reyches teilgenommen haben und daß jene welche profan verhindert waren, bei der Trauersippung dabei waren.
Stand des Reyches: 31 Sassen und zwar 25 Ritter, 4 Junker, 2 Knappen und 1 Prüfling.
Anrecht auf das Jahrungszeichen mit Ende des Eismonds: Ritter AUSWENDIG, RASANT, VONGRATZ, SCHWITZBOLD, TOMMY und Junker PAUL.
Eingeritten garen: 26 Ritter ausw. Reyche,
Vorträge: 13 eigene Sassen, 12 ausw. Sassen.
Durchschnittlich waren in jeder Sippung des Eismonds 19 Sassen anwesend.
Bericht des Reychsschatzmeisters:
Stand des Reychsschatzes 45. - R. M gegenüber 1. 27 im Vormond.
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Am 31. März 1936 heißt es in einem Schreiben an den Verein „SCHLARAFFIA " in Mauer bei Wien.

Ich lege hiemit meine Obmannstelle zurück und erkläre meinen Austritt aus dem Verein " Schlaraffia“in Mauer bei Wien. Indem ich bitte, hievon die Aufsichtsbehörde in Kenntnis zu setzen, will ich gerne hoffen, daß durch meinen Austritt jede weitere Gefahr für den Fortbestand des Vereines beseitigt erscheint.
Mit den besten Wünschen für eine günstige Weiterentwicklung und eine schöne Zukunft des mir so lieb und teuer gewesenen Vereines, scheide ich mit den besten und herzlichsten Grüßen an alle Freunde und Mitglieder!
Ing. Karl Förster
Stadtbaumeister in Mauer b. Wien.

Das war der letzte Akt der gewesenen Herrlichkeit UNSER RASANT.
Die profane Welt, die Politik die immer aus der Schlaraffia herausgehalten werden konnte, brach in die MAUER ein. Hunderttausende Arbeitslose zeugten vom wirtschaftlichen und sozialen Elend. Diese Zeit mußte sich auch in unserem Bunde, der ja auch nur aus Menschen mit all seinen Fehlern und Nöten besteht, auswirken.
Alles Bestehende kam nun auch in Schlaraffia ins Wanken, alles Bewährte und Alte wurde über Bord geworfen. Das diese Zeit auch an Schlaraffia nicht spurlos vorüberging, ist klar. In dem Augenblick, da die Kunst um Brot betteln mußte, die allgemeine Wirtschaftskrise;. die vielgeplagten Menschen das frohe , unbeschwerte Lachen verlernen ließ und der Humor auf schmale Kost gesetzt wurde, da mußten sich auch unsere Ideale verdunkeln.
In dieser Zeit hätte nun eine ganz gewaltige innere Regeneration der schlaraffischen Idee vollzogen werden sollen. Statt sich innerlich fester und enger zusammenzuschließen, dehnte sich die schlaraffische Idee rasch, allzu rasch und gewaltig aus. . Neue Reyche entstanden, die alten erweiterten sich. Es schien ein Aufschwung zu sein, aber es fehlte an innerer Kraft. Der schlaraffische Gedanke wurde langsam seines romantischen Inhaltes entkleidet. Die Schlaraffen entfernten sich, ohne es zu merken, von den Idealen, die unsere Alten geschaffen. Und je schlechter die profanen Zeiten wurden, desto weniger konnten wir uns der Pflege unserer Ideale widmen. Es durfte nicht übersehen werden, daß der schlaraffische Gedanke in einer sorglosen, liberalen Zeit geboren wurde und absolute Freiheit des Geistes braucht.
So war es eigentlich gar nicht so erstaunlich, daß in Allschlaraffia, als von außen her der große Sturm Wind daherbrauste und der Lärm des profanen Alltages mit seinen Wirren und Irrungen auch in unseren Gemarkungen Einlaß fand, eine allgemeine Krise ausbrach, die alle Gemüter erfasste, die alten Schlaraffen, die vom Bestande der Schlaraffia auch nicht ein Jota hergeben wollten und die jüngeren, die da glaubten, es sei unbedingt notwendig, den schlaraffisehen Gedanken zu reformieren und dem Zeitgeist anzupassen.
Auf dem Concil a. U. 70 zu Juvavia wurde die Krise dank der Weisheit der hohen ALLMUTTER und ihrer uhubegnadeten Führer scheinbar noch gemeistert. Aber bald nachher wurden die reichsdeutschen Reyche gezwungen, sich von ALL BUTTER PRAGA abzuwenden. Es war der erste, tief ins Herz gehende, ein weit klaffender Riß im stolzen Bau Allschlaraffias. Das XII. Concil, zu Maria Aquensis a. U. 74, versuchte eine Beruhigung herbeizuführen. Aber zu den inneren, aus politischen Quellen Fließende Schwierigkeiten, gesellten sich äußere, die Stellungnahme der römischen Kirche gegen Schlaraffia. Wohl gelang es Erbherrlichkeit HYP, den schweren Schlag abzuwenden, aber neue Schläge folgten.

Unser geliebtes Reych AUE DER MAUER ging einer schweren, unruhigen Zeit entgegen. Am 4. März 1936 meldet das Reych an die Vaterländische Front, Ortsgruppe Mauer:
Wir bringen hiemit zur Kenntnis, daß der Obmann
des Vereines Schlaraffia AUF DER MAUER , Ing. und Baumeister Karl Förster, Mauer bei Wien, Kaisersteiggasse 22 wohnhaft, sowie das Mitglied Ing. Fritz Bähre, Maschinenfabrikant, Wien XII . , Oppelgasse: 9 wohnhaft, nicht mehr Mitglieder obigen Vereines sind. .
In Anerkennung der Tatsache, daß für jeden Verein dessen vaterländische Einstellung heute selbsverständlich ist, hat der Vorstand des Vereines SCHLARAFFIA AUF DER MAUER , in seiner am 2. März 1936 stattgehabten Ausschußsitzung den Beschluß gefasst, für seine Mitglieder die Zugehörigkeit zur Vaterländischen Front als obligatorisch zu erklären.
Dieser Beschluß wurde in der darauf stattgefundenen Vollversammlung des obigen Vereines von den Mitgliedern ohne Debatte angenommen.

Dar geschäftsführende                                                                             Der Schrift führer
Obmannstellvertreter,

Auch wurde am 4. März 1936 an die Bezirkshauptmannschaft Hietzing, als Vereinsbehörde, die Abberufung des bisherigen Obmannes Ing. Förster, bekanntgegeben. Außerdehm ist Ing. Förster nicht mehr Mitglied des Vereines.
Bis zu den statutenmäßigen Neuwahlen wird der bisherige Obmannstellvertreter Sekratär Wilhelm Trelde Referent der Landesleitung, des Wiener Heimatschutzes, WienXIII. , Hofwiesengasse 19, die Geschäfte des Vereines führen und diesen auch nach außen vertreten.
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Wie stark die Schlaraffia von der damaligen Politik in die Zange genommen wurde und das Reych AUF DER MAUER in seinen schlaraffischen Entscheidungen eingeschränkt wurde, sehen wir aus einen Schreiben

An die Hauptgruppenleitung der Vaterländischen Front
am 21. 3. 1936 , in Mauer bei Wien. Hauptplatz 10

Die gefertigten Mitglieder des Vereines " Schlaraffia " in Mauer bei Wien, erklären hiemit, daß sie es als ihre selbstverständliche Pflicht betrachten, am Wiederaufbau des neuen Österreich in ihrem Wirkungskreis voll
und ganz mitwirken zu wollen.
Sie lehnen daher jedwede staatsfeindliche Betätigung auf das Entschiedenste ab und verurteilen ein diesbezügliches Unternehmen, von welcher Seite es immer kommen mag, auf das schärfste, was sie mit Ihrer eigenhändigen Unterschrift bekräftigen.
Diese Erklärung wurde von 26 Sassen der MAUER untereinzeichnet. Außerdehm wurde ein Vermerk gemacht, daß von jeden Neueintretenden in den Verein "Schlaraffia ", ein Revers in dreifacher Ausfertigung an die Vaterländische Front, Hauptgruppe Mauer, unterzeichnet von diesen , zu übersenden ist.

Alles Bestehende kam ins Wanken, es kam eine Zeit wo profane Politik die schlaraffische Einigkeit vernichtete. Unser Reych war einfach zu einen Verein geworden, in dem oft debattiert und gestritten wurde. Der Druck von Außen wurde immer größer.
Es war die große Sorge um unsere geliebte Schlaraffia, die damals die verantwortlichen Sassen veranlasste alles zu tun, um eine eventuelle Auflösung zu verhindern. Man wollte unter keinen Umständen als staatsfeindlich gelten. Alle Sassen der MAUER hatten natürlich auch eine politische Gesinnung, die aber nie zuvor innerhalb der Schlaraffia zum Ausdruck kam. Nun versuchten einflußreiche Sassen einer damals herrschenden politischen Gesinnung, den Verein zu helfen, ihren Einfluß bei den damaligen Gesetzesträgern, geltend zu machen.


Einen Schlaraffen, der sich ganz besonders um das Reych, AUF DER MAUER immer wieder bemühte, wollen wir in der Chronik besonders hervorheben. Er war es, der während der schweren politischen Wirren der 30 iger Jahre, seinen profanen Einfluß oft geltend machte.
Es ist die damalige Herrlichkeit VONGRATZ das TAMKIND.
Profan: Waldemar, Wilhelm, Hugo Trelde   Er schreibt in seinem Lebenslauf:
Ich wurde am 25. Februar 1887 in Leipzig geboren. Nach dem Besuch der Mittelschule und abgelegter Matura, trat ich, einer Familientradition entsprechend und meinen eigenen Wünschen folgend, in die Armee ein um Offizier zu werden. Lange Reisen in Europa, (Frankreich, Russland, Italien Österreich usw. )weiteten meinen Horizont. Ich verließ vorzeitig meinen militärischen Dienst, um mich in der Privatwirtschaft zu betätigen. Doch der erste Weltkrieg brachte mich zu den Waffen zurück. Eine Krankheit zwang mich, frühzeitig den Militärdienst zu quttieren. meine Uermählung mit einer Wienerin, die ich auf der Fahrt einer Reise nach Ägypten kennen gelernt hatte, führte mich nach Österreich, nach Wien, das zu meiner zweiten Heimat wurde.
Meine Stellung in Wien brachte mich in Verbindung mit Organisations­kreisen und führte mich nach Graz wo ich als Sekretär beim Schutzverband alpenländischer Brauereien arbeitete, dann später zur gewerblichen Organisation überwechselte und als leitender Sekretär des Handels und Gewerbebundes bis zum Jahre 1929 tätig war.
1929 übersiedelte ich nach Wien zurück, wurde Sekretär der gewerblichen Geschäftsstelle im Parlament, zugleich Sachbearbeiter der Hauptstelle gewerblicher Arbeitgeberverbände im Rahmen das niederösterreichischen Gewerbevereines.
Im Jahre1925 erhielt ich, die schon 1919 beantragte österr. Staatsbürgerschaft verliehen und wurde damit meiner Wahlheimat fest verbunden.
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Als Chronist habe ich der Herrlichkeit VONGRATZ viel zu verdanken. War er es doch, der ins Archiv viele Aufzeichnungen legte, die es mir heute ermöglichen eins Chronik zu fexen. Er hat 25 derer Jahrungen als Oberschlaraffe dem Reych gedient.
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Schlaraffischer Lebenslauf des

Ritter VONGRATZ das TAMKIND.
Meine Beziehung zu Schlaraffia geht bis in meine frühe Kindheit zurück. In unserem Hause verkehrte der Schauspieler Tietz, Erzschlaraffe TARTARUGA der hohen LIPSIA.
Von ihm erlernte ich für Schulfeiern den Gebrauch der deutschen Sprache, soda, ß ich wiederholt zu Vorträgen herangezogen wurde. Nie werde ich vergessen, als ich Ritter­ TARTARUGA zum ersten mal in voller Rüstung als Schlaraffe sah und wie lauschte ich seinen Erzählungen über schlaraffische Feyern. Mein Vater war zwar nicht Schlaraffe, doch gehörte er einem ähnlichen Zirkel, der Gesellschaft TUNNEL an.
Meine zweite Verbindung mit Schlaraffia erhielt ich viele Jahrungen später, als ich einen profanen Vorgesetzten, den Ritter OPTIMUS kennen lernte und ihn bei seinen schlaraffischen Taten beobachten konnte.
Viel enger wurde die Beziehung, als sich mein Schwager, Oberst Bauer, als Ritter BASCHMAHANI VOM HEILIGEN INTEGRAL der hohen GRAZIA, eines Tages sich veranlasst sah, mich in die Schlaraffia einzuführen. Mein Wunsch, selbst Schlaraffe zu werden, schien sich zu erfüllen. Doch OHO wollte es anders. Ich verkehrte wohl sehr viel mit Schlaraffen der h. GRAZIA doch es kam nicht zur Erfüllung meines Wunsches. Immer wieder verhinderten profane Gründe, längere Dienstabwesenheit von Graz, mein Eintreten in Schlaraffia.
Meine Übersiedlung von Graz nach Wien, brachte aber urplötzlieh das nie außer achtgelassene Ziel beträchtlich näher. Der mir aus meiner profanen Tätigkeit persönlich bekannte Oberstleutnant Badia führte mich in Mauer bei einem dort tagenden Uhustammtisch ein. Ich wurde in diesem Kreise gern aufgenommen und nun schien es endlich Wahrheit zu werden, ich durfte Schlaraffe werden. Doch OHO wollte es wieder anders. Der Uhustammtisch hatte schwer zu ringen um als Colonie anerkannt zu werden. Mein Pate selbst war niemals Schlaraffe geworden. Nur in meinem Beinamen lebt sein Gedenken weiter. Badian nannte sich beim Uhustammtisch Ritter TAM .
Nach Genehmigung der Colonie AUF DER MAUER wurde ich immatrikuliert und am 10. des Leihmonds a. U. 72, zur Herrlichkeit der Kunst erkürt, eine Funktion die ich 25 Jahrungen getreu ausübte. Die Schläge die Oho dem jungen Reych und vorher der Colonie AUF DER MAUER zufügte will ich nicht erörtern, trotzdem sie natürlich ihre Auswirkungen auf mich hatten. Am 20. des Eismonds a. U. 75 konnte endlich die Sanktion stattfinden und alles schien in geordnete Bahnen zu kommen. Da erschien OHO neuerlich die Zeit für gekommen um dieses mal gegen Allschlaraffia selbst in den Kampf zu ziehen und es begann der politische Kampf innerhalb der Reyche.
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Die 117. Sippung

des Reyches AUF DER MAUER ,
vom 23. Lenzmond a. U. 77
Funktion Herrlichkeit AUSWENDIG, Eingeritten: Ritter Pacho, Ferrostadia,
Ritter MARTIN, Juvavia,
Ritter Bünderl, Lastrum Brigantium,
Ritter Herrlichkeit KRAMPELSTEIN, Neostadia, außerdehm 12 Sassen der Cornoviae mit Herrlichkeiten und sonstigen Würdenträgern.
Eingeführte Pilger: Ing. Baumgarten, Ing. Wanka,
Anwesend: 19 Sassen,
Vorträge: Hkt. VONGRATZ , " Überflüssiges über Nichts ",
 Hkt. KRAMPELSTEIN , Volksmund,
 Rtt. HALALI, " Erst laab und trink-dann Deine Sache bring, "
               Opposition, fünf Minuten Zeitzündung,
               Ritter STEFANIUS, Liedchen,
Dann erfolgte die Junkerprüfung:
Junker Erich: stark, fast genügend
Junker Paul : schwach, kaum genügend
Junker Hansl: vorzüglich in glazialer Region
Knappe 16 . minder vorzüglich.
Schluß der Sippung: 11:30 des Abends.
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Am 24. März 1936 wurde in einem Schreiben der Vaterländischen Front, Landesleitung Wien, an den Heimatschutz und dessen Landesführung Wien, I. , Renngasse 6 bekanntgegeben:
Antwortlich Ihres Schreibens vom 11. ds. geben wir Ihnen bekannt, daß die Landesleitung Wien der Vaterländischen Front gegen Herrn Ing. Fritz Bähre, Wien, XII. , Oppelgasse 9 keinen Einwand erhebt.
Wir ersuchen um Kenntnisnahme und begrüßen Sie
Der Leiter der Organisations Abtlg. Dr. Müller e. H.


Diese Rehabilitierung des Ritters ENZIAN , einen hervorragenden Sassen des Reyches AUF DER MAUER, profan Ing. Fritz B ä h r e , hat sicher der Oberschlaraffe Herrlichkeit VONGRATZ bewerkstelligt in seiner profanen Eigenschaft als Referent im Generalsekretariat des Wiener Heimatschutzes.
An die Bezirkshauptmannschaft Hietzing-Umgebung als Vereinsbehörde wurde am 30. April 1936 ( a. U. 77) in einem Schreiben gemeldet:

In der am 27. 4. 1936 stattgefundenen Generalverssammlung des Vereines " Schlaraffia AUF DER MAUER " wurden im Sinne des § 15 der Statuten die Neuwahlen der Vorstandsmitglieder mit nachstehenden Ergebnis vorgenommen.
Obmann: Trelde Wilh. Sekretär
Stellvertreter: Preußler Ernst, Ing. Chemiker  Paschke Viktor, Betriebsleiter
Schriftführer: Bretschneider Franz, Hptm. a. D  Biffl Friedrich, Reg. Rat Dir.
 Kassier:       Reitmayer Franz, Reg. Rat. Glisch Edmund, Stadtbaumeister
Ersatz :        Rumbold Friedrich, Generalmajor a. A. " Aust Erwin, Chefmathematiker
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Die 118. Sippunq

des. Reyches AUF DER MAUER
am 30. des Lenzmonds a. U. 77,

findet man im Protokoll unter Besondere Vorfälle vermerkt:
Verleihung des weißen Roßschweifes der hohen BUDAPESTIA an Herrlichkeit AUSWENDIG.
Ernennung des Knappen Nr . 16 zum Junker HEINZ DER SCHWERENÖTER,
Feyerlicher Ritterschlag der Herrlichkeit VONGRATZ .
Zu Rittern geschlagen wurden die Junker ERICH, HANNSL und PAUL.
Junker ERICH ist sodann: Ritter Verserich der Drama-Tiger
Junker HANNSL Ritter EYSHOLD das schwerkräftige Mauerblümchen.
Junker PAUL . Ritter INSCHI der Spöttliche.


Die 122. Sippung

des Reyches AUF DER MAUER
27. des Ostermonds a. U. 77

Wahlschlaraffiade und Schlußsippung
Funktion Herrlichkeit AUSWENDIG,
Unter Vorsitz des Ez. Ritter HE' RUCK
Stimmprüfern Ritter KANNS und Ritter BAMBI wurden von den Sassen die Reychswahlwürden gewählt:

Oberschlaraffen:
Ritter AUSWENDIG der Allesvergaser
Ritter TROP von der Lethe
Ritter VONGRATZ das Tamkind
Kantzelar: Ritter TOMMY
Reychsmarschall: Ritter SCHWITZGOLD
Junkermeister: Ritter BAMBI
Reychsschatzm: Ritter SCHMETTERLING
Ceremonienmeister: Ritter LOSE

Reychsämter
Schulrat: Ritter EISERN
Wappen und Adelsmarschall: Ritter TOMMY
Archivar: Ritter Hkt. UONGRATZ
Burgvogt: Ritter INSCHI
Zinkenmeister: Ritter MUSIKUS
Mundschenk: Ritter VERS-ERICH
Fanfarenmeister: TOMMY
Herold: Ritter KANN'S
Truchsesse: Ritter VERS-ERICH Rt. WASSERNÖCK
Säckelmeister: Ritter HE'RUCK
Reychsschwerttr: Ritter USINGER
Reychsbannerträger: Ritter FRIEDEL

Schlaraffenräte
Als OR Ritter SCHWITZBOLD; EISERN; UND USINGER
Als RAT: Ritter DIDELDUM; HE-RUCK;PURZL

In der Sommerung a. U. 77 war die profane Welt unruhig und politisch steuerte alles einer ungewissen Zukunft entgegen. Die Botschaften der ALLMUTTER PRAGA waren voll Sorge um das Weiterbestehen der schlaraffischen Reyche.
Die Verordnung der Congregatio sancti offici- in Rom vom 22. Mai 1935, "daß der im Jahre 1859 gegründete Verein Schlaraffia von den Katholiken nicht besucht werden sollet', hat nicht nur in schlaraffischen Kreisen, sondern auch in der profanen Welt großes Aufsehen erregt, in der Schlaraffia aber sicher die peinlichste Überraschung hervorgerufen.
Diese Verordnung hat allgemein den Eindruck erweckt, daß Schlaraffia irgendwelche religionsfeindliche Tendenzen verfolge. Eine Begründung für dieses harte Urteil ist leider nicht erfolgt, und gerade dies hat verschiedenen Vermutungen und Interpretationen vor allem in der Presse Tür und Tor geöffnet. Sie sprachen von bewußten religiösen Indifferentismus, von Benützung der in der ganzen Welt zerstreuten schlaraffischen Reyche für die Durchführung einer religionsfeindlichen Politik, von Zusammenhängen mit dar Freimaurerei und vielen anderen.
Doch es gibt in seinem innersten Wesen wohl kaum etwas Harmloseres als die Schlaraffia, aber sie ist bei der mißgünstigen Einstellung einer mißtrauischen Umwelt gerade deshalb ­um ihrer Harmlosigkeit willen- verdächtig, so paradox dies auch klingen mag.
Die Gründe für die Verdächtigung Schlaraffias sind zum Teil in der Vermeidung der Öffentlichkeit zu suchen. Nicht um etwas zu verbergen, zu verheimlichen, geschah dies, denn der Besuch der schlaraffischen Veranstaltungen steht ja Gästen frei, sondern friedlich in aller Ruhefrei von den Einflüssen dar Umwelt, ihre Gesellschaft zu pflegen und die Geselligkeit zu üben, sich an künstlerischen Darbietungen und an lustigen Vorträgen zu erfreuen. Jedes andere Moment, namentlich lasziver Natur, war stets streng verpönt, ebenso sind alle politischen, nationalen, religiösen und konfessiopellen Erörterungen in den geselligen Zusammenkünften ganz ausgeschlossen; denn gerade die Religion, Heimatgefühl und Staatszugehörigkeit sind in diesem Rahmen für den Einzelnen rein persönliches Besitztum, dessen Unantastbarkeit von den Vereinsgesetzen und von der Tradition unseres Bundes zu allen Zeiten gewährleistet wurde.
In der bewußten Ausschaltung politischer, nationaler und religiöser Erörterungen, und damit aller Konfliktsmöglichkeiten im schlaraffischen Leben, liegt ein hoher Grad von Achtung vor dem persönlichen Empfinden des Einzelnen. Diese Ausschaltung ist aber nicht gleichbedeutend mit religiöser Indifferenz, sie ehrt und schützt im Gegenteil religiöses Empfinden.
Es waren in Schlaraffia nie und in keinem Reych des Uhuversums, antireligiöse oder staatsfeindliche politische Bestrebungen vorhanden. Ebensowenig bestanden oder bestehen irgendwelche offene oder geheime Verbindungen mit dem Freimaurertum, und von den leitenden Personen Allschlaraffias war nie einer ein Freimaurer. Der Gründer Schlaraffias, der GRAF GLEICHEN, entstammte einer streng katholischen Familie und sein Vater war Rektor einer katholischen Schule. Der Verein Schlaraffia zählt zahlreiche Priester und katholische Ordensgeistliche zu seinen Mitgliedern, die. gewiß den kleinsten Anlass wahrgenommen hätten, aus dem Verein auszutreten und ihren vorgesetzten Behörden zur Kenntnis zu bringen. Nichts davon ist je geschehen.
Ein Großteil der Schlaraffen sind Katholiken, und zwar gute Katholiken. Auch sind die Schlaraffen in allen Ländern gute und treue Staatsbürger, die stets in loyaler Weise die Interessen ihres Staates vertreten und ihren ortsgebundenen Pflichten immer Rechnung tragen. Aus diesem Grunde ist die reichsdeutsche Schlaraffia, der politischen Gestaltung des Deutschen Reiches entsprechend, aus unserem Bunde ausgetreten und hat jede Verbindung mit Prag gelöst.
Die freundschaftliche Verbundenheit aller Schlaraffen beruht auf einen unerschütterlichen gegenseitigen Vertrauen in die Ehrlichkeit und Anständigkeit ihrer gesamten Sassenschaft. Das menschenfreundliche Wesen dokumentiert sich in einer erhöhten Hilfsbereitschaft für ihre armen und kranken h1itglieder, in einer geradezu vorbildlichen Betätigung der christlichen Nächstenliebe, die besonders in der Kriegs-und Nachkriegszeit so wunderbar zum Ausdruck kam.
Der Chronist wollte dies alles, so selbstverständlich es . auch für jeden Schlaraffen ist, in der Aufzeichnung des Reyches AUF DER MAUER, festhalten. Es sollen damit die Schwierigkeiten, die alle schlaraffischen Reyche damals der Profanei gegenüber hatten, aufgezeichnet sein. Die Zeit war unruheerfüllt und verworren.
In einer Botschaft der ALLMUTTER PRAGA berichtet die Erbherrlichkeit HYP des hohen Reyches PRAGA , von den Verhandlungen in Rom bezüglich des Verbotes einer Mitgliedschaft in der Schlaraffia.
" Die Verhandlungen, die ich sofort nach dem Bekanntwerden des Erlasses des Sanctum Officium aufnahm und durchführte, begannen mit einer Fühlungnahme mit dem tschechoslowakischen und österreichischen Episkopat, mit der Vorsprache bei dem bevollmächtigten Minister des Äußeren der Tschechoslowakischen Republik Or. Krofta, dem tschechslowakischen Gesannten beim Hl. Stuhl in Rom, welche die Verhandlungen mit den maßgebenden Referenten des Sanctum Officium iri Rom vermittelten.
Trotzdem ich eigentlich mit dem Makel des Beschuldigten und Verdächtigen belastet war, fand ich in Rom bei den Referenten der Congregatio Sancti Officii eine freundliche und wohlwollende Aufnahme, erfuhr daselbst, wenn auch nur andeutungsweise, die Gründe des Erlasses, aber auch die weiteren Richtlinien unseres Handelns, ferner die überaus erfreuliche Tatsache, daß der Erlaß des Sancum Officium kein Verbot für die Katholiken, sondern eher eine Warnung darstelle und nach beweißkräftiger Widerlegung aller Verdachtsmomente auch wieder ZURÜCKGENOMMEN werden könne. "
In den Verhandlungen in Rom und Prag wurden folgende Verdachtsmomente als Ursache des Erlasses des Sanctum Officium angedeutet:
„Die große Organisation, die auf einem eigenartig und geheimnisvoll erscheinenden Zeremonial aufgebaut, den Anschein eines Geheimbundes erweckt, der im Wege seiner zahlreichen Niederlassungen leicht eine allzu liberalistische Weltanschauung und einen religiösen Indifferentismus zum Schaden der Religion verbreiten könne. Dies ist besonders deshalb möglich, da in der Schlaraffia, wie in allen großen Vereinen sich auch Freimaurer befinden.
Auch ist das schlaraffische Zeremonial geeignet, dem Außenstehenden den Eindruck einer gegen die katholische Glaubenslehre gerichteten Einstellung zu machen; und dies dürfte wohl der Hauptgrund sein. "
Eine beweiskräftige Widerlegung aller dieser Verdachtsmomente ist in ausreichenden Maße aus unseren Satzungen und aus ihrem ganzen Sinne heraus möglich. Die in den verschie­denen Paragraphen vorhandenen Satzungsbestimmungen sind durch die entsprechende Kontrolle, Aufsicht und Strafsanktionen in allen schlaraffischen Reychen eine Gewähr und ein absoluter Beweis dafür, daß Schlaraffia ihre Satzungen streng einhält und kein Geheimbund mit politischen und religiösen Tendenzen ist und mit solchen Vereinigungen überhaupt, deren Statut oder Tätigkeit nicht behördlich erlaubt sind oder zur Gänze oder teilweise vor der Öffentlichkeit geheimgehalten werden, wie auch mit der Freimaurerei in keinerlei Verbindung steht.
Nach Überreichung des Memorandums an das Sanctum officium in Rom, nach Genehmigung des erweiterten Allmutterrates, hat weiter nichts zu geschehen, als in Ruhe abzuwarten, bis eine Antwort erfolgt. Für eine erfolgreiche Durchführung der ganzen Verhandlungen war es aber durchaus notwendig, daß diese Angelegenheit nicht in der Öffentlichkeit und in den Zeitungen aufgerollt wurde. Nach den persönlich durchgeführten Verhandlungen und den durchaus günstigen Eindrücken ist alle Aussicht vorhanden, daß die Angelegenheit einen für Allschlaraffia günstigen Ausgang nehmen wird. "
Was auch immer kommen möge, wir werden nicht erlahmen den guten Namen SCHLARAFFIA wieder von allen Verdachtsmomenten zu befreien. Unser gutes Gewissen, unser Glaube an Wahrheit und Recht an das Menschentum werden uns weiter die Kraft und Energie geben, aufrecht und zuversichtlich zu bleiben.
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SCHLARAFFIADE

des hohen Reyches AUF DER MAUER am 5. Lethemond a. U. 77
Eröffnung' Glock 8 des Abends, Funktion: Hkt. T R O P ,
Laut Bericht des Reychsmarschalls
Stand des Reyches:. . . 31 Sassen ' 3 Junker 1 Knappe
1 Ritter fahrend. Knappe 1? hat die Reife zum Junker erlangt.
Bericht des Reychsschatzmeisters:
Reychsschatz am Ende der Winterung 75/77 145. 83 profane Ö. S.
Einnahmen während der Sommerung, 190. ­
Ausgaben, 154. 90 Rückstand an Allmutter Praga, . 400. -
Anträge: In der kommenden Winterung 77/78 die Sippungen pünktlich Glock 8 des Abends zu beginnen, ohne Rücksicht auf die Anzahl der anwesenden Sassen.
( Antrag wird angenommen. )
Es wird weiters beschlossen zu spätkommende Sassen zu pönen.
Zuspätkommende Würdenträger sind mit der doppelten Pön zu belegen.
Ende der Schlaraffiade: 8. 45 des Abends.

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Die 123. Sippung

Anschließend fand die Sippung der Sassenschaft des hohen Reyches AUF DER MAUER statt.
Anwesend waren 20 Sassen,
Eingeritten: Rtt. RAX vom freien Walde,
                     Rtt. ARTIKUS, vom h. Reyche VINDOBONA,
                     Rtt. MEDIKUSSERL, t'
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Die 126. Sippung

auf der MAUER
am 26. Lethemond a. U. 77

Diese Sippung stand im Zeichen des Fünften Stiftungsfestes.
Eröffnung Glock 8 des Abends Funktion: Herrlichkeit VON GRATZ
Eingeritten: Rtt. BAHÖLL und Rtt. TURN was TAX´IS,
aus dem hohen Reyche Burckhardia,
                     Rtt. MEHR CDS vom h. Reychs Aquae Thermae,
Rtt. Hkt. PATHOS, Rtt. STEFANUS, Rtt. LEDDOR, Rtt. MEINHERZ, Rtt. LUZIFER, Rtt. SPIELAUF, Rtt. ORNAMENT, Rtt. Renaissance, Rtt. TRAU DI, alle aus dem hohen Reyche VINDOBONA.
                     Rtt. CHINE, Rtt. AUFF von FELSENECHO,
                     aus dem hohen Reych EGRA.
                     Vom hohen Reych PRAGA: Ritter KORUN AL RASCHIN,
                     Ritter UI JEH der böhmische Magyar.
Anwesend: 18
Schluß der Sippung 10. 30 des Abends.
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Zum Fünften Stiftungsfest.

Zum fünf ten Male jährt sich heut' der Tag
Da wackre Streiter Uhus sich fanden
und scheuten keine glüh' und Plag'
bis sie ein Nest gebaut, das sie dann nannten­
die Engelsburg. Es wuchs der Bau und strebte hoch empor.
Da türmten Wolken sich, senkten sich Nebelschauer.
Ein Sturm entfesselte gewalt'gen Chor,
der auf den Weg zum Ziel errichtet, starken Mauer.
Und doch, trotz all der Sorgen die man uns geschafft,
Trotz all' der Feinde die uns rings erstanden,
es ist gelungen und hinweggerafft­
sind alle Hemmungen, frei sind wir von allen Banden.
Nicht rechten woll'n wir heut und streiten,
Schlaraffen wir mit all den Fehlern­
die Menschen haben. Wir wollen froh den weit'ren Weg bereiten, . .
Und niemand soll unsere Rechte schmälern.


Fest steht die Maurer Burg die wir errichtet,
der Grund auf dem wir bauten war doch gut
­und alles was wir einst-nur uns gedichtet
da steht es nun, der Preis für unsren Mut.
Und wenn auch da und dort einmal versucht wird wieder
zu stören unsrer Uhuliebe Bau,
Wir ringen doch gemeinsam alles nieder­
und fegen den Schlaraffenhimmel wieder blau.
So schreiten wir mit gar vergnügten Sinne
hinein in's zweite Halbe des Dezeniums.
Wir preisen laut unsere Schlaraffenminne­
und freu'n uns unseres Schlaraffentums.
Wir halten fest und einig treu zusammen.
mag draußen die profane Welt­
sich winden und erzittern unter Flammen,
die jede Lebensfreude fast vergällt.
Schlaraffia ist Hort und ist uns Hüter
der wahren Menschenrechte deutscher Art
­wir halten fest am höchsten aller Güter,
an wahrer Freundschaft, edler Wesensart.
Drumm stimmt mit ein: Schlaraffia soll leben!
Ihr rufen wir ein donnernd Ehe zu­
Dir PRAGA Dir gilt unser ganzes Streben!
Dir „AUF DER MAUER " gilt unser frohes Lulu!

 

Die 127. Sippung

am 2. Windmond a. U. 77

fand die Schlaraffiade statt.
Nach der Schlaraffiade fand die Ahallafeier statt. Herrlichkeit AUSWENDIG gedachte der Dahingegangenen Schlaraffenbrüder mit eindrucksvollen Worten, insbesondere unseres Ehrenritters 1 X 1 der hohen ALLMUTTER, sowie unseres unvergesslichen Kantzelars Ritter KARPFELES .
Eröffnung der Siopunq Glock 9 des Abends.
Funktion: Herrlichkeit AUSWENDIG. später Hkt. TROP . Stellvertreungen: Zeremonienmeister Rtt. INSCHI . Eingeritten: Rtt. TURN WAS TAXIS, Surckhardia,
Rtt. STEFANUS Kammersänger, Vindobona, ferner unsere Botschafter Ritt. ARTHUR und Rtt. KALAUER.
Eingeführte Pilger: Oblt. Erös Robert, durch Rtt. STEFANUS,
Anwesend: 17 Sassen, 1 Pilger.


Vorträge: Musikalische Einleitung zur Ahallafeier Rtt. MUSIKUS
Rtt. INSCHI , Ahallafeier,
Rtt. KANNS , " Der Tote an die Lebenden, " Rtt. STEFANUS , " Litanei, " v. E. R. ERLKCNIG, Rtt. VONGRATZ , " KARPFELES, "
Rtt. HUFEISEN , " Allerseelen, "
Rtt. AUSWENDIG, " Man trägt vor, 'v. Karpfeles, " Der Hauptreffen"
Rtt. VONGRATZ , " Aus meiner Sammlung, "
Schluß der Sippung Glock 10. 30 des Abends

Die 129. Sippung

des Reyches AUF DER MAUER
am 16. des Windmonds a. U. 77

war unter dem Motto " Jägersippung " abgeführt. Diese beliebte Sippung war auch damals immer sehr gut besucht, konnte man doch einen kostenlosen, feinen jagdlichen Schmaus und frei Lethe genießen. Das war und ist auch heute noch eine Spezialität der österreichischen Reyche.
Aus acht verschiedenen Reychen des Uhuversums ritten 21 Ritter ein.
Es waren an dieser Sippung 23 Sassen des eigenen Reyches anwesend. Auch wurden an diesem Abend 3 Pilger eingeführt. Es waren dies: Oblt. Erös, Architekt Wangel, Oblt. Janauschek,
Eine große Vortragsfolge machte die Sippung zu einem sehr gelungenen Abend.
Der Kantzelar Rtt. TOMMY stiftete drei jagdliche Erinnerungsahnen für die besten Vorträge von Gastrecken.
Ritter EISERN spendete Rebhühner als Ahnen für Vorträge von Gastrecken, welche Rtt. DIDELDUM als angeschossener Treiber vom hohen Thron überreicht.
Die Funktion: Herrlichkeit TROP ,
Eingeritten:
VINDOBONA:           Rtt. ARTUR, MEINHERZ. , GRIESGASCH, TONHASERL,
OLOMUCIA:              Rt: TREUFELS, JOKEY, STEFANUS, Junker HEINZ,
IGLAVIA:                    Rt. PROJEKT, STRICKERL,
BURCKHARDIA:     PUTSCH, PRINZIPIEL,
KLAUSEN:                DENTE, DON PLASTIKUS, WOLFRAM, UNIVERS,
Castrum BRIGATIUM: Rt. BURSCHERL,
TURICENSIS:          Rt. UDO,
BUDAPESTIA:          Rt. BIZ,

Schluß der Sippung: 23 d. A.
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Die 135. Sippunq

am 28. des Christmonds a. U. 77

Im ambtlichen Teil des Protokollos wird von der Uhubaumfeier berichtet.
Aus 10 verschiedenen Reychen ritten 19 Gastrecken in die hohe Mauer ein.
Anwesend: Waren 17 Sassen, 1 Junker, 1 Prüfling und 3 Pilger sowie viele liebreizende Burgfrauen und Maidlein.
Es fungierte dis Herrlichkeit TROP yon der Lethe.
Ritter CRAVALLADOSSI d. h. R. VINDOBONA, begleitet von Ritter ERODICON am Klavizimbel, l eitets mit dem Liede ­"Wie könnt ich Dein vergessen" die Uhubaumfeyer ein, dann sprach eindrucks-und weihevoll Ritter ENZIAN zur Uhubaumfeyer. Anschließend Herrlichkeit TROP-" Es glänzen die Lichter am Uhubaum". Mit dem Uhubaumlied, gesungen von Ritter DIDELDUM, am Klavizimbel Burgfrau DIDELDUM, erreichte der erste Teil der Feyer seinen Höhepunkt.
Alle drei Herrlichkeitsn haben der Reihe nach die Funktion ausgeübt. Der Herrlichkeit AUSWENDIG und der Herrlichkeit VONGRATZ ist die hohe Aufgabe des Austeilens der Reychsküsse an die verdienstvollen Burgfrauen und Burg­maidlein zugefallen.
Es waren an diesen herrlichen Festabend eine sehr große Zahl von Vortragenden und im künstlerischen, sowie im humorvollen Sinne, wurde der Sippungsabend zu einen unvergesslichen Erlebnis.

Vorträqe
Ritter STEFANUS d. h. VINDOBONA, begleitet von Rt. EROTICON
                                 "Kleines Liedchen aus Sizilien, "
und "Warnung" von Ehrenschlaraffen Don Juan .
Knappe 203 d. H. VINDOBONA, begleitet von Rt. EROTICON "Wotans Abschied, "
Rt. KAKELE d. h. R. ÖNIPONTANA, " Weihnachtslegende" Symphonie domestica, Aphorismen über Frauen und kurze Inhaltsangaben der Wagneropern irn Telegrammstil. ­
Burgfrau DIDELDUM begleitet von Rt. DIDELDUM, " Der Spielmann, " von Richard Heuberger und " Alte Liebe" von Brahms.
Herrlichkeit WOLFRAFM d. h. AN DER KLAUSEN, "Kochrezept, "
Junker Heinz d. h. R. VINDOBONA, " Ein kleines Liedchen, ''
Rt. CRAVALLADOSSI d. h. R. VINDOBONA begleitet von Rt. EROTICON von Richard Strauß, " Zuneigung, "von Puccini-"Eiani Schichi",
Junker HEINZ d. h. R. VINDOBONA, : " Eine Partie am Balkan".
Rt. SAROSTRA, d. h. R . CLAUDIUM FORUM, : "Hymne auf die schwere Haubitz, " Ich bin nicht ganz normal, und ein Landsknechtslied aus dem 30 jähriges Krieg.
Rt. MEIN HERZ d. h. R. VINDOBONA, " Ode an die Burgfrauen", und wer wird den Weinen Wenn man in die Sippung geht".
PiIger BARTEL, Der Bettler, von Hans Moser .
Rt. INSCHI und Rt. VERSERICH . "Max und Moriz über Schlaraffia, ''
Rt. SCHMETTERLING . Uhus Neujahrsgruß an den Thron.


Rt. PFEIFDRAUF d. h. R. VINDOBONA:"Mein, Dein, Sein und Böhmen. "
R. HUFEISEN . "Die Jubelfeier in der Rodauner Zementfabrik. ''
R.EYSHOLD " Sippen oder nicht sippen ist hier die Frage''
Außerdem wurden noch ein Zweikampf des Ritters KARELE gegen Herrlichkeit AUSWENDIG ausgetragen.
Das Thema: Die bissigen Hunde.
Sieger wurde der Rt. KARELE v. h. R. OENIPONTANA.
Schluß dieser schönen Uhubaumfeier Glock 2 des Morgens.
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Es sollte uns in der Chronik auffallen, daß schon in dieser damaligen Zeit, die Sippungen unseres geliebten Reyches AUF DER MAUER sehr gerne von vielen auswärtigen Sassen der nahen, sowohl auch außer Landes liegenden Reychen, besucht wurden. Es ist ein Charakteristikum der MAUER bis zum heutigen Tage. Trotz der schwierigen Zeit und der sich immer mehr zuspitzenden politischen Lage, war der Zustrom in die Schlaraffia nach wie vor groß. Es kamen fast in jeder Sippung neue Pilgrime und fanden großen Gefallen am Treiben in Schlaraffia. Immer mehr wurde unser junges Reych im Uhuversum bekannt und durch die geschickte Führung und Mitarbeit aller Sassen, ein wertvolles Glied in der Kette dar schlaraffischen Reyche des Uhuversums.
Die Aufzeichnungen der damaligen Zeit, im Archiv unseres Reyches, sind nicht sehr umfangreich, doch finde ich aus den noch vorhandenen Protokollen und schlaraffischen Zeytungen, die Sorge um die profan Umwelt welche der Schlaraffia wenig Verständnis entgegen bringt. Der Blick über unsere Staatsgrenzen zur deutschen Schlaraffia macht alle Mitglieder des Vereines Schlaraffia in Österreich besorgt und umso mehr wurden die Sippungen gerne besucht, es wurde mit großer Begeisterung gesippt.

Die kommende Jahrung a. U. 78 wird unserem Reyche AUF DER MAUER, sowie der gesamten ALLSCHLARAFFIA große Veränderungen bringen.

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UHU 78 - 1937

Am 18. Eismond a. U. 78 profan 1937 findet sich eine Einladung des hohen Reyches VINDOBONA

Ritterlicher Gruß und Handschlag zuvor!
Hohes Reych!
Freudigen Herzens geben wir kundt und zu wissen, daß wir in der gemeinsamen Sippung beider Gruppen, Mittwoch den 17. Hornung a. U. 78 auf unsrer Höllensteinveste das siebenzigste Wiegefest
unseres über alle Maßen geliebten und verehrten ErbOberschlaraffen, Sr. Herrlichkeit
U N S E R H U M der Schlachtenschwammler
in schlaraffisch froher Art festlich feyern werden.
Wir laden mich geliebte Schwester zu diesem Familienfeste und geben uns der bestimmten Erwartung hin, Dich aus diesem Anlasse in Vindabonas Gemarkungen begrüßen zu dürfen, um teilzunehmen an dem Festesjubel, der unser teures Geburtstagskind umgeben soll.
Und nun eine Bitte. Solltest Du, was wir aufrich­tigst hoffen, unserer Ladung Folge leistsn, dann bitten wir Dich eine eventuslle, besondere Botschaft odei` die Überreichung einer Geburtstagsgabe in einen, unter allen Umständen lustigen Uier-, höchstens Acht-Zeiler zu kleiden.
Schließlich ersuchen wir Dich, uns längstens bis zum 15. des Hornung mitzuteilen, ob wir mit Deinem Einritt rechnen dürfen und wie viele Deiner viellieben Sassen wir bei uns erwarten dürfen.
Auf frohes Wiedersehen am 17. Hornung und herzlichst Lulu!
Das Oberschlaraffat:                                                         Das Kantzlerambt:
BIM, HOFRAT                                                                           MURL, HUNTI

Zu dieser Feyer war ein stattliches Fähnlein in das hohe Reych VINDOBONA, unter der Führung der Herrlichkeit VONGRATZ und Herrlichkeit AUSWENDIG- eingeritten. Nach einer kurzen Ansprache der Herrlichkeit AUSWENDIG an den Jubilar wurden demselben 6 Flaschen ausgesuchter Lethe überreicht. Die Emballage dieser Flaschen war mit Vignetten geziert welche Motive aus den Gemarkungen des Reyches AUF DER MAUER darstellten und auf den Siebziger des Jubilars bezogen. waren.
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Die Katastrophe des Jahres sollte nun seinen Anfang nehmen. Am 4. des Hornungs a. U. 78 meldet das hohe Reych JUVAVIA seinen Austritt aus Allschlaraffia der hohen Allmutter Praga.

 

In einen Schreiben an die Allmutter PRAGA heißt es:
R. G. u. H. z!

Erhabene ALLMUTTER!

 

Durch die seit dem Zerfall der österr. - ungarischen Monarchie immer tiefergreifende Veränderung der profanen Welt, ebenso wie durch die seit dem Conzil zu Haidelberga allmählich erfolgte Wandlung des allschlaraffischen Gedankens, sah sich das hohe Reych JUAUIA gezwungen, in seiner außerordentlichen Schlaraffiade vom 3. Hornung a. U. 78 nach reiflicher Überlegung, folgende schwerwiegende Entscheidung zu treffen:
"JUVAVIA beschließt, seine Verbindung mit ALLMUTTER PRAGA und mit Allschlaraffia zu lösen. "
Die gewaltige Stimmenmehrheit von über 80%, mit welcher dieser Beschluß gefasst wurde, möge Dir, erhabene ALLMUTTER, zum Nachweis dienen, daß keine Möglichkeit zu Verzögerungen oder Zwischenlösungen vorhanden war. Es ging um unser geliebtes Reych JUVAVIA und dessen Bestand.
Drei Momente waren entscheidend:
1. Die Loyalität gegen unser Vaterland Österreich,
2. Die Rücksicht auf die Stellungnahme des Katholizismus,
3. Die leidenschaftliche Ablehnung jeder auch nur entfernten , ja nur indirekten Berührung mit der Weltfreimaurerei.
Jeder Versuch einer einvernehmlichen Zwischenlösung mit Dir, erhabene ALLMUTTER, wurde als aussichtslos betrachtet, da die beiderseitigen Argumente sich schon be­grifflich ausschließen. Die in der hohen LINZIA a. U. 74 geführten Verhandlungen und dann zu Maria Aquensis geschlossenen Kompromisse ergaben einen auf die Dauer unhaltbaren Zustand.
JUVAVIA ist überzeugt, daß seine Entscheidung den Schlaraffenbund nicht zerstört, da die ALLSCHLARAFFIA von einst, wie wir sie gekannt und geliebt haben, nicht mehr besteht. Ein Blick in die Stammrolle und auf die Mitglieder­bewegung der letzten Jahre genügt um dies festzustellen.
So hat die JUVAVIA die Bindung zu dem einst so stolzen allschlaraffischen Überbau unwiderruflich gelöst und lösen müssen, weil die erhabene Idee der Freundschaft "gleichgesinnter" Männer zu einen leeren Wort geworden war. Nimm, erhabene ALLMUTTER, zum Abschied den innigsten Dank des hohen Reyches JUVAVIA entgegen. Für alle Liebe, Sorge und Förderung, die Du uns durch 43 derer Jahrungen angedeihen ließest:. Sei versichert, daß der schlaraffische Gedanke,


den Du geboren und über alle Länder ausgebreitet hast, von der nunmehr selbstständigen JUVAVIA in ihren verengten Gemarkungen in seiner ganzen idealen Reinheit weitergepflegt werden wird.
Schließlich bitten wir Dich, das Gefühl dankbarer Erinnerung in unseren Herzen ungetrübt zu lassen. Wir wollten und wollen keinen Konflikt.

Lebe wohl erhabene ALLMUTTER Uhu beschütze Dich!
Für das Oberschlaraffat:
I . C . H , - THEOPHRAST

 

In einen Schreiben an das hohe Reych AUF DER MAUER ,
am 5. des Hornung a. U. 78, teilt das hohe Reych JUVAVIA seinen Entschluß aus Allschlaraffia auszutreten mit.
Es heißt in dem Sendboten:

H o h e s R e y c h !
Das hohe Reych JUAVIA bringt Dir, sowie den übrigen Reychen auf dem Gebiete des Bundesstaates Österreich beiliegendes Schreiben zur Kenntnis.
ALLMUTTER PRAGA wurde außerdem mit Blitzogramm schon am 4. des Hornung um 1 Uhr des Morgens von dem unmittelbar vorher gefassten Beschluß des hohen Reyches JUVAVIA verständigt, die Verbindung zur ALLMUTTER PRAGA und zur Allschlaraffia zu lösen.
Wir sind uns der ganzen Bedeutung und Tragweite dieser Entscheidung voll bewußt und erwarten von Dir mitfühlendes Verständnis.
                                                 Lulu!
Für das Oberschlaraffatv
I. C. H. THEOPHRAST

Die 141. Sippung

 

In der Sippung löste dieser Sendbote der hohen JUVAVIA große Bestürzung aus. Viele der Sassen waren über die Vorgänge erschrocken und man konnte es kaum fassen, daß es nun eine Trennung gab.


Zur gleichen Zeit als sich in den österreichischen Schlaraffenreychen eine Katastrophe anbahnt, wird in Deutschland die Schlaraffia verboten. Im Februar 1937, also im Hornung a. U. 78 müssen die deutschen Reyche ihre Pforten schließen.
In einer Schlußsippung im hohen Reyche HAMMONIA in Deutschland sprach Herrlichkeit FARBFEX zum Verbot der Schlaraffia, "wir gehören zu der Generation, die es gelernt hat, zu schweigen und zu gehorchen auch dann, wenn wir den Sinn eines Befehls nicht mehr verstehen.
Es hat uns aber auch die Geschichte gelehrt, welche wahrhaft gigantische Kraft in dem zähen Festhalten an einer Idee steckt, wenn man sie nur erst richtig und zukunftsweisend erkannt hat. Nur eines gehört dazu: eine unbeirrbare Gläubigkeit, ein zuversichtlicher Optimismus, der auch durch keinerlei Schicksalsschläge zu erschüttern ist. Nur der Schwache verzagt. Aber wie wir es gelernt haben, in der Bedrängnis die Hände hochzuhalten, so werden wir auch jetzt die vielgepriesenen schlaraffischen Geisteswaffen nicht strecken. Nicht davon reden-immer daran denken! Denn Gedanken sind machtvolle Realitäten.
Es läßt sich der deutsche schlaraffische Gedanke nun und nimmermehr zerstören!
Wenn es sein muß - die äußere Form kann fallen, das ist nicht entscheidend. Aber das allein ist entscheidend, daß wir jetzt nur noch enger zusammenrücken und unser Wissen und Erleben wie ein holdes Märchen von einem fernen Wunderland auf Kind und Kindeskinder weiter vererben.
An den Gedanken haltet fest! Wir Schlaraffen sind einfach nötig! Einerlei ob sich diese Erkenntnis heute noch oder erst in 50 derer Jahrungen durchsetzen wird. Darum weil wir nötig sind, wird die schlaraffische Idee leben und lebendig bleiben bis auf den Tag, den wir alle mit brennenden Herzen erwarten.
Es ist wahrhaft eine historische Stunde, eine große Stunde die uns hier vereint. Wir geben ein weithin leuchtendes Beispiel von echter Mannes und Freundestreue, die bereit ist, miteinander auszuharren auf scheinbar verlorenen Posten, noch enger zusammenbinden soll uns das Vermächtnis, in dem Augenblick, da wir auseinandergehen müssen. "
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Am 10. des Hornunqs a. U. 78

nimmt die hohe GRAZIA zu den Ereignissen und den Austritt JUVAVIAS Stellung. In einen Schreiben an alle österreichischen Schlaraffenreyche heißt es:

JUVAVIA hat der hohen ALLMUTTER den Austritt aus Schlaraffia PRAGA angezeigt und ist nun damit aus ALLSCHLARAFFIA ausgetreten. JUVAVIA tat den Beschluß den österreichischen Reychen durch Zusendung der Abschrift des Absagesendboten kund.
Ihr werdet wie wir auf das Peinlichste von diesem überraschenden Schritte eines alten Reyches berührt worden sein und tief bedauern, umsomehr als die Begründung nicht stichhält.
Der Sendbote JUVAVIAS an die ALLMUTTER trieft zum Teile von Ergebenheit und Dankbarkeit und schließt mit einem gerührten " Lebe wohl, erhabene ALLMUTTER, Uhu beschütze Dich!", dazu im Gegensatze stehen aber die den Austritt rechtfertigen sollenden Behauptungen, die einer übelwollenden Vernaderung der österreichischen Reyche gleichkommen.
Wir fragen: Mit welcher auch nur geringfügigen Tatsache kann erwiesen werden, daß die Loyalität gegen unser Vaterland Österreich die Zugehörigkeit zur Schlaraffia ausschließe?! Gerade unsere österreichischen Reyche haben ihre Heimattreue und Vaterlandsliebe allzeit geoffenbart und es ist JUVAVIA nicht zu verzeihen, daß sie mit dieser sinnlosen Begründung allen übrigen Schlaraffen Österreichs, deren Ehren haftigkeit und Gesinnungstüchtigkeit zu bezweifeln sich Niemand unterfangen darf, eine schwere Kränkung zugefügt hat.
Ebensowenig berechtigt erscheint, eine angebliche Gegenstellung des Katholizismus auszuspielen, da nach Vorsprache des Obmannes des ALLMUTTERRATES Eb. Herrlkt. HYP in Rom die Bedenken des Sanctum Officium der höchsten römisch - katholischen Kirchenbehörde zerstreut sind und diese oberste Stelle keinen Anstoss mehr an der Schlaraffia nimmt, wie ja dieser auch nach wie vor katholische Geistliche angehören. Sollte in Salzburgs hoher Geistlichkeit noch eine andere Meinung bestehen, wäre es Sache JUVAVIAS gewesen, das wünschenswerte Wohlwollen durch ehrliche Aufklärung zu gewinnen.
In der Ablehnun des Freimaurer tums waren und sind wir doch ohnehin alle gleichen Sinnes'; Der Spiege besagt im §44 „. . . da Schlaraffia kein Geheim­bund ist und mit solchen keinerlei Verbindung hat", die nähere Auslegung kommt den Hausgesetzen zu und so heißt es z. B. in den von der ALLMUTTER genehmigten Hausgesetzen der GRAZIA  § 5, Abs. 2 . "Mit der Zugehörigkeit zur Schlaraffia GRAZIA ist die gleichzeitige Mitgliedschaft bei verbotenen geheimen Verbindungen und insbesondere der Freimaurerei unvereinbar".


Wir fühlen uns als ältestes Reych Österreichs nach spiegelgemäßer Einholung der allmütterlichan Genehmigung berufen und verpflichtet, unsere lieben Schwester-, Tochter-und Enkelreyche herzlich zu bitten, von JUVAVIA nicht beirren zu lassen und unserem heren Bunde und unserer in schönen und trüben Tagen bewährten hohen ALLMUTTER die feyerliche, gelobte Treue zu halten.
JUVAVIA hatte vor 8 derer Jahrungen die Auszeichnung mit der Veranstaltung des Konzils betraut zu sein es stand im Uhuversum hoch im Ansehen, umso befremdender ist seine Abkehr, noch dazu-ohne die Schwesterreyche und nicht einmal das ALLMUTTERREYCH von der Absicht zu verständigen.
Wir empfinden schmerzlich die Unaufrich­tigkeit in der Vorbereitung und Durchführung des Austrittes. Dieses Gefühl einer großen Enttäuschung verbindet sich aber mit der zuversichtlichen Hoffnung und Liberzeugung, daß wir übrigen Reyche umso fester und anhänglichst in Freundschaft und Offenheit zusammenstehen wollen und werden.
Treue soll kein leerer Wahn sein'
Wir begrüßen alle unsere viellieben Schwesterreyche und die geliebten Reyche unserer Nachfolge
mit herzlichem Lulu! Eure GRAZIA
Das Oberschlaraffat:                                                                                Das Kantzleramt:
FREY , STERZ , VIER-TACT , PHIL ,                                          DREIHERZ, DINGFEST,

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Auch , am selben Tag den 10. Hornung a. U. 78

wurde das offizielle Schreiben und Stellungnahme der hohen ALLMUTTER PRAGA

An alle österreichischen Reyche gesendet. Ich glaube, daß es in die Chroniken aller unserer Schlaraffenreyche in Österreich gehört und wir uns für immer daran erinnern sollen, auf daß sich nie mehr ähnliches in Schlaraffia ereignen möge. Es ist eines der traurigsten Kapitel unseres Bundes und unsere Stellungnahme ergibt sich ganz von selbst und zwangläufig aus unserer Tradition.
Ich glaube, daß es nicht viele unserer Uhubrüder gibt die von diesen damaligen Ereignissen wissen und schreibe deshalb darüber. Es hat nicht unmittelbar mit unseren Reych zu tun und doch zwang die Situation unsere Vorfahren eine Entscheidung zu treffen.


Schlaraffia Praga.
Praga, am 10, des Hornung a. U. 78

R. G. u. H. z. !
An unsere österreichischen Tochter und Enkelreyche !

In schweren Zeiten lernt man seine Freunde kennen. Und so gedenkt heute ALLMUTTER PRAGA in tiefster innerer Verbundenheit der ruhmreichen Vergangenheit schlaraffischer Freundschaft und Zusammengehörigkeit und bringt sie Euch nochmals in Erinnerung.
Wer den Weltkrieg miterlebte, gedenkt der werktätigen Hilfsbereitschaft aller Schlaraffen, insbesondere der amerikanischen, schweizer und holländischen Freunde; es war ein erhebendes Gefühl, Freundesdienste ausüben zu können, durch die so viele Schlaraffen wieder Gesundheit, Heimat und Freude gewannen. Es sei an den Kriegs-Witwen-und Waisenfond, an die schlaraffischen Hilfsfonde erinnert, die Praga ins Leben rief.
Als der Erlass des Sanctum Officium (nicht ein Verbot) erschien, da zögerte PRAGA nicht eine Stunde, für die bedrohten österreichischen Reyche Schutz und Hilfe zu suchen und noch klingen die tönenden Worte und Gelöbnisse des Concils in JUVAVIA in uns nach----und heute? !
In einem wirkungsvollen Gegensatz zu all dem hat JUVAVIA in der Schlaraffiade vom 3. des Hornungs­ a. U. 78 sich von der Allschlaraffia und ALLMUTTER PRAGA urplötzlich losgelöst . Mit dem Austritt hat sie, wie in der Debatte verkündet wurde, "PRAGA den Kampf angesagt" und die alpenländischen Reyche zu gleichen löblichen Tun aufgefordert. Dieser plötzliche Entschluß JUVAVIAS, der jede Verständigung und jede Aussprache mit uns bewußt vermied und ablehnte, begründete den Austritt des Reyches aus ALLSCHLARAFFIA mit folgenden Worten:
1. die Loyalität gegen unser Vaterland Österreich,
2. die Rücksicht auf die Stellungnahme desKatholizismus,
3. die leidenschaftliche Ablehnung jeder auch entfernten, ja nur indirekten Berührung mit der Freimaurerei. "
Als gravierend für die ALLMUTTER wurde in der Debatte geltend gemacht, " daß 3 Juden in den ALLMUTTERRAT berufen wurden, daß es unzulässig sei, daß ein österreichisches Reych ein Diktat aus der Hauptstadt eines Staates entgegenzunehmen der heute schon als Zentralstelle des Weltbolschewismus angesehen werden muß, was wieder ein Beweis für den übermäßigen Einfluß des Judentums sei.
Die eindeutige Einstellung und Ideenrichtung in den Reychen Österreichs ist uns hinlänglich bekannt, wir hatten aber keinen Anlaß gehabt, dagegen irgendwie Stellung zu nehmen.
Die Motivierung JUVAVIAS aber und die Darstellung der für sie bestimmten Gründe zwingt uns, gegen diese Fassung schon im Interesse der Schlaraffia überhaupt und der österreichischen Reyche im besonderen auf das schärfste Einspruch zu erheben.
 Schlaraffia hat es während ihres ganzen fast achtzigjährigen Bestandes in keinem der vielen Länder dieser Erde, am allerwenigsten in Österreich an Loyalität gegenüber Staat und Kirche fehlen lassen, sondern im Gegenteil durch ihr Verhalten, durch die Ehrenhaftigkeit und die Bildungsstufe ihrer Mitglieder nur jede mögliche Garantie für die größte Loyalität gegeben.
In keinem der Länder gab es je in Schlaraffia auch nur das geringste Verschulden gegen Staat oder Kirche. Nach den durchaus wahrheitsgemäßen und beweiskräftigen Aufklärungen der Bundesleitung beim Sanctum Officium in Rom besteht anerkannt zwischen der Schlaraffia und der Freimaurerei nicht die geringste Gemeinschaft. Eine solche wurde uns auch niemals zur Last gelegt. Ich (HYP), habe in meiner 38 jährigen Zugehörigkeit zur Schlaraffia und als langjähriges Mitglied des ALLMUTTERRATES nie etwas von einer solchen gehört, ja nicht einmal etwas von der Freimaurerei gewußt und wurde erst auf diese Frage durch den Erlaß des Sanctum 0fficium aufmerksam gemacht, weil man Schlaraffia eben allgemein fälschlicherweise für eine Art Freimaurerbund hielt und vielleicht noch hält. Auch der Austritt JUVAVIAS und anderer Reyche, die Tarnung dieser Reyche wird diese nicht von dem gleichen Verdachte befreien.
Praktisch ist in Österreich die Freimaurerfrage schon lange dahin gelöst, daß sich unter den Angehörigen der österreichischen Reyche ja überhaupt keine Freimaurer mehr befinden.
Weiter wurde in der Debatte behauptet, daß arisch fühlende Kreise infolge der Verjudung und des Freimaurerstandpunktes in der Praga, Vindobona und in anderen Reychen einem Zweigvereine Allschlaraffias nicht beitreten wollen und können, und aus diesem Grunde den alpenländischen Vereinen der Nachwuchs fehlt.
Es ist merkwürdig, der PRAGA die mangelnde Anziehungskraft der einzelnen Reyche zuzuschreiben. Allmtter PRAGA übt weder ein Diktat aus noch hat sie auf die Zusammensetzung eines Reyches einen wie immer gearteten Einfluß. Es wird Jedem, der das Gegenteil behauptet, schwer fallen, ja sogar gänzlich un­möglich sein, einen '-Beweis dafür zu fuhren. daß der ALLMUTTERRAT in dieser Richtung auf irgend ein Reych irgendeinen Einfluss zu nehmen je versucht hat. Im steht nach dem Spiegel auch kein wie immer geartetes Recht zu, diesbezüglich etwas zu unternehmen. Im übrigen mußte das Reych JUVAVIA am besten wissen, wie unwahr die Behauptung ihrer Debattenredner ist: In seinem Hausgesetz findet sich seit dem 31 . 1 . a. U. 75 die vom ALLMUTTERRAT bestätigte Bestimmung, daß "Mitglieder von Geheimbünden Freimaurer u. ä von der Aufnahme ausgeschlossan sind".
So sieht der für die ausgetretenen Sassen untragbare Freimaurerstand­punkt der ALLMUTTER aus' Und wenn in der Debatte weiter behauptet wurde die nachweisbare geheimnisvolle Gewalt der Freimaurer in der PRAGA und VINDOBONA müsse unterbunden werden, dann können wir nichts anderes, als immer und immer wieder mit allem Nachdruck fordern, es möge sich einer melden der für diese Pauschalverdächtigung und Behauptung auch nur einen einzigen konkreten Fall anführen kann, in welchem auch nur der leiseste Anschein einer derartigen Beeinflussung nachgewissen werden könnte.
Zur Beleuchtung, wie ernstes den Ausgetretenen mit der Verabscheuungs­würdigkeit dieses von den Ausgetretenen verlästerten ALLMUTTERREYCHES gemeint ist, sei hier noch ein Detail angeführt: . Während die entscheidende Schlaraffiade JUVAVIAS von ihnen bereitswohl vorbereitet wurde, hat einer ihrer Anführer es nicht verschmäht, rasch und mit Nachdruck noch einen nicht unanshnlichen Betrag (Unterstützungsbeitrag) anzusprechen und zu urgieren den er, nachdem er die Ladung zu a. o. Schlaraffiade in der JUVAVIA rasch noch am 30. 1. geschrieben hatte, dankbarst mit Sendboten vom 2. Hornung als empfangen anher bestätigte. Ungern nur beleuchten wir mit dieser charakteristischen Handlungsweise eines der Anführer die Berechtigung des Brusttones der Überzeugung seiner Bundesgenossen.
Die jetzt so auffällig und übereilig betriebene Loslösung von ALLSCHLARAFFIA und die ins Treffen geschickten Vorwände, die von Loyalität tönenden Worte müssen ja folgerichtig bei den Behörden und allen Fernstehenden ein ganz falsches Bild von Schlaraffia erwecken und angenommene Verdachtsmomente bekräftigen. Ein derart leichtfertiges Vorgehen ist nur geeignet, die einst so geliebten Schlaraffenbrüder, die Freunde von gestern des eigenen Landes ganz unverantwortlich auf das schwerste zu belasten. '­
Durch derartige Vorgänge wird die Verdächtigung auch dieser neuen getarnten Schlaraffenvereinigungen nicht nur nicht beseitigt, sondern es wird Misstrauen gesät und Vermutungen iiher Zellenbildungen anderen Charakters geradezu künstlich geschaffen.
Übereifer hat auch dem Bunde Deutsche Schlaraffig mit ähnlichen Taten den schlechtesten Dienst erwiesen und den schwersten Schaden zugefügt.


Dies ist auch von und für die österreichischen Reyche zu befürchten .
Was nun den tieferen Grund der Bewegung, den Arierparagraphen betrifft, so hat ja jedes Reych ja immer die Möglichkeit gehabt, sich die Verhältnisse so zu gestalten, wie es ihm passte und konnte als selbstständiger Verein in den profanen, für die Behörden und Öffentlichkeit maßgebenden Statuten alles für notwendig Befundene mit aller Deutlichkeit zum Ausdruck bringen und auch praktisch verwirklichen.
In der Debatte wurde behauptet, daß die ALLMUTTER die gegebene Zusicherung, in der Folge keine Nichtarier in den ALLMUTTERRAT mehr aufzunehmen, dadurch gebrochen hat, daß drei Juden in denselben berufen wurden. Ganz abgesehen, daß diese Forderung nie und nirgends gestellt wurde und zu ihr daher auch keine Stellung genommen werden mußte, sei festgestellt, daß die Behauptung über die derzeitige Zusammensetzung des ALLMUTTERRATES unwahr ist. Der aus neun Mitgliedern zusammengesetzte ALLMUTTERRAT besteht aus acht reinrassigen Ariern, das neunte Mitglied ist in der dritten Generation röm.kath. Christ und mit einer Arierin verheiratet. Wir sind im ALLMUTTERRAT vier gebürtige Niederösterreicher, die der Heimat alle Treue und Anhänglichkeit bewahren.
Wir verwahren uns auf das Entschiedenste gegen derartige böswillige Unterstellungen, die nur mit der Absicht konstruiert wurden, den bisher so wunderbaren schlaraffischen Gemeinschaftsgedanken zu vernichten.
Nur die bewußte Nichtzurkenntnisnahme der wahren Verhälnisse und ein ganz leichtfertiges urteilen konnte derartige Grühde als entscheidend und beweiskräftig erachten.
In einem solchen Vorgehen noch eine Spur von freundschftlichem, von deutschem volksbewußten Empfinden, von fairem Handeln zu erblicken?
Auch der in der Debatte erhobene Vorwurf des Bolschewismus und der Welfreimaurerei muß auf das energischeste zurückgwiesen werden. Er trifft überhaupt nicht zu, am allerwenigsten uns Schlaraffen und den ALLMUTTERRAT, der mit politischen Dingen überhaupt nichts zu tun hat, sondern den nur das einzige bestrebt und erfüllt, den schlaraffischen Gedanken zu erhalten. Nicht durch die PRAGA und den ALLMUTTERRAT ist "die erhabene Idee der Freundschaft gleichgesinnter Männer zu einem leeren Wort geworden", wie JUVAVIA schreibt, dies zu beweisen blieb erstmalig der abtrünnigen JUVAVIA und deren Sassen vorbehalten.
Nicht der schlaraffische Gedanke hat sich geändert, wie es in den Sendboten JUVAVIA's ganz unrichtig heißt, sondern die unruhige Umwelt und die übereifrigen Menschen, welche sich bemüßigt fühlen, alle momentanen politischen Strömungen auch in unseren völlig unpolitischen Bund hineinzutragen und ihn damit zu zerschlagen, statt ihm und uns in höchster Hilfsbereitschaft und Werktätiger Mitarbeit beizustehen, wie wir das ja alle einmal in gleicher Weise gelobt haben.
Nicht der Verlust des einen oder des anderen Reyches, die den herrschenden politischen Einflüssen in loyaler oder illoyaler Weise unterliegen und ihnen nachgehen zu müssen glauben, ist das Betrübende und Beschämende an der jetzigen Wendung, sonder die ganze unwürdige Form und die Leichtigkeit, mit der Überzeugungen gewechselt und Freundschaften geopfert werden.
Der schlaraffische Gedanke in seineer großen Geistigkeit und beglückenden Lebensgestaltung verträgt keinen kleinlichen politischen Hader und muß frei bleiben von allem Wechsel politischer Einstellung.
In unwandelbarer Treue hängt ALLMUTTER PRAGA auch heute noch an ihren Tochter-und Enkelreychen in Österreich und hofft zuversichtlich, daß noch der gute alte schlaraffische Geist obsiegen werde.
Der ALLMUTTERRAT stellt an Dich die innigstgeliebte Tochter, das Ersuchen, welches den einzigen _Grund dieses Sendboten an alle österreichischen Reyche bildet, was immer Du auch in Zukunft tun und beschließen mögest, tue und beschließe erst nach reiflicher Erwägung. Zerreiße nicht voschnell ein altes Freundschaftsband und zerstöre nicht übereifrig eine Einrichtung, die in ihrer wunderbaren Gestaltung ganz einzigartig in der Welt dasteht und auch
für das Deutschtum in den einzelnen Ländern von großer Bedeutung ist. Zerstört ist rasch, was nur unendlich schwer wieder aufgebaut werden kann.
Im Sinne unserer alten schlaraffischen Freundschaft und menschlich würdiger wäre es, wenn die österreichfischen Reyche das ganze Problem in einer gemeinsamen Besprechung im Beisein der Vertreter des ALLMUTTERRATES offen, ehrlich und einvernehmlich durchberaten würden, statt sich hinter frei erfundenen Vorwänden zu verschanzen und sich in Hass und Groll von denen zu wenden, denen sie kurz zuvor noch Treue gelobt.
Um wieviel anständiger, und Freundschaftlicher 'als JUVAVIA haben seinerzeit die reichsdeutschen Schlaraffen gehandelt, die zum Austritt gesetzlich gezwungen waren. Schlaraffia ist ein kostbares Vermächtnis der guten alten Zeit, wo man noch an Treue und Ehrlichkeit glaubte, und wäre es wohl wert, uns und der Nachwelt diesen Glauben zu erhalten.
In ehrlichen schlaraffischem Empfinden, aber in großer Besorgnis-nicht um ALLSCHLARAFFIA- sondern um die österreichischen Reyche

Für ALLMUTTER PRAGA: - HYP, SCHNITZEL.


Das Schlaraffenreych JUVAVIA versucht nun seinen Standpunkt allen anderen österreichischen Reychen in einem Rundsendboten zu erklären und sich für sein Vorgehen gegenüber der ALLMUTTER zu rechtfertigen.
In diesen Rundsendboten heißt es:

Schlaraffia JUVAVIA

Juvavia, am 11. Hornung 78

R . G. u. H. z. !

HOHES  REYCH

'Es sind uns von vielen österreichischen Reychen Anfragen zugegangen, welche zeigen, daß unsere Stellungnahme vielfach unrichtig aufgefasst wurde.
Um allen Zweifeln zu begegnen, erlauben wir uns folgendes zu eröffnen:
1. Schlaraffia JUVAVIA stellt fest, daß sie die Loslösung von Allmutter PRAGA vollzogen hat, weil sie in Interesse der Erhaltung des Reyches eindeutig vom Juden-und Freimaurertum abrücken wollte, um den Charakter als deutscher Verein zu sichern.
2. JUVAVIA erwartet, daß jene österreichischen Reyche, die sich von Juden-und Freimaurertum losgelöst haben, also unseren Standpunkt teilen, sich in irgendeiner Form zusammenschließen werden.
3. JUVAVIA hatte schon längst den Arier § intern eingeführt, nun hat sie in Konsequenz dessen die Loslösung von der Allmutter PRAGA und ALLSCHLARAFFIA beschlossen. Darüber hinaus will sich JUVAVIA in keiner Richtung binden, bis die Willensmeinung ihrer gleichgesinnten Schwestern geklärt ist. Diese werden dann in gemeinsamer Beratung die weitere Gestaltung zu entscheiden haben.
4. JUVAVIA hat vor ihrem Schritte, ( satzungsgemäße Einführung des Arier § und Freimaurer §, ) mit den Behörden und insbesondere mit der Bundesleitung der Vaterländischen Front Fühlung genommen und hat deren uneingeschränkte Zustimmung erhalten. Eine österreichische Schlaraffia wird ihre deutsche Kulturaufgabe nur auf den Boden der staatspolitischen Gegebenheiten Österreichs erfüllen können.
5. Juvavia kann aus Loyalitätsgründen mit keinen österreichischen Reych vor seiner Loslösung von Allmutter PRAGA und ALLSCHLARAFFIA verhandeln. Es liegt uns aber auch jetzt fern, auf die Entschlüsse unserer Schwesterreyche einen propagandistischen Einfluß zu nehmen.
Mit schlaraffischen Grüßen Eure JUVAVIA Daß Oberschlaraffat:
I. C. H. THEO PHRAST                                              SCHNAUZBART


In der Folge erreichen fast täglich weitere Sendboten aus allen österreichischen Reychen, unseren damaligen Kantzler den Ritter TOMMY. Das Reych auf der MAUER selbst ist in dieser Zeit vollkommen unentschlossen und in seiner Ansicht keinesfalls einig, einen Entschluß zu fassen. Der Chronist aber will allen Schlaraffen die Möglichkeit bieten, Einblick in die damals herrschenden Verhältnisse zu bekommen. So werde ich in der weiteren Schilderung, chronologisch die Reychspost, welche sich im Archiv befindet in der Chronik veröffentlichen.

 

 

So heißt es weiter in einem Sendboten der Schlaraffia HYPPOLYTA NA

Gegeben auf der Traisenburg

R. G. u. H. z. !
am 11. Hornung a. U. 78/ 1937

Hohes  Reych !

Wir geben Euch kund und zu Wissen, daß wir in der außerordentlichen Schlaraffiade vom 11. des Hornungs 1937 den Beschluß gefasst haben, dem Beispiele JUVAVIAS in sachlicher Beziehung zu folgen. Uns leitet dazu die Überzeugung, daß wir die schlaraffischen Ideale nur in einem Verbande verwirklichen können, der von Grundsätzen beherrscht ist, die unserer Weltanschauung entsprechen.
Volk und Kirche, aber auch maßgebende Stellen des öffentlichen Lebens lehnen das Weltjudentum in allen seinen Formen und auch dort ab, wo sich seine Vertreter unter dem Leitgedanken von Freisinn und Liberalismus in das deutsche Volksleben einzuschalten suchen.
Durch den Widerstreit zweier einander unversöhnlich gegenüberstehenden Weltanschauungen ergeben sich für die Anhänger der deutsch-arischen Gedankenwelt Gewissenskonflikte, die ohne Einbuße an Charakter und Ehre nicht länger verschwiegen werden können. Dieser unerträgliche Zustand ist nur durch ein rückhaltloses Bekenntnis zu beseitigen. Ein weiteres Verbleiben weltanschaulicher Gegner in einen satzungsgemässen Freundschaftsverhältnisses muß den Eindruck der Unaufrichtigkeit und Unehrlichkeit erwecken. Vor diese Entscheidung gestellt, ist der Austritt aus ALLSCHLARAFFIA ein unabweisliches Gebot.
Da wir den Wunsch haben, das Band der Freundschaf t mit allen Gleichgesinnten aufrecht zu erhalten, bleiben wir in unserem Reyche HIFPOLYTANA geeint und werden die Verbindung nur mit jenen Reychen und Schlaraffen aufrecht erhalten bzw. aufnehmen, die sich vorbehaltslos zu unserer Auffassung bekennen.
So Ihr den Wunsch habt uns Eure Wohlmeinung mitzuteilen, erwarten wir Euren Sendboten.
Der Stellvertretende Der Oberschlaraffe des Äußern Leiter des Kantzlerambtes,

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Das hohe Reych  KREMISIA WACHAVIAE

schreibt am 16. des Hornungs a. U. 78,

an das hohe Reych GRAZIA folgenden Sendboten, dessen Abschrift an die hohe MAUER gesendet wurde.
An das hohe Reych G R A Z I A ,
Vielliebes Schwesterreych!
Das Reych JUVAVIA hat einen Schritt unternommen, der die österreichischen Reyche zwingt, zu der dadurch geschaffenen Situation ohne Verzug Stellung zu nehmen.
Die durch den Austritt JUVAVIAS aus ALLSCNLARAFFIA bewirkte, ganz ungeklärte Lage hätte gewiß durch eine vorherige allgemeine Aussprache vermieden werden können.
Das Reych KREMISIA WACHAVIAE ist nun der Meinung, daß dieses Versäumnis im Interesse der gemeinsamen schlaraffischen Idee nachgeholt werden kann und muß. Es ist dringend notwendig, behufs Klärung der peinlichen Lage ehestens eine gemeinsame, ruhige und sachgemäße Aussprache aller österreichischen Reyche anzuberaumen, um damit ein möglichst einheitliches Vorgehen im Interesse unseres heren Bundes vorzubereiten.
Wir stellen daher den Antrag:
Das hohe Reych GRAZIA , wolle als ältestes Reych in der österreichischen Schlaraffia, ehestens, jedenfalls aber noch im Hornung, eine gemeinsame Sitzung von Legaten aller­österreichischen Reyche einberufen, um die für diese Reyche geschaffene Lage eingehend zu beraten und eine gedeihliche Lösung zu finden.
Als Ort der Tagung, die in einen profanen Lokale stattzufinden hätte, wäre ein zentral gelegener Ort unseres Staates ( z. B. Linz ) in Aussicht zu nehmen, damit er von allen Legaten leicht erreicht werden kann. Die Tageszeit wäre so festzusetzen, daß womöglich eine Übernachtung für die Legaten nicht notwendig ist. Als Tag der Zusammenkunft wäre keinesfalls der 27. Hornung zu wählen, weil wir für diesen Tag bereits die Großursippenfeyer-Eb. Vater LOCKE angesetzt haben.
Wir verständigen unter Einem alle österreichischen Reyche von diesem Antrage, um eine weitere Zersplitterung durch vorschnelle Einzelaktionen hintanzuhalten und ersuchen diese Reyche, jedenfalls Beschlüsse in dieser Sache bis zum Ergebnisse der Legatenkonferenz zurückzustellen.
In der bestimmten Hoffnung, daß Du, hohe GRAZIA, in Würdigung der Wichtigkeit und Dringlichkeit der Angelegenheit unserem Antrag Folge geben und unverzüglich das Weitere veranlassen wirst, zeichnen wir mit herzlichen Lulus!
Das Oberschlaraffat: Fürst BENZIN, LOCKE, ZENO Das Kantzlerambt:, GOZZ0.


Dieser Sendbote der KREMISIA WACHAVIAE ging, an alle östrr. Reyche behufs Kenntnisnahme mit der dringenden Bitte, mit weiteren Schritten im Sinne vorstehenden Antrages zuzuwarten!

 

Am 17. Hornung a. U. 78

sendbotet das Reych JUVAVIA

An alle österreichischen Schlaraffenreyche!

Durch den Rundsendboten der PRAGA vom 10. des Hornung a. u. 78 , sieht sich JUVAVIA veranlasst, zur Steuer der Wahrheit noch einmal die Stimme zu erheben. JUVAVIA will sich aber nur auf wenige Hauptpunkte beschränken und dabei auch die wichtigsten Fragen der österreichischen Reyche beantworten.
Zu den ungehörigen Angriffen auf Erb. ­Vieledlen SCHNAUZBART, erklären die beiden Oberschlaraffen die den Sendboten unterzeichneten, daß sie ebenso wie Kantzler SCHNAUZBART von der plötzlichen Entladung der seit langen, krisenhaft steigenden und immer wieder künstlich abgedämmten inneren Spannung ihres Reyches selbst überrascht wurden, daß daher jeder Vorwurf eines bewußten Zeitzusammenhanges zwischen Ritter SCHNAUZBART's Unterstützungsansuchen und JUVAVIA erfolgter Loslösung von PRAGA grundlos und ungerecht ist. Ebenso grundfalsch sind alle Vermutungen über
eine Führerschaft des Kantzlers. Der Betrag von österr. S 300. - ­den Ritter SCHNAUZBART von der gemeinsamen Hilfskasse ALLSCHLARAFFIAS erhielt, wurde an die hohe STYRIA, als das älteste aus der Allschlaraffia ausgetretene Reych mit der vorläufigen Bitte um Verwahrung überwiesen.
In PRAGAS Rundsendboten wird mehrfach von der Debatte in JUVAVIAS außerordentlicher Schlaraffiade vom 3. hujus gesprochen. Der PRAGA vorliegende Bericht ist hier unbekannt. Sein Verfasser unterlag mehrfachen Irrtümern. Dies beweißt schon das Zitat-" (fit dem Austritte hat JUVAVIA­PRAGA den Kampf angesagt und die alpenländischen Reyche zu gleichem löblichen Tun aufgefordert". Davon war in keiner Weise die Rede. JUVAVIAS Sendbote an die PRAGA vom 4. hujus sagt wörtlich-" wir wollen und wollten keinen Konflikt".
Mag diese eine Feststellung an Stelle einer langen Zahl von Richtigstellungen gegenüber dem Rundsendboten PRAGAS genügen, um seine Geisteshaltung zu kennzeichnen. Wer unbefangen den Sendboten JUVAVIAS mit PRAGAS Rundsendboten vergleicht, wird begreifen, daß JUVAVIA eine Auseinandersetzung mit solchen geradezu hasserfüllten Angriffen und ein Eingehen auf die zahlreichen schweren Beleidigungen ablehnt. JUVAVIA muß dagegen Protest erheben, daß der Sendbote PRAGAS immer wieder auf die vielfach irrig berichtete " Debatte" bezug nimmt, statt auf den Sendboten vom 4. hujus.
PRAGAS Rundsendbote selbst ist der klare Beweis, für die Zwecklosigkeit aller Verhandlungen. Und wie sollte­auch rein sachlich gesehen- zwischen zwei sich begrifflich gegensaitig ausschließenden Standpunkten eine Brücke gefunden werden?
Dem Reyche JUVAVIA steht es vollkommen ferne irgendjemanden, der anderer Meinung ist, seine Oberzeugung aufzudrängen, oder gar dessen Loyalität deshalb anzuzweifeln. JUVAVIA bittet sich aber auch aus, däß ihre, nur Schlaraffen mitgeteilten Ansichten ebenso geachtet werden. Darum sei JUVAVIAS Standpunkt über vielseitiges Verlangen nochmals präzisiert.
ALLSCHLARAFFIA ist kein Verein " deutscher Männer“.
Ihr Ideal freundschaftlicher Verbrüderung greift seit dem Concil zu Haidelberga nicht nur über Religion und Rassen, sonder auch über Nationen hinaus.
An dieser grundlegenden Veränderung der eigenen Struktur, ebenso wie an der neuen Hellhörigkeit der Umwelt, die mit Politik nichts, mit Weltanschauung sehr viel zu tun haben, ist ALLSCHLARAFFIA genau so wie in Übersee zusammengebrochen.
JUVAVIA macht sich nur den Vorwurf, die Sachlage zu spät erkannt zu haben.
Nur um diese Erkenntnisse geht es und um die aus ihr gezogenen Folgerungen. Aus dieser Erkenntnis heraushat es JUVAVIA für ein Gebot der Loyalität gegenüber des österreichischen Vaterlandes gehalten, sich von Prag als ideellen Zentrum zu trennen. JUVAVIA will aber Niemanden für weniger loyal halten der ihre Erkenntnis nicht teilt. Für ihn entfällt ja mit der Erkenntnis auch die Notwendigkeit jeder Folgerung.
Das Ideal der Humanität, die Verbrüderung im Sinne eines Weltbürgertums über Religionen, Rassen und Nationen hinaus, ist das Ideal der Freimaurerei. Das Judentum hat dieses Ideal, seit es sich der Freimaurerei bemächtigte, zu einen Kampfmittel auf seinem Wege zur Weltherrschaft umgedeutet.
Worin unterscheidet sich äußerlich die Zusammensetzung Allschlaraffias seit dem Concil zu Haidelberga vom Freimaurertum? Welche Gewähr bietet Allschlaraffias Verfassung gegen den gleichartigen Gebrauch, oder besser Missbrauch? Ist nicht der Einzelne, mag er noch so guten Glaubens und Willens sein, zuletzt wehrlos?
Wenn es im Rundsendboten Pragas heißt, " praktisch ist in Österreich die Freimaurerfrage schon lange dahin gelöst, daß sich unter den Angehörigen der österr. Reyche ja überhaupt Keine Freimaurer mehr befinden", so müssen wir dem geoenüber feststellen, daß uns gerade Belegendlich der Verhandlungen nach dem Erlasse des Sanctum Officiums das Gegenteil bekannt wurde.


Der Rundsendbote Pragas spricht von einem Erlass, nicht Verbot, des Sanctum Officium. Dieser Erlass hat aber dnn Ausspruch von Verboten in den Wirkungskreis der Bischöfe übertragen und auf Grund dieses auch heute noch unverändert in Kraft stehenden Erlasses haben einzelne österreichische Bischöfe ihrer Diözesen, an die Katholiken das Verbot der Zugehörigkeit zur Schlaraffia ausgesprochen. Dieses ist daher für die katholische Kirche eine "associacco suspecta " geblieben.
Auch hierin muß jeder nach seiner Auffassung und nach seinem Gewissen handeln. die JUVAVIA verlangt nichts, als die in Anwendung dieses Grundsatzes auch bei Beurteilung ihres Tun und Lassens.
JUVAVIA verwahrt sich deshalb mit aller Entschie­denheit gegen die Angriffe des Rundsendbotens Pragas:
JUVAVIA hat weder leichtfertig, noch in unwürdiger Form, sondern nach ihrem Gewissen gehandelt, wie sie handeln mußte. JUVAVIA erklärt neuerdings, keinen Konflikt zu wollen, hat dies durch ihr Verhalten bewiesen und glaubt, daß weitere Auseinandersetzungen überflüssig sind, besonders wenn sie in unsachlicher Weise geführt werden.
Für dis Richtigkeit SCHNAUZBART, e . H:
Für das Oberschlaraffat: THEOPHRAST, e. H. J.C.H. , e.H .
 

An das hohe Reych GRAZIA, richtet die JUVAVIA am selben Tag ebenfalls einen Sendboten, in welchen es heißt:
R. G. u. H. z. !

An das hohe Reych Grazia !

 

Durch den gleichzeitigen Rundsendboten ist auch der dortige Sendbote vom 11. hujus beantwortet.
Wir sind nur über die Heftigkeit seiner Sprache er. staunt und verwahren uns gegen seine Ausfälle, die wir als völlig grundlos und zum Teil als geradezu unverständlich zurückweisen. Wir sind sehr überrascht, daß die wohl selbstverständliche Höflichkeit unseres Absagebriefes an Praga als "unaufrichtiges Triefen von Ergebenheit“, ausgelegt wird. Worin soll eine "übelwollende Vernaderung der österr. Reyche", liegen, wenn wir Gründe unseres Handelns der Praga mitteilen und diesen Sendboten ausschließlich Schlaraffen zur Kenntnis bringen?
Daß „die Loyalität gegen unser Vaterland Osterreich die Zugehörigkeit zur Allschlaraffia ausschließt“, haben wir in unseren Sendboten an die Praga vom 4. hujus ebensowenig gesagt, wie eine Gegenstellung des Katholizismus ausgespielt.
Wäre es nicht richtiger gewesen, statt sich darüber und über eine schwere Kränkung aller Schlaraffen Osterreichs zu beschweren, einfach Aufklärung zu verlangen, wie dies die hohe CLAUDIUM FORUM getan hat?
Weiter: Was nützt es, das Freimaurertum aus den einzelnen Reychen auszuschließen, wenn dies nicht alle tun? Ist nicht das Eintrittsrecht unbeschränkt und sind nicht alle Schlaraffenreyche im Conzil vereinigt?
Schließlich: Den Vorwurf „der Unaufrichtigkeit in der Vorbereitung und Durchführung des Austrittes“, wird die GRAZIA wie Wir hoffen aus unseren Rundsendboten als unbegründet erkennen und ebenso einsehen, warum JUVAVIA „weder die Schwesterreyche noch das Allmutterreyche“ verständigte.
Die Verhandlungen in der hoheh LINZIA a. U. 74 hatten auf eine österreichische Schlaraffia mit Arier abgezielt:JUVAVIA ist bisher, von diesem Standpunkt nicht abgegangen.
Mag man in dieser Sache welchen Standpunkt immer einnehmen, je mehr Nachdruck auf den Begriff schlaraffischer Freundschaft gelegt wird, desto mehr kann JUVAVIA verlangen, daß ihre Haltung von diesem und nicht vom gegenteiligen Standpunkte aus beurteilt wird.
Für die Richtigkeit: Das Oberschlaraffat: SCHNAUZBART, e. H. THEOPHRAST, e. H. I. C. H. e. H.

 

Am 16. des Hornungs a. U. 78

ein Sendbote der Schlaraffia STYRIA

an das hohe REYCH   AUF   DER   MAUER
Der Begriff der schlaraffischen Freundschaft hat schon seit langer Zeit Zwiespalt im Inneren der meisten unserer Sassen hervorgerufen. Wenn wir auch nach den Beschlüssen des Kozils zu Maria Aquensis unsere Freunde im eigenen Reyche selbst wählen konnten, so waren wir doch nach den Spiegel zur Freundschaft zu jedem Sassen Allschlaraffias verpflichtet, auch wenn er uns innerlich noch so ferne stand. Das war aber auch das größte Hindernis, neue Sassen zu gewinnen und unser Reych drohte zu verdorren. Cer Austritt JUVAVIAS trieb auchuns zu einen Entschluß. Wir halten es nicht für möglich, im Wege eines Konzils aller, oder auch nur aller österreichischen Reyche zu einem uns ganz befriedigenden Ergebnis zu kommen. Mit Kompromissen wäre aber wieder nichts geleistet. Und so
hat sich das Reych entschlossen, in der a. o. Schlaraffiade am 11. d. M. mit fast 90% von hundert, Mehrheit gegen 10 v. H. Stimmenthaltungen, ebenfalls die Verbindung mit Allschlaraffia zu lösen.
Leichtsinnig wurde der Beschluß nicht gefasst. Es war notwendig, um aus dem seelischen Zwiespalt herauszukomnen
und uns das drückende Gefühl der Unaufrichtigkeit und Selbsttäuschung zu nehmen. Frei und unbedrückt können wir wenigstens vorläufig im kleinen Kreis den schlaraffischen Idealen dienen.
Wir hoffen, daß uns, wenn auch nicht alle, so doch viele Sassen verstehen werden.
Für die Richtigkeit Das Oberschlaraffat: i. V. des Kantzlers
SCHMISS, WIELAND, e .H . HERZTROST, e . H e . H . ZEYSERL, e . H .

Die Begebenheiten in einzelnen Schlaraffenreychen unserer österreichischen Gemarkung gaben zu der Besorgnis Anlaß, daß sich unter den 34 österreichischen Reychen eine ernste Spaltung vorbereite, die geeignet sein könnte , den weiteren Bestand Schlaraffias ernstlich zu gsfährden. Die profane Politik drohte das schlaraffische Gedankengut auszulöschen. Das Hineintragen politischer Tendenzen in Schlaraffia ist eine vollständige Uerkennung und Vergewaltigung des schlaraffischen Gedankens. Es hätte unter allen Umständen abgelehnt werden müssen. Es hat immer schon politische Strömungen aller Art und radikalster Färbung gegeben und immer hat man in der Schlaraffia verstanden, diese Strömungen fernzuhalten. Nun sollte es auf einmal anders werden.
Jetzt sollte man auf einmal, ohne inneren und äußeren Zwang, den Irrungen und Wirrungen der Zeit und den weltanschaulichen Gegensätzen, also dem Kampf des profanen Lebens, Einlaß gewähren und damit den einzigen großen Friedenspalast der uns noch geblieben ist, ALLSCHLARAFFIA, mutwillig zertrümmern?Für diesen Schritt waren weder äußere, noch innere Gründe zwingender Natur gegeben. Dieser Schritt versprach ferner sowohl den Spiegel dagegen, als auch den Geiste des schlaraffischen Gedankens. Durch 56 derer Jahrungen wurde das schlaraffische Gedankengut treu gehütet.


Der Einritt eines Fähnleins unseres Reyches
in das hohe Reych VINDOBONA, anläßlich des Wiegenfestes
des Erb-Oberschlaraffen Hkt. UNSER HUM , am 17. des Hornungs a. U. 78, unter Führung der Hkt. Ritter AUSWENDIG, hielt dieser eine Geburtstagsrede. Dabei dürfte er Lethe bedingte Schwierigkeiten gehabt haben. Hkt. AUSWENDIG bringt in der

143. Sippung

22. des Hornungs a. U. 78

in einer Eigenfexung:

Ein kleiner Versager!
Ich muß mich schon wieder, ich kann's nicht lassen,
mit einer sogenannten Affäre befassen.
Oa sind vor Kurzem, in der Woche mitten­
die Maurer gen VINDOBONA geritten,
soviele fast, wie in der Sippung wären,
um seine Erbherrlichkeit HUM besonders zu ehren.
Ihr wißt ja, drum führ ich's auch gar nicht an.
was Erbherrlichkeit HUPE für die MAUER getan.
Wir meinen darum, es sei das Beste,
wenn wir ihm zu seinem Wiegenfeste,
als unserer Verehrung äußeres Zeichen
einen guten Tropfen Lethe, ihm überreichen.
Und eine Herrlichkeit spricht dann im Nu, ­
wie gewünscht, ein kurzes Sprücherl dazu. ­
Und richtig, -vom TOMMY angefangen
ist alles so ziemlich gut gegangen.
Zwar wurden einige Stimmen laut:
die Verpackung der Flaschen sei gänzlich verhaut;
jedoch über solche Kleinigkeiten­
da pflegen die MAURER nie zu streiten. ­
Nun wurden die Botschaften auf gerufen-
­und da standen wir vor des Thrones Stufen
und die Herrlichkeit schmettert:Schlaraffen hört!
doch nach den ersten zwei Zeilen, da gings verkehrt.
Der erste Reim war kaum verklungen,
der zweite, der war daneben gelungen.
Und die Herrlichkeit stottert und plagt sich und schindet,
eh'sie den richtigen dritten Reim findet.
Natürlich gab es ein großes Halloh­
und ein Lachen und Kichern und ach und oh!
Die Lethe, die haben wir angebracht, ­
doch unser HUM hat sich wohl gedacht:
„Diese Herrlichkeit von der MAUER könnt sich beizeiten
wohl etwas besser vorbereiten.
Da schau mir einer den AUSWENDIG an,
der nicht einmal vier Zeilen auswendig kann!“
Nun ich hoffe und glaube es ganz bestimmt,
daß HUM den Versager nicht übel nimmt.
In seiner Weisheit weiß er genauer, ­


wie sehr ihn verehrt das Reych AUF DER MAUER .
­Ich aber konnte mir's nicht verkneifen,
die Sache nochmals aufzugreifen.
Um der Herrlichkeit für weit'res Leben­
einen wohlgemeinten Rat zu geben:
Gibt's wieder einmal einen Spruch zu sagen.
dann soll man diesen nicht im Kopfe tragen
wenn der nichts wert ist. -Am besten, ich wette,
man schreibt sich das Sprücherl auf die Manschette.
Auch zweckmäßig-wär eine Bromtablette.
Und wenn man Wiedermal schmettern soll,
dann sauf man nicht vorher schon wie toll
und sei auch der auell wie Götterminne,
er Umnebelt allmählich doch Hirn und Sinne. -­
Denn eines ist sicher: Das Repräsentieren,
das gehört bei der Herrlichkeit zum funktionieren.
Und wenn das Funktionieren nicht funktioniert,
dann wird die Herrlichkeit. . . . . . . aboräsentiert.
AUSWENDIG.

 

Am 20. des Hornungs a. U. 78

In einen Rundsendboten des hohen Resches

OENIPONTANA heißt es:

Hohes   Reych!

Die Begebenheiten in einzelnen Schlaraffenreychen unserer österreichischen Heimat geben zu der Besorgnis Anlaß, daß sich unter den 34 österreichischen Reychen eine ernste Spaltung vorbereite, die geeignet sein könnte, den weiteren Bestand Schlaraffias in unserer Heimat ernstlich zu gefährden .
OENIPONTANA glaubt in diesem kritischen Zeitpunkts eine Bitte an die Schlaraffenreyche unserer Heimat richten zu sollen, die Bitte, von weiteren entscheidenden Stellungnahmen in den Reychen vorläufig abzusehen und die Winterung in aller Ruhe schlaraffisch abrollen zu lassen.
OENIPONTANA glaubt, daß es im Interesse von uns allen gelegen sei, wenn wir erst spätar, nach Ablauf der Winterung, etwa im Oster-oder Wonnemond uns in den Gemarkungen der hohen LINZIA zu einer Conferenz zusammenfinden, in welcher


eindeutig zu den Problemen, die schon a. U. 78 derart besprochen werden sind, Stellung genommen werde. Das Verhälnis die österreichischen Reyche zu ALLSCHLARAFFIA wird sich aus dem Resultat dieser Conferenz von selbst ergeben und eine vollkommene Auflösung unserer schlaraffischen Zusammengehörigkeit, wie sie sich jetzt zu entwickeln scheint, würde vermieden.
Das hohe Reych LINZIA, in seiner zentralen Lage inmitten unserer Heimat, wird gerne die Vorbereitung für die Conferenz treffen, und Wir in OENIPONTANA zweifeln nicht, daß alle österreichischen Reyche daran teilnehmen werden, um unserer armen Heimat und uns selber unsere liebe Schlaraffia zu erhalten und so einzurichten, wie sie unserem Empfinden entspricht.
OENIPONTANA bittet um Würdigung dieser ihrer Meinung im Interesse unserer bleibenden schlaraffischen Zusammengehörigkeit.
Teilt uns mit, wenn Euer hohes Reych unsere Anregung zu dieser Conferenz, die im Oster-oder Wonnemond nächster Jahrung stattfinden soll, unterstützen will.
Mit den allerherzlichsten Schlaraffengrüßen von Reych zu Reych Eure stets getreue OENIPONTANA
auf Burg Hatschenstein am 20. des Hornung a. U.78

Das Oberschlaraffat: FRIEDRICH , GLOBUS . Das Kantzlerambt:FILUCIUS
­

Nach der JUVAVIA teilen auch HIPPOLYTANA, STYRIA, und das hohe Reych LINZIA ihren Austritt aus ALLSCHLARAFFIA mit. Auch MEDELIKE soll desgleichen getan haben.
In einen Sendboten der hohen GRAZIA heißt es an alle Reyche Österreichs:
Die GRAZIA hält es für ersprießlich und notwendig, eine Aussprache der allschlaraffischen Re ehe Österreichs abzuhalten, was auch von mehreren Reychen geuünscht wird.
So sehr wir der Anregung des hohen Reyches OENIPONTANA eine Berechtigung zuerkennen, da der Wunsch, die Winterung in Ruhe ablaufen zu lassen und zugleich den Geschehnissen eine beruhigende Distanz gewinnen zu lassen und sehr erwägenswert ist, so glauben wir doch nicht, wie vorgeschlagen, bis in den Wonnemond warten zu können, sandern ungesäumt die Gelegenheit zur Klärung geben zu müssen.
Wir schlagen vor:
1. ) Zusammenkunft am Sonntag, den 21. des Lenzmondes a. U. 78 vormittags. Beginn entsprechender, günstiger Zugsankunft.
2. ) Ort: Stainach - Irdning oder Liezen. ( Wir regen absichtlich aus Gründen unbeeinflußter Beratungsmöglichkeit keine Reychsgemarkung an. )
3. ) Jedes Reych möge für ja 50 oder der angefangenen Zahl von 50 Sassen einen Vertreter erküren.
Wir halten dafür, auch dem hohen ALLMUTTERRATE Gelegenheit geben zu müssen, zur Sache Stellung zu nehmen.
Wollet uns ungesäumt zu den angeführten drei Punkten Eure Willensmeinung kunt tun. Kommt bis längstens 10. des Lenzmondes keine Einwendung, so glaubt GRAZIA die Zustimmung annehmen zu dürfen.
Vergesset, vielliebe Schwesterreyche nicht unsere. alte bewährte Verbundenheit. Haltet in Treuen zusammen, wir wollen in voller Offenheit jene Fragen erörtern, die uns derzeit tiefst bewegen und auch, so hoffen wir zuversichtlich, einvernehmlich lösen.
Wir bitten Euch herzlichst, keinesfalls in den nächsten Tagen tiefgreifende Beschlüsse zu fassen, bevor wir uns nicht ausgesprochen haben.
In schlaraffischer Treue und Freundschaft Eure alte G R A Z I A
Das Oberschlaraff at:                                                                             Das Kantzlerambt:
FREY , STERZ , DREIHERZ , DINGFEST ,                                      VIER-TACT , . PHIL ,

 


Am 22. des Hornuna a. U. 78
schreibt das hohe Reych GAMUNDIA an die ALLMUTTER PRAGA ein Treuebekenntnis.

SCHLARAFFIA GAMUNDIA

Gegeben auf der Traunburg am 22. Hornung a. U. 78

R . G. u. H . z.

ERHABENE   ALLMUTTER !

 

Auf Grund des in der a. o. Schlaraffiade vors 15. Hornung a. U. 78 in geheimer Abstimmung mit allen gegen 2 Stimmen gefassten Beschlußes bringen Wir Dir, erhabene ALLMUTTER zur Kenntnis, daß die vom Reyche JUVAVIA bedauerlicherweise gefasste Entschließung, die Verbindung zur ALLMUTTER und zu ALLSCHLARAFFIA zu Lösen, unser Reych in seiner Treue und Anhäglichkeit an Dich und an ALLSCHLARAFFIA insolange nicht Wanken zu machen vermag, als uns nicht wider allen Erwartens derart schwerwiegende Tatsachen nachgewiesen werden sollten, welche das Verbleiben der österreichischen Reyche unter der Führung unserer ALLMUTTER für die Zukunft untunlich erscheinen lassen.
Dermalen liegt zu dieser Annahme keinerlei Grund vor. Die bisher angeführten Ursachen entsprechen den Tatsachen nicht und sind nur geeignet, die österreichischen Reyche als vaterlandsfeindlich und dem Katholizismus abhold zu verdächtigen.
Vertrauensvoll schließen wir uns daher der Absicht unserer Großmutter GRAZIA an, die treugesinnten österreichischen Reyche zu gemeinsamer Stellungnahme gegenüber den Abfallsbestrebungen zu vereinigen.
In unentwegter Dankbarkeit und Treue
Das Oberschlaraffat:                                                                             Das Kantzlerambt:
BEINFLEISCH, WILDLING, BLIEMCHEN,                                                                PIPIN,


 

Die 144. Sippung

des Reyches AUF DER MAUER
am 1. des Lenzmonds a. U. 78

Schlarafffade
Fungierender: Hkt. VONGRATZ
Nach der Schlaraffiade fand eine solene Ehrung unseres Botschafters Ritter ARTHUR anläßlich seiner Erkürung zum Großursippen der hohen VINDOBONA statt.
Weiters wurden voher noch die Prüflinge Architekt Wangel und Oberleutn. Erös zu Knappen Nr. 19 bezw. Nr. 18 erkürt. Ritter EYSHOLD entschuldigt sein zeitweiliges Fernbleiben mit seiner Berufung nach Berlin in Sachen der Welteislehre.
Der Ritter TOMMY brachte einen Ausrittbericht anläßlich über die am 25. des Hornungs a. U. 78 in der hohen VINDOBONA (Donerstag Reych, ) stattgehabte Erkürung unseres Botschafters Ritter ARTHUR die Pechnelke, zum Großursippen. Fungierender O. R . Hkt. TORIUS von Praga. ­
Eingeritten waren vom Reyche AUF DER MAUER, Hkt. AUSWENDIG, Kantzler Ritter TOMMY, J. BAMBI, Sch.SCHMETTERLING, Prüfling Erös.
Nach der Begrüßung durch den fungierenden O. R. , welcher in seiner Ansprache hervorhob, daß ein Einritt befreundeter Reyche, in einer Zeit in welcher manigfaltige Stürme das Gebäude ALLSCHLARAFFIAS umbrausen umso höher gewertet werden muß-da eben jetzt Handlungen gesetzt werden die als undeutsch zu bezeichnen sind. War doch bisher eine der hervorstechensten Tugenden des Deutschen die Treue!
Herrlichkeit AUSWENDIG dankte für den herzlichen Willekumm und hab hervor, daß es diesmal gilt, unserem Botschafter Ritter ARTHUR durch den Einritt eines Fähnleins Maurer Sassen, besonders zu ehren. Nach der Begrüßungsceremonie wurde in die Sippungsfolge eingegangen, vorher aber Hertlichkei AUSWENDIG eingeladen an der rechten Seite des Fungierenden, am Thron Platz zu nehmen. Es erfolgte nun die feyerliche Überreichung des
Groß-Ursippenordens an Ritter ARTHUR.
Nach dieser feyerlichen Ceremonie kamen nun diverse Vorträge. Bevor die fungierende Herrlichkeit TORIUS zu einem angemeldeten Vorttag zur Rostra schritt, -übergab er die Zügel der Regierung, zur großen Überraschung, so mancher VINDOBONENSER - unserer Herrlichkeit AUSWENDIG.
Diese Geste einer fungierenden Herrlichkeit VINDOBONAS -als eines Reyches ALLSCHLARAFFIAS welches seit jeher treu die Tratitionen des Bundes zu wahren wußte ist umso höher anzuschlagen, als alle übri en Herrlichkeiten der Gruppe Do. (Hkt. PATHOS, HOFRAT, MYRAKEL, ) anwesend waren. Dieser Akt scheint mir aber auch die Wertschätzung der hohen
VINDOBONA für unser Reych AUF DER MAUER zu beinnhalten.
Ich glaube zur Abgabe dieses Werturteiles umso berechtigter zu sain, als ich auch in dieser Winterung, für beide Gruppen- Anspruch auf das Jahrungszeichen "NIE GEFEHLT ", erheben kann und daher weiß um die Gepflogenheiten im hohen Reyche VINDOBONA.
So bitte ich den hohen Thron, den Chronisten unseres Reyches zu beauftragen, obengeschilderte Tatsache . entsprechend in der Chronik zu vermerken. (Was hiermit geschied. )
Und so wie ein brausendes LULU der Sassenschaft der hohen VINDOBONA die erfolgreiche Tätigkeit unserer Herrlichkeit AUSWEPJDIG beendete, schließe auch ich meinen Bericht mit einen donnargewaltigen
LULU - Herrlichkeit AUSWENDIG  ;  TOMMY .

In einen Sendboten des hohen Reyches OENIPONTANA
am 4. des Lenzmondes a. U. 78, profan 1937

an das Reych AUF DER MAUER heißt es: Liebes Schwesterreych!
Wir übersenden Euch beiligende Abschrift unseres Sendboten an unser Großmutterreych GRAZIA, in welcher wir zu der beantragten Conferenz der österreichischen Schlaraffenreyche Stellung nehmen.
OENIPONTANA bittet Euch möglichst im ähnlichem Sinne zu entscheiden und an das hohe Reych GRAZIA zu berichten, daß diese Conferenz dem tatsächlichen Willen der österreichischen Reyche gerecht werde, uns allen die Zusammengehörigkeit, wenn auch in neuem Umfange wahre, welcher zur schlaraffischen Betätigung und Befruchtung von Reych zu Reych wirklich nur schwer entbehrt werden könnte.
Wenn das Ergebnis dieser Conferenz wieder in den Rauchfang der Gemütlichkeit gehängt wird, wie die Beschlüsse der Conferenz zu LINZIA in der Jahrung a. U. 74, dann wird die Auflösung unseres schlaraffischen Verbandes schließlich eine endgültige werden. Und die soll nach Möglichkeit vermieden werden.
Wir glauben, daß unsere Abänderungen zum Antrag der hohen GRAZIA Eure Zustimmung finden wird.
FRIEDRICH, GLOBUS, FILUCIUS.                                                  PASSLIEBCHEN,
Das Oberschlaraffat.                                                                                  Der Kantzler.

 


R. G. u. H. Z. !

OENIPONTANA. 3. Lenzmond a. U. 78

 

Hochverehrte Großmutter G R A Z I A
In der Schlaraffiade am 1. dieses Lenzmonds hat OENIPONTANA zu der Bewegung, welche eine Reihe von Reychen unserer engeren österreichischen Heimat außerhalb des allschlaraffischen Verbandes geführt hat, Stellung genommen.
Unser Reych hält diese Einzelbeschlüsse der ausgeschiedenen Reyche nicht für die richtige Form, in welcher die in Frage stehenden Probleme gelöst werden sollen, und teilt die Ansicht Deines hohen Reyches, daß die Ziele, welche der Großteil der österreichischen Schlaraffenreiche schon a. U. 74 auf der Conferenz derselben zu LINZIA zu verfolgen beschlossen hat, auf einer neuerlichen Conferenz beraten werden sollen, um wenn möglich alle oder doch den größten Teil der österreichischen Reyche einig und geschlossen in die neuzuschaffenden Verhältnisse zu führen.
OENIPONTANA erblickt in den Februarbeschlüssen einer Anzahl von österreichischen Reychen ein ernste Mahnung, die Forderungen dieser bewegten Zeit mit Verständnis und Einsieht auf zunehmen. Es soll verhindert werden, daß sich die 35 Reyche in unserem österreichischen Uaterlande in Gruppen auflösen. Die Sorge aller österreichischen Reyche soll und Wird es sein, einen Verband derselben mit gleichen weltanschaulichen Grundsätzen zu gestalten, so daß dauernder Friede in unserer Schlaraffia einziehe und sie uns allen wieder einziehe das werde, was sie uns allen gewesen ist.
OENIPONTANA nimmt zu den Vorschlägen Deines hohen Reyches zwecks Veranstaltung dieser Conferenz in folgender Weise Stellung:
zum Punkte 1. Als Zeitpunkt glaubt OENIPONTANA Sonnabend
den 20. Lenzmond vorschlagen zu sollen. Die Conferenz zu LINZIA a. U. 74 hat gezeigt, daß ein Vormittag nicht ausreicht, schwierige Beratungen zu Ende zu führen. Eine Ergebnislosigkeit dieser Conferenz würde allar Voraussicht nach die Absplitterung weiterer Reycha zur Folge haben.
zum Punkte 2. Wir stehen auf dem Standpunkte, daß die von den Reychen zu dieser Conferenz zu entsendenden Vertreter unbeeinflußbar sein dürften, denn sie vertreten ja die Ansicht und den Willen ihrer Reyche. Deshalb dürfte die Sorgfalt, mit welcher Du erhabene Großmutter diese Conferenz in die Einöde von EisenBahndörfern verschleppen willst, einigermaßen übertrieben sein. Wir glauben im Gegenteil, daß eine gewisse Bequehmlichkeit den Legaten ihrer Reyche doch auch bei dieser so überaus wichtigen Konferenz gsboten werden soll, und sind deshalb, so frei, die Gemarkungen des Schwesterreyches AN DER LEUBEN als Conferenzort vorzuschlagen, deren Sassen auf Deinen hohen Wunsch alle erforderlichen Vorbereitungen für Verhandlungsraum und Unterkunft treffen würden. Natürlich müssen für diese ernste Conferenz außer dem Beratungsraum auch Nebenräume vorhanden sein, in welchen sich auch einzelne Gruppen der Legaten gegenseitig aussprechen und Anträge ausarbeiten können.
zum Punkte 3. Mit den Vorschlägen, welche Dein hohes Reych in diesem Punkt zusammengefasst hat, ist OENIPONTANA unter keinen Umständen einverstanden und beantragt die folgenden Abänderungen: Jeder Versuch einer Majorisierung ist auf dieser Conferenz als vollkommen zweckwiedrig unbedingt zu unterlassen und zu vermeiden.
Es darf sich auf dieser Conferenz nicht darum handeln, die vielen kleinen und mittleren Reyche durch ein Massenreych zu majorisieren. Die Folge davon müßte sein, daß sich die Vertreter der kleinen und mittleren Reyche aus der Conferenz zurückziehen und sich ihre Reyche gesondert zusammenschließen würden. Wenn die großen Reyche das wünschen, brauchen sie die Conferenz nicht zu beschicken. Nach dem Vorschlage Deines hohen Reyches, (für je 50 Sassen je 1 Vertreter) könnte unter den noch verbliebenen 31 Reychen die hohe VINDOBONA zusammen mit 2 oder 3 Reychen eine zahlenmäßige Majorität bilden, dadurch den Zusammenschluß der österreichisehen Reyche maßgebendbeeinflußen oder verhindern. Dies soll jedoch keinesf alls der Zweck dieser Conferenz sein. Deshalb stellen wir den eindeutigen Antrag, daß jedes österreichische Reych auf dieser. Conferenz durch einen einzigen, stimmberechtigten Legaten zu vertreten sei und daß die Verhandlungen auch unter Ausschluß der schlaraffischen Öffentlichkeit stattzufinden hätte. Erfahrungen aus der LINZIA Conferenz. In den Conzilen ALLSCHLARAFFIAS war jedes Reych ohne Rücksicht auf seine Sassenzahl durch einen einzigen Legaten vertreten.
Außer jeden Zweifel soll es Wohl auch stehen, daß alle österreichischen Reyche ohne je de Ausnahme zu dieser Conferenz zu laden sein werden, und daß jeder Legal mit entsprechender, schriftlichen Vollmacht auch noch ein weiteres Reych vertreten könne.


OENIPONTANA stellt diese Vorbehalte rechtzeitig jetzt schon, weil nur unter diesen Voraussetzungen eine zielführende Verhandlung auf dieser Conferenz wird Beschlüsse zeitigen können, welche uns österreichischen Reychen den Zusammenschluß werden wahren können. Unter der Voraussetzung, daß auf solche Weise allen österreichischen Reychen die Teilnahme oder Vertretung auf dieser Conferenz unter den hier vertretenden Modalitäten möglich sein wird, erklärt sich auch OENIPONTANA mit ihren Gefolgsreychen in Tirol und Vorarlberg gerne bereit, ihre Legaten dorthin zu entsenden.

Hochverehrte Großmutter G R A Z I A!
Wir bitten Dich herzlich, unsere Anträge bei Veranstaltung dieser Conferenz durchzuführen, damit auf derselben die schweren Gefahren, die unseren österreichischen Schlaraffen­reychen durch vollkommene Auflösung ihres Verbandes drohen, in letzter Stunde gebannt werden. Wenn diese Conferenz versagen sollte, wäre ein weiterer Abfall von Reychen die natürliche Folge. In keinem Falle dürfen aber unzuläneliche Vorbereitungen und mangelhafte Durchführung dieser Conferenz die Schuld an einem möglichen Mißerfolge tragen. (Die Ignorierung der Wünsche von 27 österreichischen Reychen a. U. 74 zu LINZIA formuliert, auf dem XII. CONCILE -trägt die Schuld an der heutigen Situation.
OENIPONTANA wird von Herzen gerne mithelfen unsere Schlaraffia in der Weise auszubauen, daß ihr neuer Rahmen der Zeit in der wir leben, und ihren Entfindungen besser entspreche und die altehrwürdige Tradition darin den ihr gebührenden Raum finde.
In treuschlaraffischer Zugehörigkeit grüßt Dich, Großmutter GRAZIA und alle die Deinen,
Deine aufrichtige Enkelin
O E N I P O N T A N A .

Das Oberschlaraffat:                                                                              Das Kantzlerambt:
FRIEDRICH/GLOBUS/FILUCIUS.                                                          PASSLIEBCHEN.

Das hohe Reych CLAUDIUM FORUM schreibt in einen Sendboten
am 4. des Lenzmonds a. U. 78

 

An die
hohe ALLIMUTTER, hohe Mutter GRAZIA und an alle hohen Schwester und Ziehtochterreyche Österreichs.
Schlaraffen hört!
Aus dem vorstehenden Sendboten an die hohe JUVAVIA gerichtet, werdet Ihr unsere Stellungnahme entnehmen. In der für den 2. des Lenzmondes a. U. 78 ausgeschriebenen, äußerordeutlichen Schlaraffiade, die sehr gut besucht war, wurde einstimmig das Vorgehen der aus ALLSCHLARAFFIA ausgetretenen Reyche verurteilt und der Beschluß gefasst, die weitere, Regelung der Angelegenheit der in Aussicht genommenen Legatenbesprechung zu überlassen.

In dem Sendboten an die h. JUVAVIA heißt es:

Hohe JUVAVIA !

Unserer Aufforderung vom 11. des Hornung, uns Tatsachen mitzuteilen, auf die Ihr Eureri Entschluß stützen zu können glaubt, seid Ihr nicht nachgekommen. Eure späteren Sendboten bringen nur eine Sammlung von Auffassungen und Ansichten, aber keine einzige Tatsache von aktueller und irgenwie zwingender Bedeutung. Sehr interessant ist, daß in Eurer Darstellung, die wirr und voll Widerspruch ist, der Wortschatz einer in Österreich verbotenen politischen Partei, die im übrigen vor kurzem im Deutschen reich auch die sogen. " deutsch-arische " Schlaraffia ausgerottet hat, bemerkenswerts Verwendung findet. Man könnte auf Einzelheiten eingehen und unschwer den Beweis erbringen, daß Ihr mit der Verwerfung der Humanität in letzter Konsequenz auch zur Verwerfung des Katholizismus, auf dem Ihr doch "Rücksicht" nehmen wollt und zur Leugnung des österreichischen Staates, demgegenüber. Ihr " Loyalität " zu bewahren wünscht, !-Kommen ­müßt. Angesichts der geistigen Einstellung, die Euch gegenwärtig beherrscht, erscheint dies zwecklos. Jedenfalls müssen wir uns aber dagegen verwahren, daß Ihr zur Erreichung Eurer Sondbrziele Methoden verwendet, die geeignet sind, Schlaraffen in den Augen der Behörden Österreichs verdächtig zu machen. Schließlich möchten wir noch feststellen, daß Euer Vorgehen zahlreiche schwere Verletzungen des Spiegels beinhaltet.
Wir müssen Euren Schritt auf das Tiefste bedauern. Folgen können und werden wir Euch nicht. Daß uns dabei Mangel an deutschem Empfinden oder besondere Liebe zum sog. Weltjudentum leite, wird dem Reyche CLAUDIUM Forum, das seit mehr als 40 ean dar am heißesten umkämpften Schnittlinie des deutschen und das slavischen Lebensraumes ein Hort wahren Schlaraffentums ist, niemand vorwerfen können. Uns hat die Erfahrung gelehrt, daß Schlaraffia kulturelle Be deutung und Wirksamkeit in anderen Staaten nur haban kann, wenn sie kein Kampfverein nach Eurem Wunsche, sondern eben jene Besonderheit ist, die unter dem Begriffe SCHLARAFFIA erfasst wird. Deshalb reichen wir unsere Hand nicht zur Zerschlagung des allschlaraffischen Bundes. Auch erinnern wir uns, einen Eid auf den Spiegel und das Ceremoniale geleistet zu haben. Gerade als deutsche Männer wollen wir unser gegebenes Wort achten. Wir hoff en, daß es der hohen ALLMUTTER in gemeinsaurer Beratung mit ihrem getreuen Töchtern auch in diesem traurigen Falle gelingen wird, Mittel und Wege zu einsr schlaraffischen Bereinigung zu finden. Unsere Unterstützung kann sie sicher sein.
Das Oberschlaraffat:                                                                              Das Kantzlerambt!
MINIMARX, EINER, BEN,                                                                                            HADZI,

 

Am 4. des Lenzmond a. U. 78

teilt das hohe Reych KREMISIA WACHAVIAE

unserer Reychskantzlei mit, daß in der Schlaraffiade mit 18 gegen 15 Stimmen der Austritt aus ALLSCHLARAFFIA beschlossen wurde.

Am 5. des Lenzmond a. U. 76
heißt es in einem Sendboten der hohen OVILABIS .

Es hat in seiner a. o. Schlaraffiade vom 22. des Hornung a. U. 78 mit dreiviertel Majorität seine Loslösung von der ALLMUTTER PRAGA und damit seinen Austritt aus ALLSCHLARAFFIA beschlossen.
Es folgt nun ein ausführlicher Brief über die verschiedene Auffassung des allschlaraffischen Gedankens und das dieser Entschluß keinesfalls leichten Herzens gefaßt wurde. Der Verfall der österreichischen Schlaraffenreyche schien nicht mehr aufzuhalten zu sein.


Die Spannungen zwischen den profanen politischen Entwicklungen und unserer unverändert gleichbleibenden schlarafffischen Welt wurden immer stärker und die Sclaraffia hat seit ihrem Bestehen noch nie einen Kampf in solcher Weise erlebt, wie in den Jahren a. U. 74/79 profan 1933 bis 1938.
Ein großes, gar nicht hoch genug einzuschätzendes Glück war es, daß die helvetischen Reyche von all diesen trüben Ereignissen unberührt blieben und ungestört weitesippen konnten. Das gleiche war bei den nordamerikanischen Reychen der Fall, während die südamerikanischen Reyche, soweit sie sich dem Bunde „Deutsche Schlaraffia“ angeschlossen hatten, ihre Burgen schlossen.
Am 8. des Lenzmondes a. U. 78
heißt es in einer Ladung an die Sassen des Reyches AUF DER MAUER
Kund und zu wissen: Laut REYCHSBESCHLUSS
Donnerstag 11 . des Lenzmond a. U. 78 Glock 7. 30 abends.
AUSSERORDENDLICHE SCHLARAFFIADE

Gegenstand: Vorgänge in ALLSCHLARAFFIA, Besprechung und Stellungnahme.
Das Oberschlaraffat,                                                                              Das Kantzlerambt,
AUSWENDIG                                                                                                   TOMMY

 

PROTOKOLL der außerordendlichen
Schlaraffiade11. 3. a. U. 78
Eröffnung: 8. 30 des Abends,
Fungierender G. R. Herrlichkeit AUSWEVDIG,
Anwesend: 21 Sassen, ( es wurden alle Sassen teils persönlich, teils schriftlich verständigt, )
Der Fungierende Oberschlaraffe erteilt der Herrlichkeit TROP das Wort zur Erstattung des Referates betreffend die Vorgänge in ALLSCHLARAFFIA.
Herrlichkeit TROP verliest hierauf die eingelangten Sendboten und zwar:
Sendbote
der hohen JUVAVIA ( Austritt aus ALLSCHLARAFFIA )
der hohen CLAUDIUM FORUM
der hohen AM BÄRENWALL


der hohen OENIPONTANA
der hohen KREMSIA WACHAVIAE
der hohen GARMUNDIA
der hohen OVILABIS ( ausgetreten, )
der hohen LINZIA (ausgetreten)
der hohen MEDELIKE (ausgetreten)
der hohen HIPPOLYTANA ( ausgetreten)
der hohen STYRIA ( ausgetreten , )
der hohen AN DER PRUGGEN(ausgetreten;)

und des Sendboten der ALLMUTTER PRAGA , sowie schließlich den Sendboten der hohen GRAZIA, betreffend der Einberufung einer Legatentagung am 20. und 21. 3. a. U. 79 zwecks informativer Besprechung.
Es wurden Herrlichkeit TROP und Hkt. VONGRATZ als Legaten, bzw. Stellvertreter erkürt. Eine Debatte wurde nicht abgeführt. Schluß der Schlaraffiade 11:00 h
Der Schriftführer, TOMMY,

In einen weiteren Sendboten des hohen Reyches GRAZIA

An alle Reyche ALLS CH LARAFFIAS in Österreich.
Es heißt darin:
Obgleich bis heute noch nicht von allen schlaraffischen Reychen Österreichs die Antwort auf unser letztes Rundschreiben eingetroffen ist, sehen wir uns denoch veranlaßt, beiliegend die Ladung zu der veranlagten Besprechung auszusenden und zu dieser einige Erläuterungen zu geben, wei
1. ) die bisherigen Meinungen weit auseinandergehen und verschiedene Einwendungen der Aufklärung bedürfen,
2. ) insbesondere die Ansicht berichtigt werden muß,
es sei die Zusammenkunft ohne Kenntnis der Behörde möglich. Um auf diese gleich einzugehen, sei daran erinnert, daß wir den Vereinsgesetzen unterstehen, daher die Versammlung angemeldet werden muß. Dies umsomehr, als die Uorsprache einzelner Mitglieder ausgetretener Resche bei Amtspersonen und neuerdings die zum Teile noch dazu entstellenden Zeitungsberichte bereits dis Aufmerksamkeit dir Behörden auf uns gezogen haben. Es ist daher die Anwesenheit eines Vertreters der Behörde bei dieser Besprechung zu gewärtigen. Diesen Umstand hatten wir auch bei der Wahl des Tagungsortes zu berücksichtigen.
Allgemein sei bemerkt, daß es sich bei dieser Besprechung voraussichtlich überhaupt nicht um Abstimmungen, sondern vornehmlich um eine richtige, von freundschaftlichem Geiste getragene Aussprache handeln soll, deren Ergebnis die Festlegung von Richtlinien für die weiteren Beratungen der einzelnen österreichischen Reyche bieten möge.
Die Ladung der ausgetretenen Reyche muß die GRAZIA ablehnen; sie bittet jene, die sie vorgeschlagen haben doch zu bedenken, daß diese Reyche in einer, unter Freunden unfaßlichen Form uns, ohne uns zu beachten den Rücken gekehrt haben. Wer die Freundeshand zurückstößt, kann nicht erwarten, sie ohne Annäherung neuerlich angeboten zu erhalten. Zudem sagt JUVAVIA ausdrücklich: " JUVAVIA kann aus Loyalitätsgründen (!) mit keinem österr. Reyche vor seiner Loslösung von ALLMUTTER PRAGA und ALLSCHLARAFFIA verhandeln, :'
Um sich eine Absage zu holen, dazu ist sich die alte, zum mindesten ebenso loyale GRAZIA zu gut!
Wir bedauern es besonders tief, daß noch einige Reyche nach Erhalt unseres Rundschreibens vom 11. des Hornungs, -in dem wir inständigst baten, keine Beschlüsse vor der gemeinsamen Aussprache zu fassenden Austritt beschlossen haben. Ist dem das nicht die deutliche Erklärung, daß sie auf eine Aussprache verzichten, daß sie auf eine Gemeinsamkeit der Entschlüsse keinen Wert legen?
Wir bitten um Eure Nachricht bis 15. des Lenzmond und verbleiben in schlaraffischer
Treue und Freundschaft
EURE ALTE GRAZIA .
Das Oberschlaraffat:                                                                              Das Kantzlerambt:
FREY , STERZ , VIER-TACT PHIL,                                             DREIHERZ , DINGFEST

Am 9.des Lenzmonds a.U.78
ein Rundsendbote der hohen  GRAZIA , in dem es heißt:

 

R.G.u.H.z. !
LADUNG

zu einer Besprechung der österreichischen, allschlarafffischen REYCHE .
Zeitpunkt: Beginn der Besprechung
Samstag, den 20. Lenzmond Glock 20.00,Fortsetzung
Sonntag, den 21.Lenzmond Glock 10.00
Ort: Kapaunburg der GRAZIA (Graz, Gasthof  Wilder Mann, Jakoministraße 3.
Vertreter: in Anlehnung an § 11 d. Sp.entsendet jedes , der ALLSCHLARAFFIA angehörende Reych einen ( die hohe VINDOBONA  je einen für die Mi-und Do-Gruppe ) Vertreter als Stimmberechtigten.Dessen Stellver tretet kann als Geleitritter an der Tagung teilnehmen.(Von einer größeren Zahl ist zugunsten glatter Handhabung der Geschäftsordnung abzusehen.)
Für alle schlaraffischen Reyche, welche an der Entsendung eines Vertreters ihres Reyches verhindert sind, gelten die Bestimmungen des Spiegels § 11,Abs.3.
Die GRAZIA stellt: a) den Vorsitzenden (ohne Stimmrecht. außerdem zwei Stellvertreter desselben. Nach altem Brauch die Legaten der 2 ältesten anwesenden Reyche .
b ) einen stimmberechtigten Vertreter,
c ) die Schriftführer und
d ) die notwendigen Gehilfen.
Alle Vertreter haben sich mit schriftlicher Vollmacht ihres Reyches auszuweisen. Ihre Namen wollen bis 15.des Lenzmonds der GRAZIA bekanntgegeben werden.
Der ALLMUTTERRAT wird um eine Vertretung bei dieser Besprechung geladen.
Gegenstand der Besprachung:  Darstellung der, durch die Austrittsbewegung einzelner Reyche geschaffenen Lage und Beratung der sich hieraus ergebenden Folgerungen für die Schlaraffenreyche Österreich.
Gegeben auf der Kapaunburg am 9.des Lenzmond a.U.78.
G R A Z I A .
FREY,STERZ,VIER-TACT,PHIL,                                                 DREIHERZ, DINGFEST,

 

147. Sippung

Der letzte RITTERSCHLAG
des Reyches AUF DER MAUER ,
in der
am 22. des Lenzmondes a. U. 78

Fungierender: Herrlichkeit AUSWENDIG.
Eingeritten: 24 Recken befreundeter Reyche,
Anwesend: 19 Sassen, 1 Prüfling, 3 Pilger,
( Leider fehlen in diesen Protokoll die Aufzeichnung der Namen, der Junker die zum Ritterschlag erkührt wurden. )
Der Chronist hat lediglich einige unleserliche Aufzeichnungen darüber und glaubt aber diesen letzten Ritterschlag des Reyches AUF DER MAUER, vor der bevorstehenden Uhufinsternis in die Chronik zu setzen.
Es muß jedenfalls ein sehr schönes Fest gewesen sein, das Vortragspergamentum war voll von herrlichen Vorträgen die bis in die Mitternachtstunde dauerten.

Bei der am 20. und 21. des Lenzmonds a. U. 78 in der hohen GRAZIA stattgefundenen Tagung der österreichischen Reyche ALLSCHLARAFFIAS, waren 27 Reyche vertraten. Beantragt. aber ohne Abstimmung erledigt, wurde die Einsetzung eines Arbeitsausschußes, welchem die Reyche GRAZIA,
NEOSTADIA,
AN DER PRUGGE N,
AN DER LEUBEN und
FIRST IM FELDE - angehören.
In einem Sendboten an alle Schlaraffenreyche heißt es: Die Leitung dea Reyches GRAZIA hat am 20. Und 21 . des Lenzmonds in Erfüllung ihrer Pf lichten als Hausherr und ältestes Reych unter den österr. Schlaraffenreychen dis Frotokollführung zu besorgen gehabt und leitet mit dem heutigen Briefe die aus dem gefassten Beschlüssen sich ergebenden geschäftlichen Schritte ein. Wir` halten es für angezeigt, allen Reychen diese Beschlüsse mitzuteilen.
Sämtliche Reyche werden nunmehr unseres Erachtens in der nächsten Schlaraffiade über folgende Fragen zu beraten und zu beschließen haben:
1. ) Sofortige Durchführung des Freimaurer §, durch Aufnahme in den Spiegel.
2. ) Sofortige Durchführung des Arier § und zwar durch Sperre der Aufnahme und weitere Frage
a)ob mit notwendigen, austritt aller heutigen Nichtarier, oder
b) mit Belassung der heutigen nicht arischen Mitglieder.
3. ) Verhältnis zur ALLSCHLARAFFIA, das ist sofortige Loslösung und Gründung eines österreichischen Verbandes, oder Bemühung um ein weiterdauerndes aber loseres Verbandsverhältnis zur Allschlaraffia, mit voller Wahrung der Selbstständigkeit in den Punkten 1 und 2.
4. ) Bestätigung des Arbeitsausschußes und Bestimmung zu einer Geschäftsstelle.

Wir bitten um Bekanntgabe der gefassten Beschlüsse, nach deren Einlangen ohne weitere Initiative von anderer Seite, der Arbeitsausschuß nach Graz einberufen würde.
mit frohmütigen Lulus für die GRAZIA
Das Oberschlaraffat:FREY, STERZ,                              Das Kantzlerambt:DREIHERZ,

 

Die bei den Beratungen in der hohen GRAZIA vertretenen Reyche:


Am Wogenrayn
An der Pruggen
Burckhardia
Claudium forum
Ferrochaybbsia
Gamundia
Oenipontana
Urbs Uiti
VINDOBONA Do.
An der Klausen
An der Leuben
Aquae Thermae
Auf der Mauer
Castellum Cornoviae,
Castrum Brigantum
Claustroneuburga
Dornbirne
Ferrostadia
First im Felde
Iscula -
Neostadia
Porte Tiroliae
Scardinga
Velcuria
Villa ad aquas
VINDOBONA Mi
Grazia


149. Sippung

am 5. des Ostermond a. U. , 78

Im ambtlichen P R O T O K O L L
des Reyches AUF DER MAUER
gleichzeitig Scharaffiade heißt es:
Eröffnung : Glock 8. 40 des Abends
Fungierend: Herrlichkeit TROP
Lieder: Hauskantus, Schlußlied Nr. 80
Stellvertretungen: keine,
Eingeritten: Rtt. REOAX des h. Reyches Castellum Cornoviae,
Rtt. DEUTE des h. Reyches An der Klausen, Botschafter des eigenen Reyches und Rtt. ARTHUR des h. Reyches VINDOBONA.
Eingeführte Pilger: keine
Anwesend: 25 Sassen, abwesend: Rtt. FRIEDEL, EISERN, EYSHOLD, LOSE, MEDIZYNIKUS, PFIFFIG, Jk. FRITZ und Kn. 19
Bericht des Kantzlers: Das Schlaraffiadeprotokoll vom 1. 3. a. U. 78 wird verlesen, enthaltend den Beschluß des Reyches für den 11. 4. a. U. 78 eine außerordentliche Schlaraffiade einzuberufen, zu dem Zurecke der Entgegennahme des Berichtes über die Vorgänge in ALLSCHLARAFFIA, -Referent Hkt. TROP.
Bericht des Marschall: Stand des Reyches 27 Ritter, 3 Junker,
1 Knappe und 1 Prüfling.
Anspruch auf den Jahrungsring haben: Die Ritter AUSWENDIG, Hkt. VONGRATZ, TOMMY, SCHWITZBOLD, ENZIAN, INSCHI, und Rtt. MAL EUCH WAS.
Der Prüfling Kohlart hat 6 Sippungen mitgemacht.
Bericht des Junkermeisters: Er beklagt sich über die Saumseligkeit einiger Junker. Gegen das Protokoll Wird kein Einwand erhoben.
Der fungierende Oberschlaraffe erklärt mit Rücksicht auf den Gegenstand der nun zur Abstimmung gelangen soll, vom Spiegel abweichen zu müssen, die Schlaraffiade zum Zwecke. der Einkleidung des Prüflings Kohlart zu unterbrechen und eine ordentliche Sippung einzuschalten. Vorher ist also die Kugelung durchzuführen.
Es versammelt sich der Astralkörper des geheimen Oberschlaraffates und geben gemäß § 45, Absatz 6 des Spiegels ihre Zustimmung zur Kugelung des Prüflings Kohlart.
Herrlichkeit AUSWENDIG erklärt, die Vornahme einer Kugelung gebe ihm Gelegenheit die Sassen aufzufordern, sie in dis Lage kämen, Patenstelle zu übernehmen, sie sich vor allem gemäß §42 des Spiegels auch zu vergewissern hätten, ob sich ihr Patenkind in solch einer gesicherten Stellung befinde, daß die regelmäßige Berappung der Mondbeiträge gewährleistet erscheint.
Hierauf werden die Ritter TOMMY und KANN'S als Stimmprüfer bestimmt.
Die Kugelung ergibt, daß der Prüfling Kohlart in ALLSCHLARAFFIA aufgenommen werden könne. Mit Rücksicht darauf, daß der Prüfling bereits vor der Burgpforte warte, wird von einer schriftlichen Verständigung gem. §45 Abs. 9 Abstand genommen und der Pate aufgefordert, den genannten Prüfling, Herrn Kohlbert, das Resultat der Kugelung mitzuteilen.
Die Schlaraffiade wird unterbrochen und Glock 9.15 des Abends die ordentliche 149. Sippung eröffnet.
Es erfolgt nun die feyerliche Aufnahme des Prüf lings in ALLSCHLARAFFIA und wird dieser nach Ablegung des Gelöbnisses als Knappe 20, eingekleidet. Der Knappe 20 stammelt seinen Dank an das Reych.
Die Sippung wird 9. 30 geschlossen. Kurze Schmuspause.
Um 9. 45 des Abends wird dis Sippung als Schlaraffiade wieder fortgesetzt und eröffnet.
Funktion: Hkt. TROP. - Über Anfrage erklärt der Kantzler, daß sämtliche Sassen verständigt, (schriftlich) wurden, die in der 148. Sippung nicht anwesend waren und daher nicht in der Lage waren die Kenntnisnahme des Aufrufes zum Erscheinen, durch ihre Unterschrift zu bestätigen.
Herrlichkeit TROP erstattete nun einen eingehenden Bericht über die am 20. und 21. Lenzmond a. U. in der hohen GRAZIA stattgefundenen Legatentagung.
Er berichtete ferner, daß der gr.O.R. mit den von der hohen GRAZIA an uns gestellten Fragen und den sonst zugekommenen Berichten befaßt habe und dem Reych den Antrag stelle, mit der Stellungsnahme zu den gestellten Fragen, mit Rücksicht auf die erst jetzt bekanntgewordene Stellung mehrerer profaner Kreise, zuwarten zu wollen.
Junkermeister Rtt. BAMBI verlangt die Verlesung der voh der hohen GRAZIA gestellten Fragen. Herrlichkeit TROP verliest die Fragen der h. GRAZIA. Herrlichkeit AUSWENDIG meint, man könne nicht eines allein beschließen, also man müßte irgendwie doch Stellung nehmen, vorallem aber den Arbeitsausschuß anerkennen.
Rtt. BOHRFEST erklärt, daß bei der Erstellung eines Antrages auch Rücksicht auf die profanen Stellungen der einzelenen Sassen genommen werden müsse.
Rtt. KANN'S stellt den Antrag, es möge beschlossen werden, alles beim Alten zu lassen!
Hkt. AUSWENDIG zieht seinen Antrag zurück, Rtt. KANN'S ebenso. Es folgt nun die geheime Abstimmung über folgenden Antrag:
Unter Berücksichtigung der eigenen, lokalen besonderen Verhältnisse und unter Bezugnahme auf die derzeitige Einstellung profaner Kreise, gegenüber der gegenwärtigen Bewegung unter den österreichischen Schlaraffenreychen, ist die definitive Stellungnahme zu den von der hohen GRAZIA an das Reych AUF DER MAUER gestellten Fragen einen späteren Zeitpunkte vorzubehalten. Dias wird jedenfalls noch während der laufenden Wintereng erfolgen. ­
Der Antrag wird mit 20 gegen 5 Stimmen an e­nommen. (1 Junker, 3 Knappen haben ebenfalls mitgestimmt. 1 Stimme wurde mit Vollmacht abgegeben.
Über eine Anfrage von Rtt. TOMMY, ob für die nächsten Beschlüsse oder Abstimmungen auch Vollmachten von jenen Sassen die profan verhindert sind zu erscheinen, anerkannt werden, wird dies vom Fungierenden als unzulässig erklärt.
Rtt. HERUCK sagt, daß die Stimme für Rtt. SCHMETTERLING mit Vollmacht abgegeben wurde, aber seine Einstellung sowieso bekannt war. Rtt. TOMMY erklärt, daß es sich um eine prinzipielle Entscheidung handelt um eventuelle Proteste auszuschließen.
Die Schlaraffiade wird um 11.40 geschlossen.
Das Protokoll wird unterzeichnet von
Hkt. AUSWENDIG , Der Schriftführer TOMMY .

 

In einen Rundsendboten an alle österreichischen Schlaraffenreyche heißt es:

Lenzmond a. U. 78

Schlaraffenhört !

Hohes Reych!
Wir geben Euch kund und zu wissen, daß am 20. des Lenzmonds a. U. 78  zu Linz die erste Tagung der Legaten jener österreichischen Reyche stattgefunden hat, die in folgerichtiger Anwendung der deutsch-arischen Grundsätze ihren Austritt aus dem allschlaraffischen Uerbande vollzogen haben.
Diese Reyche haben sich zum österreichischen Schlaraffenbund zusammengeschlossen und es wurde mit der Geschäftsführung die hohe LINZIA betraut.
Alls österreichischen Reyche, die den Entschluß fassen, sich dem neuen Bunde anzuschließen, richten ihre Beitrittserklärung und Anmeldung, an den Großkantzelar des österreichischen Schlaraffenbundes, Ritter HELENIKUSS ­
( Paul Fischer-Colbrie, Rechnungsrat, Linz Humpoldtstr. 31 Bis zum Zusammentritt des nächsten Schlaraffentages werden alle Fragen von gesamtschlaraffischer Bedeutung nur mehr einheitlich durch dis Bundesleitung geregelt werden, worauf zur Vermeidung von Sonderaktionen dringend verwiesen wird.
Mit deutschem Schlaraffengruß
Der Großkantzler:                                                      Der Oberschlaraffe des Äußeren des h. R. LINZIA
HELENIKUSS, e. h.                                                     GRAD´NET, e. h.

Am 11. des Ostermonds a. U. 78 findet im Reyche AUF DER MAUER eine außerordentliche Schlaraffiade statt, in welcher eine Abstimmung über folgende Beschlüsse stattfindet:
1. )Das Reych beschließt die offizielle Annahme des Arierparagraphen, der bisher nur stillschweigend angewendet wurde                                                     JA 21 NEIN 9
2. ) Das Reych verlangt die Durchführung dieses Beschlußes bei Wahrung der
Zusammengehörigkeit der österrsichischer Schlaraffenreyche. .            JA 20 NEIN 9
3.) Das Reych verlangt die tunlichste Aufrechterhaltung der geistigen und organischen Bindung mit Allschlaraffia und PRAGA.                                                   JA 21 NEIN 8

) Das Reych respektiert die bestehenden Freundschaftsbande gegenüber den

 

heutigen nichtarischen Schlaraffen.                                                    JA 21 NEIN 8
Die ordnungsgemäß durchgeführte Stimmzählung unter Zugrunde­legung der persönlich von den Sassen überreichten, verschlossenen Abstimmungslisten. Wird hiemit durch eigenhändige Unterschrift der Stimmprüfer bestätigt:
Hkt. VONGRATZ    RTT. K A N N ´ S    Rtt. HE-RUCK

In vielen Sippengen Wurde immer Wieder zu den profanen Ereignissen Stellung genommen, nichts wurde unversucht geiassen, um aus dem Wirrwarr herausbleiben zu können, doch die Verhältnisse Waren stärker als aller guter Wille.
Eines darf Wohl festgehalten Werden, daß bei allen vielen Abstimmungen stets mehr als zwei Drittel der Sassen die tunlichst, geistige und organisatorische Bindung mit ALLSCHLARAFFIA PRAGA als eine selbstverständliche Bindung betrachtan. Unter diesen Ereignissen litt begreiflicher Weise auch die 150. Sippung unseres Reyches AUF DER MAUER, die daher nicht zu einer besonderen Festsippung gestaltet wurde .
Die Funktion dieser 150. Sippung am 12. des Ostermonds a. U. 78 teilten sich Hkt. TROP und Hkt. VONGRATZ. Es Waren 23 Sassen anwesend und ein neuer Pilger Herr Ing. Skublik wurde eingeführt.
Es wurden Orden verliehen an:
Hausorden 1. Klasse Hkt. EVO ( Castell. Cornoviae)
Rtt. REDAX ( Castell. Cornoviae)
Rtt. BAMBI Auf der Mauer


Hausorden I. Klasse Rtt. Enzian ( auf der MAUER )
Hausorden II. Klasse Rtt. INSCHI
Rtt. VERSERICH
Die Botschafter Ritter ARTHUR und KALUER Wurden ausgezeichnet. Ferner Wurden in den Adelsstand erhoben:
            Die Ritter TOMMY                           HUFEISEN
            SCHWITZGOLD                             KANNtS
            DIDELDUMM                                  MAL EUCH WAS
            SCHMETTERLING                        MUSIKUS
            HERUCK                                         PURZ L
            DOHLE                                            WASSERNÖCK
            EISERN                                           BAMBI
            ENZIAN                                            INSCH I
            VERSERICH                                               EYSHOLD

Am 3. des Wonnemond a. U. 78 , profan 1937
meldet das Reych AUF DER MAUER, der Vereinsbehörde An die Bezirkshauptmannschaft Hietzing.
Bei der am 26. April l. J. in Mauer abgehaltenen Hauptversammlung des Vereines Schlaraffia in Mauer wurden folgende Herren als Funktionäre gewählt:
Obmann: Sekretär Wilhelm Trelde, Wien, XIII. , HofWieseng. 19
1. Stellvertreter: Dir. Viktor Paschke, Mauer, Öezeltgasse 15
2. Stellvertreter: Ing. Ernst Preußler, Rodauner Zementfabrik Waldmühle,
Schriftführer: Generalmajor Rumpold-Romfels Friedrich,Mauer, Schwarzwaldgasse 4
SäckeIwart: Regierungsrat Franz Reitmayer, Mauer, Leibzigerstraße 4,
Sitz des Vereines Schlaraffia: Park-Kaffee Mauer.

Die Sommerung a. U. 78 beginnt mit einen Rundsendboten des Reyches AUF DER MAUER, darin es heißt:
Schlaraffia AUF DER MAUER
Gegeben am l2. des Wonnemond a. U. 78
H o h e s R e y c h Vielliebe Schwester !
Es sei Euch hiemit kund und zu Wissen getan, daß bei der Wahlschlaraffiade unseres allzeitfröhlichen Reyches unser bisheriger Gestrenger Junkermeister Ritter BAMBI der GRENZER zum Kantzelar dss Reyches erküret Worden ist.
Alle Sendboten, Sendwische u. s. w, sind somit und von nun an in die Heimburg unseres Kantzelars unter Reg. Rat Friedrich BIFFL Wien 13. , Speisingerstrasse 105
zu richten. Wir bitten Euch dies zur gefälligen Danachrichtung freundlichst in Uormerk nehmen zu Wollen.
Mit frohmütigen Lulu
Das Kantzlerambt: BAMBI e. h.

Die hohe V I N D O B O N A
bringt am Ende der Winterung in seinen Mitteilungsblatt Nr. 199 einen Aufruf an alle österreichischen Schlaraffenreyche.
Schlaraffen hört!
So schmerzlich wir den Entschluß der Kehrzahl der österr. Reyche, sich von ALLSCHLARAFFIA loszulösen, empfinden müssen und so gerne wir alles tun möchten, um eine auch nur äußerliche Trennung von unseren österreichischen Schwestern zu verhindern, mit denen uns die ganzen Jahrungen hindurch aufrichtige Freundschaft von Reych zu Reych, von Schlaraffen zu Schlaraffen verbunden hat, wir können unseren österreichischen Schwestern auf den Wege, auf den sie zu gehen gewillt sind nicht Folgen.


VINDOBONAS Platz in der jetzigen gewaltigen Krise kann daher nur an der Seite PRAGAS sein.
Wir sind nach Graz gefahren, wohl mit aller Skepsis, aber in der ehrlichen Absicht, uns mit unseren österreichischeu Schwestern zusammenzusetzen und die schweren Probleme der Gegenwart in aller Offenheit zu besprechen. Wir standen aber vom ersten Moment an vorgefaßten Meinungen und unzulänglichen Ansichten gegenüber. Wir wollen heute mit unseren österreichischen Schwestern nicht rechten, sie werden ihr , Verhalten vor der Geschichte ALLSCHLARAFFIAS zu verantWorten haben.
Freunde, Schlaraffen! Ihr habt unsere Auffassung gehört, sie ist und muß auch die Eure sein, die Auffassung aller jener, die ihr beim Ritterschlag geleistetes Versprechen und Gelöbnis nicht brechen wollen. Unsere Stellungnahme beantwortet alle Fragen der h. LINZIA und GRAZIA. Es gibt kein Kompromiss in der großen Krise, die uns heute beschäftigt . Wir können und wollen heute gar nicht über den Fragebogen der hohen GRAZIA debattieren, denn sonst würden wir selbst rein profane Dinge in unseren Freundschaftsbund tragen; wir können heute nur den einen Beschluß fassen,
der da lautet:
" VINDOBONA erklärt feierlichst, in
unwandelbarer Treue zu ALLMUTTER PRAGA,
die für uns stets das Symbol des schlaraffischen
Gedankens war, und an den in mehr als 77 Jahrungen
bewährten Grundsätzen unseres Freundschaftsbundes
festhalten zu wollen.“

Mit Vierfünftel-Mehrheit in geheimer Abstimmung angenommen.
Für den Antrag waren 240 Stimmen, gegen den Antrag 54 Stimmen.

VINDOBONA, am 8. 4. a. U. 78
Das Oberschlaraffat
der Mittwochgruppe: HUM mp. , BIM mp. , LOGA mp. , NOTARBENE mp. ,
der Donnerstaggruppe:HOFRAT mp. , PATHOS mp. , MYRAKEL mp. ,

Die letzte Stammrolle der Schlaraffia AUF DER MAUER vor der Uhufinsternis.
STAMMROLLE
der S c h l a r a f f i a      AUF DER MAUER
für die Jahrunq a. U. 78/79 _
Reychswürdenträger:                                           Kantzler: BAMBI
OÄ AUSWENDIG                                                   Marschall:SCHWITZBOLD
OJ TROP                                                                 Junkermeister: HEINZ
OK VONGRATZ                                                                 Schatzmeister:SCHMETTERLING CEREONIENMEISTER: INSCHI
OÄ. AUSWENDIG der Allesvergaß-er,
OR. , Graf mit dem Titel Erlaucht, Freiherr auf Portland. ( Ing. Ernst Preußler, Chemiker, Rodauner Zementfabrik A. G. , Rodaun Waldmühle.)
 OJ. TROP von der Lethe, Ez. , OR. ,
Se. Benzinität vom Wintsrhafen, Großwojwode von Banzinien und Oelipntanien,
( Viktor Paschke, Betriebsleiter d. Steana Romana, Mauer, Oelzellgasse 15)
OK. VONGRATZ das Tamkind, GJ. , Ez. , OR. , A. ,
Freiherr von Niez'end . (Wilhelm Trelde, Oblt. a. D. , Sekretär der Gilde des Getreidegroßhandels, Wien 13. , Hofwiesengasse 19 )
K . BAMBI der Grenzer, OR .
Edler vom HornerWald, Reychsjagermeister, (Friedrich Biffl, Reg. Rat Direktor des Taubstummeninstitutes, Wien 13. , Speisingerstraße 105
M. SCHWITZBOLD der Schwarzwälder, Ez. , W. -A. , OR.
Se Evidenz, Mufti Pascha, Großmogul, ( Friedrich Rumpold-Rumfels, Generalmajor a. 0. Schwarzwaldgasse 4 )
J . HEINZ der Schwerenöter, OR . ( Heinrich Schaden, Bankbeamter i. P. Wien 6. , Gumpendorferstraße 88b )


SCH. SCHMETTERLING der Bedackelte, Ez. , F. , OR. ,
Edler auf der Maurerhöh`, Baron Moufflon, Reychsbeutelschneider h. c. ( Franz Reitmayer, Hauptmann a. D. Reg. Rat im Bundeskanzleramt, Leipzigerstraße 23
C. INSCHI der Spöttliche, R, Reychsbangkzelebrist, (Paul Nirpot, Ing. Studienleiter, Kaisersteingasse 10 )
Seßhafte Ritter.
Dideldum der Flüsterer, Ez. , T. , R. , Herr von Zoe, Se. Musikalität, Freiherr von Sing-Sang, ( Rudolf Presch­Cornet, Konzertsänger und Gesangspädagoge, Wien 7. , Lindengasse 4 )
EISERN der Unermüdliche, Ez. , SR. , Rp. , OR. , Se. Fatalität, Herr auf Muckibude, Freiher Solo bei der Opposition. (Wilhelm Rainer, Prof. Oblt. a. D. Direktor des Realgymnasiums, Langeg. 113)
ENZIAN das almberauschte Sonntagskind, T. , Don furioso teutonicus, Gaudeamus lyricus ad infinitum. ( Fritz Bähre, Ing. Maschinenfabrikant, Wien, 12. , Oppelgasse 9
FRIEDEL mit der Fiedel, Kammervirtuos, Reychsprimas, Btr. ( Fritz Reckenwald jun. Kapellmeister)
HE-RUCK ans geht no, Ez. , Sm. , Rt. , R . Edler von Lösch den Durst, Edler von da bis Cilli, Wirklicher Geheimbar Uerbaurat, ( Edmund Glisch, Stadtbau_ meister, Liesingerstrasse 22 )
HUFEISEN der Oachreiter, Ez. , Rp. , Se Herzlichkeit, Dialektionsrat. (Franz Schuöcker, Architekt und Stadtbaumeister, Dr. Kühnegasse 12 )
MUSZ-I-KUSS ,Ez., Z., Generalzinkenmeister, Chorherr von A. und M. , Edler Tastentapper von Pedalien, (Franz Pfauntz, Atzgersdorf, Schulgasse3)
LYRUM! LARUM von Fanfarum, Eb. , Km. , Excellenz, (Franz Huttisch Heereskapellmeister i. R. Wien, l. , Tuchlauben 10 )


LOSE van der Goschen, Ez. , Integralritter, ( Erwin Aust, Chefmathematiker, Marktgemeindegasse 16 )
REDAX von Phantasien, Archivrat, Bänkelsänger, Freiherr von der Lahn, ( Adolf Mössl, wirkl. Amtsrat der amtl. Nachrichtenstellen, Wien, 18. , Dyonis Andrassystraße 4 )
UEBERALL der Dagewesene, Km. , Freiherr von Trararien, Edler von, Ez. d.Cast. Cornoviae,(Ewald Fritsche,Major a. D. Bankdirektor, Wien, 1.,Haßgasse 1 )
VERSERICH der Drama-Tiger, H. ,Md.,poetikus lyricus, Erich Pochlatko, Prof.Dr. Wien, 13. , Jörsgasse 4 )
VOLT a WENGEL der Dyn-Amicus, Leuchtkäferl, ( Ing. Dr. Franz Kotschi, Sekretär des Verbandes der ElektrizitätsWerke, Wien, 4. , Große Neugasse 4 )
Junker und Knappen
EDI das Putzerl, ( Eduard Hofbauer, Kaufmann, Georgsgasse 7 )
FRANZL, ( FRANZ Schallerböck, Dr. Rechtsanwalt, Hauptstraße 55
FRITZ, . . ( Fritz Straßgschwandner, Stadtbaumeister, Wien, 13. , Werkbundsiedlung 24)
Knappe 19, . .( Walter Wangel, 0ipl. Architekt, Ing. Langegasse 16 )
Knappe 20, . .( Josef Kohlert, Hauptjann i. R. Linke Wasserzeile 17
Botschafter des Reyches: d. h. Reyches Castellum CORNOVIAE
Ritter URS. und Ez.
KALAUER der Eigenbauer.
Geheime Oberschlaraffenräte: AUSWENDIG, BAMBI, EISERN, TROP, SCHWITZGOLD, HEINZ, VONGRATZ, SCHMETTERLING.
Schlaraffenräte: INSCHI, DIDELDUM, HE-RUCK,


Reychsämter:
Schulrat                                           EISERN
Wappen und Adelsmarschall     SCHWITZGOLD
Archivar                                            VONGRATZ
Burgvogt                                          die Junkertafel
Zinkenmeister                                MUSZ-I-KUSS
Mundschenk                                   VERSERICH
Fanfarenmeister                            SCHMETTERLING
Truchsesse                                                ENZIAN, DIDELDUM
Säckelmeister                                HE-RUCK
Reychsschwertträger                    FRIEDEL
Reychbannerträger                                   HERUCK

Der bei der Tagung vom 20. und 21. Lenzmond in Graz eingesetzte Arbeitsausschuß hat in seiner 1. Sitzung am 17. des Lenzmond a. U. 78 die zunächst erst formellen Beschlüsse gefasst:
über den einzuschlagenden Weg
An alle Reyche, ferner LINZIA und PRAGA wird das Ergebnis dieser Tagung zu senden, eine Notwendigkeit sein.
Ort dieser 1.Sitzung des Arbeitausschüsses Graz, Gasthof Wilder Mann, Klublokal.
Anwesend: Für das Reych FIRST im Felde, Kantzler SERAPION,
AN DER LEUBEN, HKT. ECKART u. RTT. ALPINUS, AN DER PRUGGEN, HKT. MEINSWEGEN, NEOSTADIA, Hkt. KRAMPELSTEIN u. KzI. TRUTZE GRAZIA, Hkt. STERZ, RTT. CHRISTL, KzI. DREIHERZ,
Rtt. FERDL und ING.

Bericht über die vorliegenden Abstimmungsergebnisse der österreichischen Reyche, über die von der GRAZIA mitgeteilten Fragen.
Hkt. STERZ legt eine Tabelle vor, aus welcher das Ergebnis übersichtlich zu entnehmen ist. Aus der Tabelle ist zu entnehmen, daß von 22 Reychen Antworten eingelangt sind;
4 Reyche haben nicht geantwortet, 9 sind aus ALLSCHLARAFFIA ausgetreten. (zusammen 35 ) Für ein weiteres Verbleiben bei ALLSCHLARAFFIA (ohne Spiegeländerung ) haben sich 6 Reyche entschieden, und zwar VINDOBONA, AQUATHERMAE, CLAUDIUM­forum, a, d. KLAUSEN, CLAUSTRONEOBURGA, und das Reych AM WOGENRAIN. Für den Freimaurer-Paragraphen (Fm § ) sind 19 Reyche, für den Arier §, 17 Reyche, für sofortigen Ausschluß der Nichtarier 11 Reyche, für das Verbleiben der Nichtarier 4 Reyche, für den österreichischen Verband der Schlaraffenreyche­ 15 Reyche, für die sofortige Loslösung von der PRAGA 9 Reyche, für eine lose Bindung an die PRAGA 2 Reyche und für ein Einvernehmen mit PRAGAS Reyche.
Das Reych AUF DER MAUER war bei den 4 Reychen, die bis zur Sitzung keine Meldung abgegeben hatten.
Am 28. des Ostermondes a. U. 78 sendet Herrlichkeit MEINSWEGEN, als Mitglied des Arbeitsausschusses einen Sendboten in den es heißt:

Hohes Reych!
Der Arbeitsausschuß tritt innerhalb 8 Tagen mit der Bundesleitung des österreichischen Schlaraffenbundes zu entscheidenden, den Zusammenschluß vorbereitenden Beratungen zusammen. Das bedeutet das Wirksamwerden der Trennung von der Mutter PRAGA. 11 Reyche haben diese Trennung bereits vollzogen, 9 Reyche haben diese Trennung bereits beschlossen und den Arbeitsausschuß davon verständigt. Nur b von 35 Reychen grollen unbedingt in dem jetzigen Verbandsverhältnis zur ALLMUTTER PRAGA bleiben. Ein kleiner Rest hat noch keine
klare Stellung bezogen. ( Unser Reych AUF DER MAUER hat sich noch immer nicht entschieden!) Es Würde sich nun empfehlen, daß alle Reyche, die die Verbindung mit der ALLMUTTER PRAGA lösen und sich den österreichischen Schlaraffenbund anschließen den Arbeitsausschuß bevollmächtigen der Allmutter PRAGA die Löslösung offiziell bekanntzugeben, mit ihr die
zu der notwendigen wirtschaftlichen Auseinandersetzung erforderlichen Verhandlungen zu führen und die zur Zusammenfassung in dem selbstständigen Österreichischen Schlaraffenband erforderlichen Schritte zu unternehmen.
Um eine außerordentliche Schlaraffiade gleich am Beginn der Sommerung überflüssig zu machen, bitten Wir Euch, die obgenannten Vollmachten noch in der Schlußsippung zu beschließen, und ehestens dem Arbeitsausschuße zu übersenden; damit endlich nach den monatelangen Verhandlungen Taten gesetzt werden können.

Mit deutschem Schlaraffengruß
Euer getreuer MEINSWEGEN.


Eine Einladung des hohen Reyches HIPPOLYTANA
am 4. des Wonnemonds a. U. 78

R . G. u. H . z. ! Schlaraffen hört!

H o h e s R e y c h !
Für die Tagung des Grazer Arbeitsausschußes und der Linzer Bundesleitung, des bereits gegründeten österr. Schlaraffenbubdes am Bund 9. Wonnemond 1. J.
Gebt der Tagung mit Rücksicht auf deren Bedeutung den Würdigen Rahmen durch Entsendung, Wenigstens eines Beobachters Eures Reyches um den Willen zur Erhaltung der Verbundenheit zu bekunden und die Verkündung der. Heschl. üsse
zu hören.
In einer Botschaft der ALLFUTTER PRAGA
Unser Bund hat von jeher bewußt alles ferngehalten, Was den Keim des Streitens in sich trägt. Er will nur einer vertieften Lebensfreude dienen.
Was darüber hinausgeht, ist private Spähre, da sollte jeder in seinem Denken, seinem Glauben und Wollen selig Werden können. Es gehört nur ein gewisser Herzenstakt dazu, auch denen freundschaftlich dis Hand zu drücken, die reiner Gesinnung sind , aber in Dingen, dis außerhalb der Schlaraffia lagen, anders dachten.
Anders zu sein, ist kein Makel. Erst die Vielfältigkeit gibt dem Leben seinen Reiz.
Das Reych PRAGA hatte keine Gewalt über andere Reyche. Es war ein Reych unter vielen und genoß nur als Geburtsstätte unseres Bundes symbolische Verehrung.
Der Zufall hätte ebenso gut ein anderes Reych des Uhuversums zum Mittslpunkt machen können.
Nun wäre es aber von Vorteil gewesen, in Ruhe, Besonnenheit und Vertrauen abzuwarten, bis sich die hochgehenden Wellen dieser allgemeinen Unruhe gemildert haben und eine schlaraffisch würdigere Lösung angeboten hätte.

In einem Schreiben an alle Mitglieder des
hohen Reyches AUF DER MAUER heißt es
Schlaraffia AUF DER MAUER am 10. des  Brachmond a. U. 78
R. G. u. H. z. !

Lieber Uhubruder!
Schlaraffen hört!
Die bekannten Ereignisse innerhalb der österreichischen Schlaraffenreyche haben sich rascher entwickelt als vorausgesehen Werden konnte und zwingen uns, von dem in der letzten Schlaraffiade vor Beendigung der Wintereng gefassten Beschluß Gebrauch zu machen und Euch, auf Grund der Beratungen des Schlaraffenrates vom 7. hj . mittels eingeschriebenen Sendboten zu einer Außerordentlichen S c h l a r a f f i a d e für den Samstag den 19. Brachmond a. U. 78, Glock 19 in die Engelsburg zu laden.
Die derzeitige Lage ist, nach Einsicht in die zur Verfügung stehenden authentischen Unterlagen, so, daß von 35 österreichischen Reyche sich bereits 24 in einen Bund österreichischer Schlaraffenreyche vereinigt haben. , 8 Reyche sind noch vor der Entscheidung, stehen aber alle im Prinzip auf der Linie der Zusammenfassung im österreichischen Bund, und nur 3 Reyche, VINDOBONA, CLAUSTRONEOBURGA, und CLAUDIUM­FORUM, haben erklärt unter allen Umständen das Verhälnis zu ALLMUTTER PRAGA in der bisherigen Form beizubehalten. Die Wichtigkeit der Beschlüsse die nun gefaßt werden müssen, erfordert daß sich jeder einzelne Sasse seiner Pflicht bewußt ist und bestimmt und unter allen Umständen an der a. o. Schlaraffiade teilnimmt. Auf dieser a. o. Schlaraffiade muß unser Reych entgiltig über den Beitritt zum österreichischen Schlaraffenbund entscheiden.
Um aber auch jenen Sassen dis infolge Verhinderung untsr keinen Umständen an der Schlaraffiade teilnehmen können, Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben, bitten wir dieselben, die in der ßsilage gestellte Frage mit Ja oder Nein zu beantworten und mit Unterschrift versehen Eingeschrieben so rechtzeitig an die Adresse unseres Kantzlers, Reg. Rat Friedrich Biffl, Wien, 13. , Speisingerstr. 105 einzusenden, daß derselbe zuverlässig bis zum 19. hj. in unserem Besitz ist und dem Abstimmungsergebnis angeschlossen werden kann. Es soll hiedurch vermieden werden, daß jemand den Vorwurf erheben kann, es sei seine Stimme nicht gehört worden. In so wichtigen schlaraffischen Fragen stehen wir vielmehr einstimmig auf den Standpunkt, daß alle Sassen sprechen und ihrer Meinung Ausdruck geben müssen. Die Einheit des Reyches soll nicht gefährdet werden. Von jenen Sassen aber, die weder einreiten noch ihre Pflicht auf schrift­liehen Wege erfüllen, muß angenommen wer den, daß sie an den Wohl und Wehe unseres Rsyches nicht gebührend Anteil nehmen und die Konsequenzen aus diesem Verhalten zu ziehen gewillt sind.

Gegeben in der Engelsburg
Das Oberschlaraffat:                                            Das Kantzlerambt:
TROP eh. BAMBI eh.                                              AUSWENDIG eh.
VONGRATZ eh.


In einen Sendboten aus der hohen GRAZIA

am 25. des Brachmondes. U. 78 teilt der Arbeitsausschuß mit:

 

H o h e s R e y c h
Der Arbeitsausschuß hat seine Arbeiten abgeschlossen und gibt einen ausführlichen Bericht.
Es wurde der hohen PRAGA mitgeteilt, daß 16 Reyche ihr bisheriges Verhältnis zu PRAGA als ALLMUTTER gelöst haben.
Alle diese Reyche haben ihren Beitritt zum österreichischen Schlaraffenbund beschlossen und wurde dieser Beschluß der Bundesleitung in der hohen LINZIA mitgeteilt. Es gehören somit von den 35 österreichischen Reychen bereits 23 dem österreichischen Schlaraffenbund an und zurar dis Reyche GRAZIA, LINZIA, OENIPONTANA, STYRIA, NEOSTADIA, MENDELIKE, JUVAVIA, HIPPOLYTANA, OVILABIS, KREMISIA WACHAVIAE, VILLA AD AQUAS, CASTELLUM CORNOVIAE, GAMUNDIA, CASTRUM BRIGANTIUM, SCARDINGA, ISCULA, PORTA TIROLIAE, AN DER PRUGGEN, FERROCHALYPSIA, FERROSTADIA, BRUNDUNUM, AN DER LEUBEN, BURCKHARDIA, URBS UITI, FIRSTIM FELDE, und das Reych AUF DER MAUER.
9 Reyche stehen noch abseits und zwar:
VINDOBONA, AQUAE THERMAE, VELCURIA, CLAUDIUM FORUM, DORNBIRNA, AN DER KLAUSEN, CLAUSTRONEOBURGA, AM WOGENRAIN, und AM BÄRENWALL.

Es ist begründete Aussicht vorhanden, daß der größte Teil dieser Reyche, weil sie im Grundsätzlichen mit uns übereinstimmen, durch verschiedener Umstände halber noch keinen entgiltigen Beschluß fassen konnten, noch den Anschluß an den österr. Schlaraffenburd finden werden.
Die Loslösung von dsr ALLMUTTER ist für die Reyche vom Arbeitsausschuß durchgeführt worden und damit bereits wirksam. Wenn jedoch ein oder das andere Reych das Bedürfnis fühlt, noch ein besonderes Abschiedsschreiben an die hohe PRAGA zu richten, so steht dem selbstverständlich nichts im Wege. ­

Der Arbeitsausschuß legt hiemit sein Ambt nieder, freut sich des errungenen Zusammenschlußes der Weitaus überwiegenden Mehrheit der österr. Reyche und gibt der Hoffnung Ausdruck, daß der in den Gemarkungen der h. JUVAVIA in der Zeit vom 25. -27. September 1937 stattfindente Schlaraffentag, die Vertreter aller zusammengeschlossenen Reyche zu einer erfolgreichen Tagung vereinen Wird.
Mit herzlichen Schlaraffengrüßen
Der Arbeitsausschuß.

 

Am 29. Brachmond a. U. 78, also profan 29. Juni 1937 im hohen Reych LINZIA.

Gründungsversammlung des " Österreichischen Schlaraffenbundes ".

Im Protokoll dieser Gründungsversammlung heißt es:
T a g e s o r d n u n g .

Verlesung der Satzungen des Österreichischen Schlaraffenbundes genehmigt von der Sicherheitsdirektion Linz mit Zahl 6029/3 vom 12. Juni 1937.

Wahl der Hundesleitung.

Wahl des Großkantzellars .

 

4. Wahl des Großschatzmeisters.
5. Bestellung des Schiede-und Ehrengerichtes.
6. Bestellung der Bundesschatzprüfer.

Zu dieser Zeit gehörten bereits 18 österr. Schlaraffenreyche den neuen österreichischen Schlaraffenband an. In der weiteren Folge trennten sich noch viele andere österr. Reyche von der Allmutter, so auch unser Reych AUF DER MAUER
Da jedoch eine große Anzahl von Sassen mit den getroffenen Maßnahmen nicht einverstanden waren und sie nicht billigten, gab es immer wieder Streitigkeiten, die Politik hatte die schlarafffische Einigkeit vernichtet. Durch den äußeren Druck, immer mehr in die Profanei hineingezogen, wurde debattiert und gestritten.

In einen Rundsendboten an die Sassen des Reyches AUF DER' MAUER, am 5. des Herbstmonds a. U. 78 heißt es:
Schlaraffen hört!
Mit Riesenschritten nähern wir uns dem Beginn dar Winterung und bald werden sich die Pforten unserer schönen Burg den Sassen unseres allzeyt . fröhlichen Reyches wieder öffnen. Es liegt uns ferne die Sassen auf den Sippungsbeginn besonders aufmerksam zu machen, denn alle warten schon mit Schmerzen auf das schlaraffische Leben. Trotzdehm aber wollen wir daran erinnern, daß wegen des Il. österreichischen Schlaraffentages der in den Tagen des 2. bis 4. Lethemonds in der hohen JUVAVIA stattfinden wird, der erste Sipgungstag der 11. des Lethemonds, a. U. 78 ist und die 1. Sippung Glock 20 des Abends beginnt.
In dessen grüßen wir die Sassen unseres Reyches mit frohmütigen Lulus
für das Kantzlerambt:
BAMBI eh .

Die 154. Sippung

 

des Reyches AUF DER MAUER am 11. des Lethemonds a. U. 78 Schlaraffiade.
Fungierend: Hkt. TROP von der Lethe,
Eingeritten: Rt. REDAX, Rt. VOLT A WENGL, Rt. ÜBERALL, aus den Reychen LINZIA, Cast. CORNOVIAE, Anwesend: 16 Sassen,
Bekanntgabe betreffend der Anschluß des Reyches an den österrr. Schlaraffenbund.
Hkt. VONGRATZ berichtet über den II. österr. Schlaraffentag in der hohen JUVAVIA.
Schluß der Schlaraffiade Glock 21. 30
Vorträge: Hkt. AUSWENDIG , Sommerung,
Rt. BAMBI, Sommerung,
Rt. INSCHI, Sternberg.
Schluß der Sippung: Glock 23 des Abends.

In einen Sendboten der hohen BUDAPESTIA vom 18. des Lethemonds a. U. 78 wird unserem Reych mitgeteilt:

Vielliebes Schwesterreych!

Profane Gründe haben uns gezuungen, zu den Euch allen bekannten Ereignissen, die in den letzten Jahren ALLSCHLARAFFIA beunruhigt haben, ebenfalls Stellung zu nehmen und Wir haben in der vorgestrigem a. o. Schlaraffiade die Beschlüsse gefaßt, Welche Du aus dem hier beiligenden Rundsendboten an unsere Sassenschaft ersehen mögest.
Wir möchten Euch, liebe Freunde, Insunderheit auf den Punkt 3 dieses Sendboten aufmerksam machen der ganz besonders hervorhebt, daß wir, eben weil es sich um einen uns aufgedrängten Beschluß handelt, mit niemanden und mit keinem Reyche, zu dem Wir in freundschaftlichen Beziehungen standen­und das ist das ganze große Uhuversum-diese Freundschaft brechen wollen. Wir öffnen Euch, liebe Brüder, auch Weiter unsere Burgpforten und hoffen, Euren Sassen unsere Gastfreundschaff je öfter beweisen zu können. Aber auch Wir hoffen, daß unsere Sassen, so sie in Euren Gefilden zu tun haben und an Eure Burgpforten klopfen sollten, freundlichen Willekommes sicher sein können.
Böte das Koncil, welches für das Frühjahr 1938 in Aussicht gestellt ist, die von uns allen aufrichtig gewünschte Klärung und Lösung bringen, auf daß auch dieser, für uns bloß als provisorisch angesehene Zustand je eher sein Ende findet.
In diesem Sinne wünschen Wir Euch, liebe Brüder eine frohe Jahrung a. U. 78/79 !
In Treuen:
Das Oberschlaraff at:
von WILLY, BALG, m. p. SCHLAG, ÜBERALL m. p.
Schlaraffia Budapestia: das Kantzlerambt
KRAWALLERO m. p.

Beiliegend der Rundsendbote der BUDAPESTIA. Es heißt darin:

Schlaraffen hört!

Euch allen ist bekannt, welch schwere Zeiten Allschlaraffia in den letzten Jahrungen, welchen großen Verlust wir durch den Abfall zuerst der reichsdeutschen Reyche und nun der österreichischen Schlaraffenreyche erleben mußten.
Wir hatten gehofft, daß wir selbst die Entwicklung der Dings zumindest bis zum nächsten Konzil abwarten können. Leider zwingen uns aber nun rein profane Erwägungen, bezüglich der Leitung und ganzen Administration unseres. Reyches die sofortige unbedingte Selbstständigkeit auszusprechen.
Das Reych hat in der am 14. ds. stattgefundenen a. o. Schlaraffiade auch in diesem Sinne entschieden, wobei aber ausdrücklich folgende Punkte richtungsgebend Waren:
1. Durch diese Umstellung darf an den Grundprincipien der Schlaraffia in Bezug auf ihr Wesen nicht gerüttelt werden.
2. Der Beschluß wurde gef asst in der ganz bestimmten Annahme daß am nächsten Konzil ein solcher Antrag angenommen werden wird, der allen, in den einzelnen Sukcessions-Staaten gelegenen Schlaraffenreychen länderweise vollkommene Selbsständigkeit bringt, so daß auch die ungarischen Reyche sich diesem großen Bunde wieder anschließen können.
3. Wir trennen uns von keinem einzigen Schlaraffenreych, daß weiter mit uns in Fühlung bleiben will und halten unsere Burgtore nach wie vor allen Schlaraffen offen, die den Weg zu uns nehmen Wollen.
Schlaraffenbrüder! Wir sind fest davon überzeugt, daß wir mit dieser Lösung den einzig richtigen, weil von patriotisehen Erwägungen eingegebenen Weg gegangen sind, daß es sich aber anderseits auch blos um eine vorübergehende Zwangslösung handelt, die durch das nächste Konzil bestimmt ihre Sanktion finden wird. Lasset uns weiter in Einigkeit zusammenhalten und den Idealen dienen, die uns Budapestia nun schon seit 55 derer Jahrungen die Segnungen dar Freundschaft, der Kunst und des Humors genießen ließen. Halten wir einander die Treue, die wir uns gelobten und dann wird auch diese wir hoffen, kurze Zeit der Prüfung ohne Gefährdung unseras Reyches vorübergehen.
In diesem Sinne erwarten wir von Euch, daß ihr die Sippungen rege besuchen und am schlaraffischen Leben intensiver Anteil nehmen werdet.
Mit frohmütigen Lulus
Der Oberschlaraffenrat:                                                              Das Kantzlerambt
VON WILLY, BALG m. p. KRAWALLERO m. p.            SCHLAG, UIBERALL, m. p.

Die 157. Sippung

des Reyches AUF DER MAUER am 2. Windmond a. U. 78
Schlaraffiade und anschließend Ahallafeyer .
Fungierend: Hkt. AUSWENDIG
Eingeritten: die Ritter LYRUM LARUM, REDAX, KALAUER und
der Ritter VOLTA-WENGL.
Anwesend: 25 Sassen, ( abwesend 1 Sasse, )
Mit Rücksicht auf die abzuhaltende Ahallafeyer ersucht die fungierende Hkt. , es möge sich jeder Sasse der möglichsten Kürze bedienen. Diesen Wunsche wurde allgemein entsprochen und daher wurde dis Schlaraffiade kurz geführt.


Herrlichkeit AUSWENDIG hält den in Ahalla eingerittenen Schlaraffen im Allgemeinen und dem Vieledlen 1x1 der Allmutter, soWie unserem Vieledlen Ritter KARPFELES und unserem Knappen Nr. 18 im Besonderen einen warmempfundenen Nachruf .
Der Protokollant schreibt in seinem außerambtlichen Protokoll:
Schlaraffen hört!
Jetzt spricht Herrlichkeit Auswendig zur Ahallafeyer . Still jetzt, nehmt Euren Helm vom Haupt und hört nun: Denkt jetzt der Toten, die ihr einmal geliebt habt, die Ihr heute noch liebt, -in der Erinnerung liebt. Oenket dankbar der Treue des vieledlen Kantzlers, ­Ritter KARPFELES, der ganz für Euch aufging in Trsu. Denkt auch gern des Ritters 1x1, des Erbvicekantzlers PRAGAS, der unser Freund, der uns geholfen in Not. Denkst unseres Knappen Nummern 18, der kürzlich eingeritten in Ahall, -denkt an der Anderen all'! Ihnen allen sei höchste Seligkeit dort beschieden, Sei es im Paradies, mit denen die voraus sind. -. ­
Und ich hoffe auf ein Wiedersehen mit ihnen allen, daß ich Allen noch viel, viel Liebes kann ihnen tun:­Oder Wünschen Wir ihnen süße, herrliche Ruhe,
traumlos eurigen Schlaf, denn vielleicht ist dies das Glück!
Während Hkt. AUSWENDIG traurig so die Worte gemeistert, herrscht in Ahalla dort ein , aber ganz anderer Ton:
" Reychsmarsch all rührt das Tam-Tam!
Ha! das heißt man Stimmung heute­
Na, heut gehtn ma nimma ham
ausgelassen sind die Leute.
Dort schau hin, dort auf den Thron,
in der litt' mit Weißen Haar,
güldnen Helm, wie eine Kron­
das ist ja der Herrgott gar'
Wotan selber sippt heut vor,
schreit: Schlaraffen hört uns an'
Leiht uns bitte , Euer Ohr­
den jetzt f äugt die Sippung an.

Viele Herrlichkeiten stahn
ringsum ihn in aller Pracht,
 Hei da gibts gar viel zu seh`n­
Wotan freut sich, Wotan lacht.

Rechts vom Thron sitzt 1 x 1,
lächelt auf den lieben Gott, ­
Protokoll führt er ja kein's
­das hat´s hier ja gar nicht not.


Denn da sippt man ohne Zwang,
Tag und Nacht und Nacht und Tag­
und es wird dis Zeit nicht lang,
jeder freut sich wie er mag.

Links vom lieben Gott indes
­neben seinen Thron ganz dicht,
sitzt der liebe KARPFELES,
lacht über das ganze G'sicht.

Und von allen Reychen sind
­tausende der Ritter hier,
Jeder fröhlich wie ein Kind
und es fließt in Strömen Bier.

Herold schreit mit lautem Schall­
"Knappe 18 kommt jetzt an!"
Schon betritt er stumm die Hall'
­von der Mauer kommt der Mann.

Knappe 18 stammelt bang:
Ja, hier strahlt strahlt ja lauter Glück!" "
Das suchte ich mein Leben lang­
nimmermehr reit ich zurück'. "

KARPFELES ruft hocherfreut:
"von der Mauer! Gott sei Dank!
 Endlich Einer, -liebe Leut'
dem bring ich den Maurer Bank'. "

 

In der 158. Sippung

am 8. des Windmond a. U. 78
des Reyches AUF DER MAUER

werden dis Ritter VOLTA-WENGL, Ritter UIBERALL , LYRUM-LARUM, REDAX im
Reyche sesshaft und diese in den Farben der MAUER eingekleidet.

Es waren bei dieser Sippung aus der JUVAVIA und LINZIA Gastrecken eingeritten.
Eigene Sassen waren 20 anwesend. Devise: Jägersippung.
Vorträqe: Rt. BAMBI, Begrüßung zur Jagasippung,
Rt. TSCHIK, " Sühne ",
Rt. SCHMETTERLING, Schüttelgereimtes,
Rt. AUSWENDIG, " zur jajasippung ",
Rt. WOLFRAM, " Hundeanekdote",
R t. QUELLRAMUND, Jagdanekdote zur Zeit Friedr. II.
Schluß der Sippung: Glock 23

 


Die 161. Sippung

des am 29. des Windmonds a. U. 78
Reyches AUF DER MAUER

Fungierender: Herrlichkeit AUSWENDIG
Eröffnungslied: Concilslied,
Stellvertretungen: Ceremonienmeister durch Rt. HE-RUCK,
Zinkenmeister durch Rt. LYRUM LARUM.
Eingeritten:
Aus dem hohen Reych CASTELLUM CORNOVIAE die Ritter:
Hkt. EIDAM, KLEXARCH, SARASTRO, OSIRIS,
DINER, KALAUER, THUE RECHT, BIMBO, und SPEZI. .
Junker GUSTL.
Aus dem hohen Reyche BURCKHARDIA Ritter PRINZIPIELL.
Aus dem h. Reyche AN DER KLAUSEN:
Ritter UNIVERS und PRINZIPIELL.
Aus dem hohen Reyche AM BÄRENWALL:
Herrlichkeit DJAKSA, Junker EMMERICH und Pilger Rosuch.
Unter der Führung des Junker GUSTL , der hohen CASTELLUM­ CORNOVIAE, ritten sechs Bläser-alles Mitglieder der Wiener Symphoniker, darunter die Professoren Garst und Mosheimer ein.
Anwesend: 18 eigene Sassen, entschuldigt Rt. MUSIKUSS, REDAX, FRIEDEL, und LOSE.
Nach Absingen des Eröffnungsliedes epochaler Einritt unter den Klängen des Ferbeliner Reitermarsches, gespielt von den Bläsern der Symphoniker unter der Leitung des Junker GUSTL. Zweiter Einritt des hohen Recyches AM BÄRENWALL, unter den Klängen der Olympia-Fanfare. (tosender Beifall ! ) Begrüßung durch Herrlichkeit AUSWENDIG.
Dankesworte von Hkt. EIDAM und Ritter SARASTRO.
Verlesung des Protokolls der 160. Sippung durch Rt. HE RUCK. Der Fungierende verkündet, Wahl der Wiener Schlaraffen, ­das Caffe- K o r b zum Reychskaffee. Rt. KALAUER und ÜBERALL vertreten Notwendigkeit eines zentralgelegenen Lokals als Treffpunkt für österreichischen Schlaraffenbund in Wien.
Es wird auch zum Burgfrauenabend am 27. des Christmond, welcher gleichzeitig auch Uhubaumfest, eingeladen.
Herrlichkeit DJAKSA ladet zum Ritterschlag AM BÄRENWALL. Nach der Schmuspause ladet der Fungierende die Hkt. EIDAM und Hkt. DJAKSA ein auf den Thron der MAUER Platz zu nehmen. Ritter SCHMETTERLING meldet eingeführten Pilger, Herrn Uher Mitglied der Wiener Symphoniker, an das Reych AUF DER MAUER.


Vorträge
Ritter SAR ASTRO am Klavizimbel,
Ritter LYRUM LARUM : König von Thule. ( Reiterlied von Löwe )
Ritter SPEZI bringt Marc Anton v. Julius Cäsar.
Ritter EISERN, Manches an der Musik unverständlich.
Ritter BIMB0, Allerseelen, Skandal im Dorf, Weinkost im Könzerthaus,
Die Liebe geht durch den Magen,
Ein billiges Sonntagsvergnügen,
Mein Krampf .
Junker GUSTL mit Bläsern der Symphoniker:
Lohengrin Gebet des Königs.
Hochalma Dirndtln, von Koschat,
Schlaraffen hört, v. Rt. PERKEO.
Olympia-Pausenzeichen und den Ferbeliner Reitermarsch.
( Beifall ohne Ende !

Es War eine sehr schöne Sippung und das Reych AUF DER MAUER vergaß auf einige Stunden die Widerwärtigkeiten der Profanei und die Sorgen um die geliebte Schlaraffia.
Nach einer meisterhaft vorgetragenen Schlußfanfare durch Junker GUSTL, wurde die Sippung um Glock 23:30 des Abends geschlossen.

Die 162. Sippung

am 6. des Christmonds a. U. 78
des Reyches AUF DER MAUER

Wurde durch die fungierende Herrlichkeit VONGRATZ zur Festsippung erklärt, anlässlich des Einrittes des hohen Mutterreyches AN DER KLAUSEN.
Es ist der erste Einritt der Mutter, nach ihrem Anschluß an dem Bund Österreichischer Schlaraffen. Es Werden in dieser Sippung die Änderungen im Spiegel, des österr. Schlaraffenbundes bekanntgegeben.
In einem Sendboten der hohen SEMPRONIA Wird der Austritt des Reyches aus der Allschlaraffia bekanntgegeben.
Anwesend Waren 17 Sassen unseres Reyches.
Dar Protokollant faßt in einen außerambtlichen Protokoll den Ablauf der Sippung und auch freudigen Herzens den Einritt, dessen Sinn zusammen. War doch die Mutter unseres Reyches, die hohe AN DER KLAUSEN erst nach der Tochter dem österreichischen Schlaraffenbund beigetreten.


Nichtambtliches Protokoll.

Uhuerleuchtung hat verspürt
Die Herrlichkeit, als sie erkürt
Die Sippung zu 'nen Jubelfeste.
Dies freut die Sassen und die Gäste.
Es galt, der Mutter, unsrer hehren
Den Dank zu zollen, sie zu ehren,
Daß nach vollbrachter Ruhmestat ­
Sie gleich den Weg gefunden hat
Zur Tochter, die die Mutter liebt
Und die mit Sorgfalt sie umgiebt. ­
behutsam eine Lehre spricht:
 „Gehorsam ist des Kindes Pflicht".
Und jedes Kind man glücklich preist,
Das den Weg geht, den Mutter weist.
­Doch eingetreten ist diesmal
genau der umgekehrte Fall.
Die Tochter ist vorangegangen
und harrte nun in stillen Bangen:
Wird ihr die Mutter Folge leisten?
Und freut sich nun darob am meisten,
daß Mutter zur Befreiungstat­
Sa rasch sich aufgeschwungen hat.
Drum lasst Ehe's die Burg durchbrausen:
Heil unser Mutter AN DER KLAUSEN
Der Schriftführer: REDAX,


Die 165. Sippung

am 27. des Christmond a. U. 78

Die nun allerletzte Uhubaumfeier vor der Uhufinsternis
Als Festsippung, Uhubaumfeyer, Sylvesterfeyer mit Burgfrauen und Burgmaiden.
Fungierender: Herrlichkeit AUSWENDIG,
Eingeritten: Jkr. RUDI vom h. Reyche BUDAPESTIA, Rt. RADI RADI , v. h. STYRIA,
Rt. Botschafter KALAUER, v. h. CASTELLUM CORNOVIAE, und die Ritter PRESTO, EIDAMER, HOKELE, TAUCHER, ER. WOLFRAM, und UNIVERS des hohen Reyches­ AN DER KLAUSEN.
Anwesend: eigene Sassen 12,
Herr Uher wird von Rt. SCHMETTERLING als Pilger in das Reych eingeführt. Außerdem waren viele Gäste, Burgfrauen und Burgmaidlein anwesend.
Vorträge:
Knp. 20, Protokoll und " An die Burgfrauen", Rt. ENZIAN, " Der Uhubaum",
Rt. HUFEISEN, Festrede,
Rt. REDAX, zur Uhubaumfeyer,
Rt. EIDAMER, Witze,
Rt. VOLTAWENGL, Fragen,
Rt. SCHMETTERLING, Weihnacht ,
Rt. REDAX, Über die Burgfrauen,
Plg. Strobele, " Geschichten",
Rt. VERSERICH, " Übergang zum Neuen Jahr",
Rt. SCHWITZBOLT, Abschied vom alten Jahr,
Rt. KALAUER, profane Geschichten,
Jkr. RUDI, Aphorismen,

Schluß der Festsippung: 11:45 des Abends.

UHU 79 - 1938

Die 167. Sippung

am 10. des Eismonds a. U. 79

In der 167. Sippung am 10. des Eismonds a. U. 79 wird der neue Schlaraffenspiegel des- österreichischen Schlaraffenbundes verteilt.
Einberufung des Schlaraffenrates ins Reychscafe für den 15. Eismond zwecks Besprechung der Wurst und Durstsippung am 17. 1. und der Faschingssippung mit Burgfrauen am 31. 1. Knappe 20 Wird zum Junker PEPI der Thronprinz erhoben. Botschafter Rt. KALAUER Wird zu einen Vortrag von der Rostra aufgefordert, drückte darüber aber nur seine Freude aus.
Der neue Junker Wird besonders von der Oppo begrüßt. ·

 

DIE UHUFINSTERNIS

a. U. 79, profan 1938.
Das schlaraffische Treiben fand im fahre 1938 sein Ende. Das Reych AUF DER  MAUER wurde aufgelöst und nur ein kleiner Teil der Sassen kam gelegentlich noch krystallinisch zusammen. Es kam wie es kommen mußte, der eben neugegründete Österreichische Schlaraffenbund, sowie auch die Reyche, die in Allschlaraffia verblieben waren, mußten jedwege Tätigkeit einstellen.
Das letzte Protokoll der

Die 169. Sippung

 des hohen Reyches AUF DER (MAUER, welches dem Chronisten vorliegt, berichtet von einer interessanten Tatsache. Es wurden noch zwei neue Pilger eingeführt.
Diese nun gekommene uhufinstere Zeit hat es auch im Reyche AUF DER BAUER unter Beweis gestellt, daß das der hohen ALLIMUTTER PRAGA gegebene Gelöbnis kein Lippenbekenntnis war, sondern weiter bestand auch in den Jahren der Finsternis. In der Allschlaraffischen Chronik steht:
"Der Zwang durch die damals herrschenden Gewalten kann uns nur das äußere Bild rauben, niemals jedoch unsere innere Einstellung zu allem was uns heilig war und auch in der uhufinsteren Zeit geblieben ist. "

Das Bestreben, sich von ALLSCHLARAFFIA loszulösen hatte auch im Reyche AUF DER MAUER einige Anhänger. Man wollte zu dieser Zeit eine nationale Schlaraffia gründen. doch die überwie gerade (Mehrheit des Reyches widersetzte sich diesen Bestrebungen und schwor dar ALLIMUTTER PRAGA weiterhin für alle Zeiten die Treue.
Im (März 1939 mußte auch das hohe Reych, unsere ALLIMUTTER, seine schlaraffische Tätigkeit beenden und seine Burgpforte schließen.
Schlaraffia fiel dem politischen Terror zum Opfer.

Das ist nun das Ende der Aufzeichnung, die nun der Chronist vorerst als ersten Teil der Chronik unseres allzeytfröhlichen Reyches AUF DER MAUER niedergeschrieben hat. Es galt dabei, unseren Gründern einen schuldigen Dank abzustatten.